Robert Kubica im Kanada-Qualifying

Kleine Probleme beim Geheimfavoriten

Foto: xpb 22 Bilder

Robert Kubica betrachtet seinen Reifencoup in der Qualifikation mit einem lachenden und weinenden Auge. Lachend, weil er glaubt, die richtige Wahl getroffen zu haben. Weinend, weil für den Achten der Startaufstellung Startplatz sechs möglich gewesen wäre.

Eigentlich hatte Robert Kubica gar nicht damit gerechnet, dass er als Geheimfavorit in den GP Kanada gehen würde. "Ich bin von uns selbst überrascht. In Q2 bin ich mit den weichen Reifen ohne Probleme auf den vierten Platz gefahren. So gut hätte ich uns nicht erwartet."

Kubica hofft auf Reifenprobleme der Konkurrenz

Dann ließ Kubica die harten Reifen für das Top Ten-Finale aufziehen. Für Kubica eine logische Wahl: "Ich hoffe, dass die Jungs vor uns mit den weichen Reifen ab der dritten Runde Probleme kriegen. Ein frühes Safety-Car hilft denen gar nichts, weil sie weit ins Feld zurückfallen würden. Ich mit den harten Reifen bin auf jeden Fall flexibler in meiner Strategie."

Einen Unsicherheitsfaktor räumt Kubica ein. "Die Temperatur wird eine große Rolle spielen. Sollte es heiß werden, haben wir mit den harten Reifen zwar keine Aufwärmprobleme, aber wir könnten dann zu viel herumrutschen. Andererseits sind die mit den weichen Sohlen vielleicht noch schlechter dran." Auf die Frage, ob er sich gegenüber den Konkurrenten, die auf weichen Reifen starten müssen, einen Boxenstopp sparen könnte, winkt Kubica ab: "Das wird für alle ein Zweistopprennen. Am Freitag hätte ich noch gesagt, dass fünf Stopps nicht ausreichen. So stark haben die Reifen abgebaut."

Kubica lässt entscheidende Zehntel liegen

Einziger Wermutstropfen war für Kubica die entscheidende Runde im Top Ten-Finale. "Die ist nicht optimal gelaufen. Die harten Reifen wurden zu langsam warm. Deshalb habe ich in den ersten zwei Kurven zwei Zehntel liegengelassen. Dann ging das Auto wie die Feuerwehr, aber in der letzten Kurve habe ich leicht die Mauer berührt." Nur ein Zehntel schneller, und Kubica wäre auf Startplatz sechs gestanden. "Dort hätte ich mich auf jeden Fall wohler gefühlt. Da wäre unsere Strategie noch besser aufgegangen."

Möglicherweise hilft der gute Top-Speed des Renaults seinem Piloten. Kubica ist vorsichtig: "Wir sind zwar schneller auf der Geraden als die Autos vor uns, aber nicht genug." Im Rückblick glaubt Renaults Speerspitze, dass man mit dem Top-Speed einen Schritt zu weit gegangen ist. "Etwas mehr Abtrieb könnten wir schon vertragen. Das würde auch beim Anwärmprozess der Reifen helfen. Leider haben wir keinen F-Schacht, so dass wir nicht wie McLaren ein bisschen Top-Speed für etwas mehr Anstellwinkel opfern können."

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