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Robert Kubica auf der Nordschleife: GT3 statt F1

Robert Kubica im Interview „GT3 ist hier die Formel 1“

Robert Kubica war beim NLS-Auftakt mit einem Porsche Cayman GT4 in der VT3-Klasse gemeldet. Wir haben mit dem F1-Testfahrer von Alfa Romeo über die aufregendste Rennstrecke der Welt gesprochen und ihn gefragt, warum er aktuell für die Nordschleifen-Lizenz büffelt.

Sie waren in der Formel 1, der DTM und im Rallye-Sport aktiv. Wie entstand die Idee, jetzt auf der Nordschleife NLS zu fahren?

Kubica: Die Nordschleife ist ein Ort mit viel Geschichte. Wer Motorsport, große Herausforderungen und alte Strecken liebt, kann das alles hier auf der Nordschleife erleben. Ich will jetzt Erfahrung sammeln. Du musst dich hier gut auskennen. Und falls ich mal beim 24h-Rennen antreten sollte, brauche ich ja die Nordschleifen-Lizenz, die ich jetzt machen will.

Sie waren immer schon sehr vielseitig unterwegs. Streben Sie nun eine Karriere als professioneller GT3-Pilot an?

Kubica: Wenn man Formel 1 gefahren ist, gibt es nicht mehr viele andere Kategorien, die einem so viel Spaß und so ein gutes Gefühl bieten können. Ich habe letztes Jahr, als ich mit der DTM hier war, zwischendurch ein paar Runden Nordschleife mit einem Straßenauto gedreht. Da habe ich gedacht: Ok, das scheint interessant zu sein. Vielleicht interessanter, als ich dachte. Also habe ich beschlossen die Lizenz zu machen. Ich will dieses Jahr ein paar Rennen fahren, um vor allem Spaß zu haben, Erfahrung zu sammeln und zu schauen, wie ich dabei abschneide. Und wenn es gut läuft, ist mein Ziel natürlich, in der höchsten Kategorie beim 24h-Rennen auf dem Podium zu stehen.

Robert Kubica - Porsche - NLS - 2021
Stefan Baldauf
Im Porsche Cayman GT4 muss Robert Kubica Erfahrung sammeln, um die Nordschleifen-Lizenz für die schnellen GT3-Renner zu bekommen.

Was halten Sie von der GT3?

Kubica: Ich habe ein GT3-Auto ein paar Mal getestet. Auf einer normalen Strecke bin ich kein großer Fan davon. Ich saß fast mein ganzes Leben in Formel-Autos. Das ist ein anderer Fahrstil in der GT3, und du brauchst andere Fähigkeiten – du musst ein Spezialist sein. Auf der Nordschleife ist alles ein bisschen anders, auch wegen der einzigartigen Streckencharakteristik. Die GT3 ist hier die höchste Kategorie. Sie ist also praktisch die Formel 1 der Nordschleife.

Sie sind also eher ein Fan der Nordschleife als der GT3-Autos – der Reiz ist aber beides zusammen?

Kubica: Ja. Wenn ich hier mit einem Straßenauto Rennen fahren sollte, würde ich das auch machen. Wenn ich ein Straßenauto auf der Strecke in Barcelona fahren sollte, aber nicht. Es geht um diese spezielle Strecke, die dich wieder zurück in alte Zeiten bringt. Ich war auch immer ein Fan von Stadtkursen. Das hier ist zwar kein Stadtkurs, aber die Herangehensweise ist ähnlich. Jeder Fehler kann dich richtig viel kosten.

Sind Sie auch schon in Kontakt mit einem Hersteller?

Kubica: Vielleicht (grinst). Es war eigentlich der Plan, dieses Jahr beim 24h-Rennen anzutreten, aber das ist leider etwas schwierig geworden. Der Kalender der ELMS wurde geändert, und da gibt es nun durch mein Engagement in der LMP2 mit WRT eine Überschneidung. Wenn sich die Möglichkeit irgendwann eröffnet und ich Zeit habe – weil ich ja auch mit Alfa Romeo in der Formel 1 noch Verpflichtungen habe – wäre es klasse, mal dabei zu sein. Wenn ich hier dem Instruktor zuhöre und Prüfungen mache, fühle ich mich auch gleich 20 Jahre jünger.

VLN 1 - Nürburgring - 27. März 2021
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Wie waren die ersten Runden bei den Freitags-Testfahrten mit dem Porsche Cayman?

Kubica: Ich mag es. Das ist natürlich fast ein Straßenauto. Manchmal ist es sogar schwieriger, solche Autos zu fahren, als ein echtes Rennauto. Ich fühle mich hier ein bisschen wie ein Baby. Wenn du schon so lange im Business und im Fahrerlager bist, hast Du zwar noch Leidenschaft, aber dieses Gefühl habe ich richtig vermisst. Du genießt es einfach. Ich mache zwar die Lizenz, und es geht mir dabei auch um ein Ziel, aber einfach hier zu fahren ist schon etwas Besonderes. Es gibt viele schnellere Autos, aber auch viele langsamere. Der Verkehr ist ganz anders. Testen ist eine Sache, Rennen fahren eine andere. Du kommst nicht hierher und fährst einfach aufs Podium.

Welcher ist denn Ihr liebster Streckenabschnitt auf der Nordschleife?

Kubica: Den besten Streckenteil kann ich gar nicht benennen – höchstens den langweiligsten: die Grand-Prix-Strecke.

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