Kubica kritisiert Formel 1

Moderne F1-Autos viel zu schwer

Robert Kubica - Williams - F1-Test - Barcelona - Tag 5 - 6. März 2018 Foto: Stefan Baldauf 30 Bilder

Als Testfahrer von Williams kommt Robert Kubica nur begrenzt zum Einsatz. Wenn der Pole die aktuellen Formel 1-Autos mit denen seiner Glanzzeit vergleicht, dann fällt ihm eines auf: Die 2018er Generation ist viel zu schwer.

Robert Kubica nimmt seinen Job als Testfahrer ernst. Der 33-jährige Pole ist immer vor Ort. Bei jedem Test, bei fast jedem Rennen. Dazu regelmäßig im Simulator. Kubica soll den Ingenieuren bei der Entwicklung des neuen FW41 helfen.

Auf seine Stammfahrer kann sich Williams beim Feedback zum Auto nur bedingt verlassen. Lance Stroll hat 20 Grand Prix Erfahrung. Sergey Sirotkin kennt die Formel 1 bislang nur von Testfahrten. Einsatzleiter Rob Smedley grinst bei der Frage, ob die Fahrzeug-Entwicklung mit so jungen Fahrern nicht leidet: „Wir haben ja Robert.“ Deshalb bekommt der Sieger des GP Kanada von 2008 am Donnerstag und Freitag auch noch zwei halbe Testtage in Barcelona.

Kubica betrachtet seine Rolle als Testfahrer als letzten Schritt zurück zu einem Stammplatz in der Formel 1. Auch wenn es ihm schwerfallen wird, mit Rundenzeiten zu glänzen: „Ich fahre nicht für mich, sondern für das Team. Es geht für mich nicht um die schnellste Runde beim Test, sondern um die maximale Information für das Team.“

Kubica schnell beim Exit-Test

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Ein Comeback nach seinem schweren Rallyeunfall im Februar 2011 ist immer noch im Visier. Dafür gibt er alles. Seit die Formel 1 für den Polen wieder ein Thema ist, hat er 15 Kilogramm abgehungert, damit er in Kombination mit dem Auto nicht das Mindestgewicht von 733 Kilogramm überschreitet. Beim Cockpit-Ausstieg mit dem Halo blieb er trotz seiner Behinderung am rechten Arm einer der schnellsten. „Klar unter sieben Sekunden“, bestätigt der FIA-Inspektor.

Als GP-Fahrer im Wartezustand hat Kubica viel Zeit, über den Sport nachzudenken, aus dem er vor sieben Jahren durch seine schwere Armverletzung gerissen wurde. Weil er sechs Jahre lang in keinem Formel 1-Auto saß, fällt dem Heimkehrer der Unterschied zwischen der aktuellen Fahrzeug-Generation und den Autos Ende der 2000er Jahre deutlicher auf als den Kollegen, die seit dieser Zeit regelmäßig gefahren sind.

„Das erste, was dir auffällt, ist das Gewicht. Die Autos sind mindestens 60 Kilogramm zu schwer. In langsamen Kurven fühlt sich das Auto träge wie ein Bus an. Bei schnellen Richtungswechseln fehlt ihm die Wendigkeit. Deshalb fährst du heute teilweise andere Linien.“

Kubica erinnert sich mit Wehmut an die Zeit zurück, als er in der Königsklasse debütierte: „Da haben die Autos 605 Kilogramm gewogen und hatten noch 50 Kilogramm Ballast an Bord. Da hatten auch die Reifen ein leichteres Leben. Deshalb konntest du das ganze Rennen attackieren. Es war eine Aneinanderreihung von Qualifikationsrunden. Heute unmöglich. Du musst alles managen. Die Reifen, den Motor, den Verbrauch.“

Leichte Autos, bessere Rennen

Kubica ist zwar noch kein Rennen in der Hybrid-Ära gefahren, aber er kann sich nach seinen vielen Testrunden ausmalen, wie das ist. „Das ganze Rennen ist vorausberechnet. Du musst an dieser Richtlinie entlangfahren. Änderungen gibt es höchstens, wenn die Reifen schneller einbrechen als gedacht. Von außen sieht es aus, als würden die Fahrer alle für sich unterwegs sein. Das liegt daran, dass jeder versucht Abstand zu halten, damit die Reifen nicht überhitzen.“ Sein Vorschlag: „Bringt das Gewicht runter. Dann lösen sich viele Probleme von selbst.“

Eine Unsitte, so Kubica, ist es auch, dass die Fahrer von der Box ferngelenkt werden. „Mir hat früher keiner gesagt, wann und wo ich bremsen oder in welcher Kurve ich schneller fahren soll.“ Ist das der Fluch der komplexen Technik? Kubica glaubt nicht: „Die Fahrer sind heute vielleicht ein bisschen faul geworden. Ich sehe keinen Grund, warum man mit diesen Autos Instruktionen von der Box braucht. Ein guter Fahrer sollte selbst alles kontrollieren können.“

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