Robert Kubica - Antonio Giovinazzi - GP Abu Dhabi 2019 - Rennen Motorsport Images
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Wo landet Robert Kubica?

DTM-Test für BMW

Robert Kubica fuhr in Abu Dhabi wie Nico Hülkenberg sein vorerst letztes Rennen. Während sich Hülkenberg erst einmal treiben lassen will, weiß Kubica, was er will. Es läuft auf ein Doppelprogramm hinaus. In der DTM im Rennauto, in der Formel 1 im Simulator.

Zwei der 20 Fahrer im Feld von Abu Dhabi werden 2020 nur Zuschauer sein. Nico Hülkenberg und Robert Kubica fuhren beim Saisonkehraus ihr vorerst letztes Formel 1-Rennen. Während Hülkenberg die Saison 2021 fest im Visier hat, weiß Kubica, dass die Chancen eines Comebacks kleiner sind als die, in Abu Dhabi seinen letzten Grand Prix gefahren zu sein. „Man weiß nie in diesem Sport. Realistisch betrachtet war es das. Wenn ich in Zukunft nicht mehr im Fahrerlager auftauchen sollte, ist die Chance sehr klein, dass Sie mich noch einmal hier sehen.“

Eine kleine Hintertür der Hoffnung hält sich der bald 35-jährige Pole noch offen. Die, dass sich das Leben nicht planen lässt. „In den letzten zehn Jahren habe ich eine große Lektion gelernt. Wenn du denkst, du kannst etwas kontrollieren, kommt es anders. 2011 hatte ich einen Formel 1-Vertrag für drei Jahre in der Tasche, und plötzlich wache ich im Krankenhaus auf mit einem zur Hälfte beschädigten Körper. Und ich hätte mit meinem Rallyeunfall fast mein Leben verloren. Ich hoffe, diesmal läuft es anders herum. Ich habe kein Ticket für nächstes Jahr, aber wer weiß schon, was passiert. Ich will auf jeden Fall Rennen fahren. Es wäre Verschwendung, das alles hier investiert zu haben und nächstes Jahr nicht im Rennauto zu sitzen. Die Kategorie wird total verschieden sein. Das wird es nicht einfach machen.“

Robert Kubica - Williams - 2019
Williams
Robert Kubica könnte bei BMW in der DTM landen.

Zwei Angebote aus der Formel 1

Kubicas Antworten deuten schon an, wo seine Zukunft liegt. Experten sagen in der DTM mit BMW. Für den bayerischen Hersteller bestreitet der Pole in der zweiten Dezember-Woche Testfahrten in Jerez de la Frontera. Im BMW-Simulator saß Kubica bereits am 4. Dezember. Dort machte sich der Sieger des GP Kanada 2008 mit dem M4 DTM vertraut.

Das Stehaufmännchen aus Krakau will auch die Nabelschnur zur Formel 1 nicht ganz abreißen lassen. Es ist kein Geheimnis, dass ihm gleich zwei Teams einen Simulatorjob angeboten haben. Haas und Racing Point. Die Teamchefs sprechen ganz offen darüber. „Für uns wäre Robert der richtige Mann. Einer mit Erfahrung für unser junges Simulatorprogramm“, sagt Haas-Teamchef Guenther Steiner. Kollege Otmar Szafnauer von Racing Point bestätigt: „Wir hätten Robert gerne bei uns im Team. Er kann uns sicher helfen.“ Beide bestätigen, dass im Falle einer Anstellung auch ein Test im Auto geplant wäre. „Der Simulatorfahrer braucht einen Vergleichsmaßstab zum richtigen Auto“, betont Steiner.

Der Ball liegt nach Aussagen der Teams jetzt bei Kubica. Der deutet an, dass es nicht ganz so einfach ist, alle Interessen unter einen Hut zu bekommen: „Ich hatte gehofft, ich hätte über meine Zukunft schon längst entschieden. Es sollte aber nicht mehr lange dauern. Die Richtung ist ziemlich klar. Wir sind daran, alles zu optimieren. Da ist mehr als ein Projekt involviert. Das muss alles zusammenpassen. Priorität hat mein Rennprogramm. Aber ich will auch hier in diesem Geschäft meinen Fuß drin behalten.“ Gemeint ist die Formel 1.

