Saisonfazit Romain Grosjean IndyCar 2021 / Pläne 2022 Andretti Autosport Indy-500-Debüt IndyCar
Saisonfazit Romain Grosjean IndyCar 2021 / Pläne 2022 Andretti Autosport Indy-500-Debüt
Saisonfazit Romain Grosjean IndyCar 2021 / Pläne 2022 Andretti Autosport Indy-500-Debüt
Saisonfazit Romain Grosjean IndyCar 2021 / Pläne 2022 Andretti Autosport Indy-500-Debüt
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Top-Team und Indy-500-Debüt für Romain Grosjean

Andretti-Cockpit und Indy 500 So geht es weiter mit Romain Grosjean

Drei Podien, atemberaubende Überholmanöver und ein gelungenes Oval-Debüt – der ehemalige F1-Pilot Romain Grosjean kann auf ein überzeugendes Rookie-Jahr in der IndyCar-Serie zurückblicken. Für die kommende Saison wechselt er zum Top-Team Andretti Autosport und plant mit seinem ersten Indy 500.

Am 29. November jährt sich der schwere Feuerunfall von Romain Grosjean in Bahrain zum ersten Mal. Mit starken Verbrennungen an den Händen überstand der Franzosen an diesem schockierenden Tag den Abflug in die Leitplanken – Narben zeugen bis heute von den Folgen des 67g-Einschlags. Ob und wie es mit seiner Karriere weitergeht war in den darauffolgenden Wochen und Monaten zunächst unklar.

Schneller Erfolg in der IndyCar

Schon vor dem Unfall hat es allerdings einen ersten Austausch zwischen Grosjean und dem IndyCar-Teambesitzer Dale Coyne gegeben. Coyne ist bekannt dafür, Formel-Fahrern eine Chance in der US-Serie zu geben. Er holte zum Beispiel im letzten Jahr den nun frisch gekrönten Meister Álex Palou (Chip Ganassi Racing) in das Open-Wheel-Championat. Nach über zehn Jahren im Dunstkreis der Formel 1 und den schwierigen Saisons bei Haas war das Angebot für Grosjean also eine attraktive Chance für einen Neuanfang.

Romain Grosjean - Haas - GP Sakhir 2020 - Bahrain
xpb
Romain Grosjean bedankt sich nach dem schweren Feuerunfall in Bahrain beim Medical-Car-Team.

Am 3. Februar 2021 wurde der Deal schließlich offiziell. Der Franzose freute sich damals: "In der IndyCar-Serie hat man durch die Strategie immer eine Chance mit den Gelbphasen, den Reifenwechseln und den Tankstopps. Manchmal hilft es einem, und manchmal eben nicht. So etwas liebe ich." Nur eines schloss er zumindest für sein Debüt-Jahr zu Beginn aus: "Wenn ich 25 Jahre alt und Single ohne Kinder wäre, würde ich sicher auch im Oval fahren. Aber jetzt geht es auch um die Familie."

Während Grosjean beim ersten Test – auch wegen der noch ausheilenden Verletzungen – noch mit dem Auto haderte, startete er dann doch stark in die Saison: Auf einen zehnten Platz beim Auftakt im Barber Motorsports Park (Alabama) folgte ein solider 13. Rang beim ersten Stadtkurs-Rennen des Jahres in St. Petersburg (Florida). Die Strecken des IndyCar-Kalenders kannte der Gaming-affine Grosjean meist nur aus dem Simulator. Die im Vergleich zur Formel 1 schwereren Renner mit Push-to-Pass und ohne Servolenkung verlangten zudem ein angepasstes Fitnessprogramm.

Nach drei Rennen schon auf dem Podium

Beim dritten Rundkurs-Rennen auf der Grand-Prix-Variante des Indianapolis Motor Speedway (Indiana) dann die erste Überraschung: Auf die Pole-Position Grosjeans folgte ein zweiter Platz im Rennen. "Bahrain war fürchterlich, aber für mein Leben eine besondere Erfahrung. Die Menschen unterstützen mich, ich fühle es. Hier in Amerika sieht man mich nur grinsend", bedankte er sich nach dem Podium. Die Kollegen im Fahrerlager wussten da schon lange, was für ein Kaliber in die Meisterschaft gekommen war, und gratulierten geschlossen dem 35-Jährigen. Besonders sein – in der Formel 1 häufig verpönter – aggressiver Fahrstil half Grosjean im sehr engen Feld der Serie mit Einheits-Chassis.

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Beim ersten Lauf auf dem Indy-GP-Kurs startete der Rookie Grosjean auf der Pole-Position. Am Ende konnte er einen starken zweiten Platz feiern.

Nach seiner Indy-500-Pause schwankten die Leistungen dann etwas, für was meist die mangelnde Streckenkenntnis als Grund herangezogen wurde. Weitere Highlights waren jedoch ein fünfter Platz auf der Mut-Strecke Road America (Wisconsin), eine Wiederholung des zweiten Rangs beim zweiten Indy-GP-Lauf und ein dritter Platz in Laguna Seca. Besonders die kalifornische Berg-und-Talbahn hatte es Grosjean angetan. Nach dem Rennen dort bekundete er fast pathetisch: "Ich habe mich in die IndyCar verliebt. Als Fahrer habe ich beim Fahrstil große Freiheiten und kann in jedem Team wettbewerbsfähig sein."

Aus Chance wird zweite Karriere

In der kommenden Saison wird Romain Grosjean für das Top-Team Andretti Autosport fahren, das von Michael Andretti gegründet wurde. Der Sohn von Formel-1-Legende Mario Andretti plant für das Jahr 2022 eine große Attacke und soll zusammen mit Honda bereits zur Jahresmitte die Fühler ausgestreckt haben. Neben Chip Ganassi Racing und dem Team Penske gehört Andretti Autosport zu den "Big 3" der IndyCar-Serie. Dort trifft Grosjean unter anderem auf den ehemaligen F1-Kollegen Alexander Rossi und das riesige Talent Colton Herta.

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Im kommenden Jahr fährt Grosjean für das Top-Team Andretti Autosport. Team-Besitzer und CART-Champion Michael Andretti will mit seiner Hilfe im Triell gegen Chip Ganassi Racing und das Team Penske zurückschlagen.

Im Gegensatz zu diesem Jahr wird Grosjean 2022 auch die volle Saison fahren – also auch die Oval-Kurse. In seiner Premierensaison hatte sich der Franzose nur getraut, ein erstes Rennen auf dem kleineren Oval World Wide Technology Raceway (Illinois) zu fahren, verpasste aber durch die ausgelassenen Texas-Läufe und das Indy 500 den Titel "Rookie of the Year", der an Scott McLaughlin (Team Penske) ging. Obwohl er sein erstes Links-Kurven-Rennen nur auf Platz 14 abschloss, zeigte er einige mutige Manöver.

Bereits Anfang Oktober wird Grosjean nun seine ersten schnellen Runden auf dem legendären Oval des Indianapolis Motor Speedway drehen. Zusammen mit der NASCAR-Legende Jimmie Johnson bestreitet er am 6. Oktober das "Rookie Orientation Program". Wenn alles gut geht, wird der selbsternannte "Phönix" dann am 29. Mai 2022 sein Debüt beim größten Rennen der USA feiern. Vor Ort wird dann sicher auch seine gesamte Familie sein: Nach einer großen RV-Tour quer durchs Land in der Sommerpause wollten die Kinder unbedingt nach Amerika ziehen.

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