Grosjean schimpft über Reifendrücke

"Wie bei einem Straßenauto"

Romain Grosjean - GP China 2016 Foto: sutton-images.com 95 Bilder

Der Sensationsmann der ersten beiden Rennen fand sich nach dem ersten Trainingstag nur auf Platz 16 wieder. Romain Grosjean klagte über Balanceprobleme und nahm die hohen Reifendrücke unter Beschuss: "Das ist absolut lächerlich", ärgerte sich der WM-Fünfte.

Mit den guten Ergebnissen steigen die Erwartungen. Platz 16 ist nicht mehr gut genug für den Fünften in der WM-Wertung. Romain Grosjean haderte mit der Balance seines HaasF1-Ferrari und mit den Reifen. "Die Drücke sind viel zu hoch. 23 PSI vorne. Das ist absolut lächerlich. Es fährt sich wie auf Eis. Das Auto untersteuert, du blockierst vorne dauernd die Bremsen. Und hast keine Traktion. Es ist null Grip da."

Pirelli legte die Reifendrücke auf 23 PSI vorne und 20 PSI hinten fest. Das sind an der Vorderachse 4 PSI mehr als 2015. An der Hinterachse liegt der Luftdruck um 2 PSI höher. "Im Schnitt fahren wir um 21 Prozent höhere Drücke als im Vorjahr," erklärte ein Ingenieur. Pirelli will mit den hohen Drücken Schäden wie in Spa 2015 vorbeugen.

Kein neuer Rundenrekord in Aussicht

Doch warum meldete Pirelli eine Woche vor dem Rennen eine Erhöhung des Drucks vorne von 22 auf 23 PSI an? Ohne einen Meter gefahren zu sein. Man hört, dass die Teams höhere Radsturzwerte verlangt haben. Sie liegen mit 3,5 Grad vorne und 2,0 Grad hinten immer noch ein halbes Grad unter Vorjahr.

Vielleicht hat Pirelli nach den schnellen Trainingsrunden von Australien und Bahrain auch Angst vor der eigenen Courage bekommen. Shanghai weist einige schnelle und lang gezogene Kurven auf. Da wollte man sich vermutlich mit hohen Luftdrücken absichern.

Grosjean will diese Erklärungen nicht hören. "Die vorgeschriebenen Werte sind Startdrücke. Das heißt, wir eiern auf der Strecke mit 26 und 23 PSI herum. Das ist ja wie in einem Straßenauto."

HaasF1 trifft es besonders hart. Das Team hat keine Daten aus dem Vorjahr, muss alles von Grund auf lernen. Bei Force India herrschte eher Schadenfreude statt Mitleid. "Es ist das gleiche für alle. Jeder muss das Auto so einstellen, dass er möglichst gut damit klarkommt."

Regelt Pirelli den Reifendruck noch nach?

Pirelli-Sportchef Paul Hembery kündigte an, dass in Bezug auf die Reifendrücke das letzte Wort noch nicht gesprochen ist. "Wir analysieren am Freitagabend unsere Daten und die der Teams. Dann können wir die Werte immer noch anpassen."

Eines ist sicher: Wenn Pirelli auf den Drücken besteht, wird es in Shanghai kaum einen neuen Rekord geben. Den hält Sebastian Vettel mit 1.33,706 Minuten aus dem Jahr 2011. Diesmal kann man froh sein, wenn die Pole Position-Zeit von 2015 fällt. Die steht auf 1.35,782 Minuten. Davon war Kimi Räikkönens Bestwert am Freitag noch 1.114 Sekunden entfernt.

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