Die große Traurigkeit, dass der 97.GP-Start vielleicht auch sein letzter war, wollte nach der Zieldurchfahrt am vergangenen Sonntag nicht aufkommen. „Ich wusste ja schon lange, dass Abu Dhabi mein letztes Rennen sein würde. Ich habe im Moment weder Emotionen noch ein Gefühl der Traurigkeit. Vielleicht kommt das noch, wenn ich mal zu Hause bin und Zeit habe, darüber nachzudenken. Es war für mich besser wieder Rennen zu fahren, auch wenn es ein schwieriges Jahr war. Besser als zuhause zu sitzen und die Rennen im Fernseher anzuschauen. Von den Resultaten her war es enttäuschend, aber wenn ich die Dinge im Detail betrachte, dann war es nicht so schlimm, wie es von außen aussah. In vielerlei Hinsicht war es ein hilfreiches Jahr. Es hat mir in meinem Kampf, nach dem Unfall zurückzukommen, neuen Boost verschafft. Ich weiß jetzt, dass ich in der Königsklasse immer noch mitkämpfen kann. Jetzt freue ich mich auf neue Herausforderungen.“

Robert Kubica - GP Abu Dhabi 2019
xpb
Ein eher seltenes Bild: Kubica vor Russell.

Das Glück hielt nur zwei Runden an

Mit dem Williams hatte sich der Kurzzeit-Heimkehrer ein schwieriges Pflaster ausgesucht. Das Auto hinkte dem Feld im Schnitt um eine Sekunde hinterher. Da musste sich Kubica schon spezielle Highlights suchen, um im Rennen am Ende des Feldes doch noch Spaß zu finden. Abu Dhabi war so ein Rennen. „Da durfte ich wieder mal kämpfen und konnte Sichtkontakt zu einigen meiner Kollegen zu halten. Beim Start hatte ich ein kleines Motorproblem. Das habe ich in Kurve 1 wieder wettgemacht. Dann habe ich George in Kurve 5 berührt. Er hat extrem spät gebremst. Ich musste einigen Autos vor mir ausweichen, und er kam unheimlich schnell auf der Außenseite angeflogen. Es hat ein bisschen gedauert, bis ich die Reifen im Fenster hatte. Danach lief es ganz ordentlich. Leider hatte ich dann die Berührung mit Giovinazzi. Die ganze rechte Seite des Unterbodens und die Leitbleche waren beschädigt. Sie können sich vorstellen, was das heißt bei einem Auto, das sowieso schon wenig Abtrieb hat. Die letzten Runden wurden ziemlich zäh.“

In seiner ersten Karriere galt Kubica als ein kommender Weltmeister. Nach neun Jahren Pause, der Rückkehr in einem nicht konkurrenzfähigen Auto und mit der Behinderung des rechten Armes musste sich der Pole andere Ziele suchen. In den ersten Runden ließ er immer mal wieder seine einstige Klasse und seinen Renninstinkt aufblitzen. Bei fast jedem Rennen gewann der Veteran Plätze. „In der ersten Runde kannst du ein bisschen die Qualitäten des Autos verstecken. Da geht es darum zu antizipieren, was um dich herum passiert. Da ist Improvisation gefragt. Der Grip ist für alle nicht optimal. Da war ich in diesem Jahr richtig gut, aber bei unserem Speed hat sich das nie ausgezahlt. Das Glück hielt immer nur ein bis zwei Runden an. Dann sind die anderen an uns vorbeigefahren.“

Über Williams könnte Kubica viel erzählen, aber er will beim Abschied keine schmutzige Wäsche waschen. Er hat die Pleite kommen sehen. Man hat auf seine Worte nicht gehört. Jetzt ist das Jahr abgehakt, und es gilt den Traum weiterzuleben, trotz der körperlichen Einschränkungen weiter ein Rennfahrer zu sein. „Ich bin auf die Rennstrecke zurückgekehrt, weil ich Rennen gegen andere fahren wollte. Im Rallyesport fährst du nur gegen die Uhr. Wir hatten zwar dieses Jahr wenig Rad-zu-Radkämpfe, aber als wir sie hatten, habe ich sie genossen.“ Wird nach der Erfahrung von 2019 alles einfach? Kubica ist der geborene Skeptiker: „Seien Sie vorsichtig. Bei Williams dachte man schon letztes Jahr, dass es nicht schlimmer kommen kann. Und es ist doch passiert.“

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