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Rosberg mit toller Aufholjagd

Die vier Glücksfälle von Rosberg

Nico Rosberg beendete den GP Malaysia nach einer grandiosen Aufholjagd von ganz hinten auf Platz 3. Doch er war der eigentliche Sieger von Sepang. Rosberg baute seine WM-Führung aus und überstand mehrere Streifschüsse des Schicksals unbeschadet.

Es sind diese Tage, an denen einem alles gelingt. An denen kein noch so großer Zwischenfall einem irgendetwas anhaben kann. Und an denen das Glück anklopft, wenn man es schon verloren geglaubt hat. Nico Rosberg baute bei einem Grand Prix sein Punktekonto aus, den Teamkollege Lewis Hamilton vom Start weg dominiert hatte. Mit 23 Zählern Vorsprung bei noch 5 Rennen darf Rosberg wirklich zum ersten Mal vom Titel träumen. Auch wenn Hamilton mit 5 Siegen immer noch alles aus eigener Kraft gewinnen kann.

Der Tag von Nico Rosberg begann eigentlich schlecht. Er wurde als unschuldiges Opfer in eine Startkollision verwickelt, die Sebastian Vettel ausgelöst hatte. Doch schon hier stand ihm Fortuna zum ersten Mal bei. „Nicos Auto wurde von Vettel gerade auf der Felge getroffen, so dass nichts kaputtgegangen ist“, erklärte Niki Lauda. Erst nach zwei Runden Datencheck stand fest, dass der Mercedes mit der Startnummer 6 wirklich nichts abbekommen hatte. Selbst Rosberg wunderte sich: „Es war ein harter Schlag. In dem Moment hatte ich nicht mehr damit gerechnet, auf dem Podium zu landen.“

10 Sekunden für ein Boxduell mit Räikkönen

Jetzt kam das zweite Glück des WM-Spitzenreiters. Rosberg stand verkehrt herum im Feld und keiner der nachfolgenden 20 Kollegen traf seinen Mercedes. Er musste nicht mal an die Box. Fast so wie Vettel 2012 in Brasilien. Nach einer Runde lag Rosberg mit 21 Sekunden Rückstand auf Platz 17. Das machte aus einem Zweistopp- einen Dreistopp-Rennen. Und die zweite VSC-Phase in Runde 9 war eine willkommene Gelegenheit anders zu taktieren als viele seiner Gegner vor ihm.

Bis zur 38. Runde hatte sich Rosberg schon wieder auf Platz 5 hinter Lewis Hamilton, Daniel Ricciardo, Max Verstappen und Kimi Räikkönen nach vorne gekämpft. Sein Rückstand auf die Spitze betrug 49,8 Sekunden. Dann kam es in der zweiten Kurve zu der zweiten Szene, die die Gemüter erhitzten. Rosberg boxte sich auf der Innenspur gegen Räikkönen durch.

Der Vorfall wurde mit 10 Strafsekunden geahndet. Während Teamchef Toto Wolff die Strafe als einen Rückfall in alte Zeiten bezeichnete, als jede Kleinigkeit bestraft wurde, anstatt die Fahrer zu Zweikämpfen zu motivieren, ging TV-Reporter Martin Brundle mit Rosberg hart ins Gericht: „Nico hat nicht gebremst, bis er Kimi getroffen hat. Das war ein Bodycheck wie beim American Football. 10 Sekunden waren viel zu wenig dafür. Er hätte eine Durchfahrtstrafe bekommen müssen.“ Niki Lauda schüttelte den Kopf: „Nico hatte die Nase 20 Zentimeter vorn. Die Kurve gehörte ihm.“

13 Überholmanöver von Platz 17 aufs Podium

Die Beteiligten hielten sich auffallend zurück. Für Räikkönen war der Vorfall mit der Strafe erledigt, auch wenn sie ihn nicht weiter nach vorne gebracht hat. „Ich sah Nico kommen und musste nach rechts lenken. Sonst hätte es richtig gekracht. Blöd, dass danach mein Frontflügel und mein Unterboden beschädigt waren.“ Rosberg sagte, dass er sich an die Details nicht mehr erinnern könne: „Sicher, war es ein aggressives Manöver. Für die Sportkommissare offenbar zu hart. Ich sah die Chance und habe es probiert. Das ist Rennsport. Ich hätte nicht gedacht, dass ich dafür eine Strafe bekomme.“

Zwei Runden später wartete die Glücksgöttin ein viertes Mal auf Rosberg. Lewis Hamilton rollte mit Motorschaden aus. Zu dem Zeitpunkt lag der Engländer in der WM mit 5 Punkten in Führung. Am Ende des Rennens waren es 23 Punkte Rückstand. Auch Rosberg konnte mitfühlen: „Ich war auch schon in dieser Situation. Zum Beispiel in Abu Dhabi 2014. Ich weiß, wie schrecklich das in so einem Moment sein kann.“

Rosberg überholte auf seinem Weg auf das Podium 13 Autos. Vier Mal ließ er in einer Runde gleich zwei Kollegen hinter sich. Schade, dass so wenig davon im Fernsehen zu sehen war. Auf Diskussionen, dass der GP Malaysia ein großer Schritt Richtung Titel war, wollte sich der neue WM-Favorit nicht einlassen: „Ich bleibe bei meinem Ansatz und denke von Rennen zu Rennen. Du weißt nie, was als nächstes passiert.“

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