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Das Rosberg-Geheimnis

Die wichtigste Runde der Saison

Es könnte die wichtigste Runde von Nico Rosberg in dieser Saison gewesen sein. Eine, die ihm an Ende dieser Weltmeisterschaft vielleicht den Titel gesichert hat. Bis kurz vor Schluss lag Rosberg nur auf Platz 4 der Qualifikation. Dann passierten 4 Dinge, die ihn an den Red Bull vorbeibrachten.

Lewis Hamilton hat in Mexiko seit der ersten Trainingsrunde einen Lauf. So wie Nico Rosberg in Singapur. Der Weltmeister hat ein feines Händchen und die nötige Aggressivität, um auf Strecken mit wenig Grip und hauptsächlich langsamen Kurven genug Energie in die Reifen zu bekommen, damit diese haften. Die Pole Position war für Hamilton eine Formalität. Auch wenn Ferrari am Freitag wie ein möglicher Gegner aussah und Red Bull sich am Samstag zu einem solchen aufschwang.

Bei Rosberg lief das Training genau andersherum. Der WM-Spitzenreiter brachte die Reifen 125 Runden lang nicht in ihr Arbeitsfenster. Erst in seiner allerletzten Trainingsrunde klappte es. Rosberg war nicht erleichtert, sondern mimte den Enttäuschten. „Mir fehlen zweieinhalb Zehntel auf Lewis. Ich wollte Erster werden, und nun bin ich nur Zweiter.“

Warum platzte der Knoten so spät?

Innerlich hat der neunfache Saisonsieger vermutlich aufgeatmet. Eine Minute vor Trainingsende lagen Lewis Hamilton, Max Verstappen und Daniel Ricciardo noch vor ihm. Mit dem Risiko, dass ihn auch noch die zwei Ferrari und Nico Hülkenberg überholen. Der Abstand zu Rosberg war kleiner als Rosbergs Rückstand auf die Spitze. Doch dann schüttelte der Mercedes-Pilot eine Runde aus dem Ärmel, die noch für Platz 2 reichte.

Teamchef Toto Wolff stellte fest: „Es war vielleicht die wichtigste Runde von Nico in dieser Saison. Eine Runde, die ihm in der Endabrechnung vielleicht den WM-Titel gesichert haben könnte. Wenn Nico hinter den beiden Red Bull hätte starten müssen, hätte er einen schweren Stand gehabt.“ Dann hätte Rosberg womöglich so viel von seinem WM-Vorsprung eingebüßt, dass es Hamilton in den letzten beiden Rennen wieder aus eigener Kraft schaffen könnte. Rosberg muss mindestens Dritter werden, um das zu verhindern.

Doch warum platzte der Knoten so spät, und vor allem, was hat ihm geholfen, die Reifen in das magische Fenster zu bringen? „Ich habe mich einfach schwer getan, meinen Rhythmus zu finden. Die Reifen waren eigentlich immer zu kalt. Ich befand mich in der Qualifikation schon auf einem guten Weg, habe ihn dann aber erst in der letzten Runde gefunden.“

Das Geheimnis des Aufwärmprozesses

Toto Wolff verriet so viel: „Wir müssen uns bei Shov bedanken.“ Gemeint ist Chefingenieur Andrew Shovlin, einer der Reifen-Gurus im Team. Er ließ den Reifendruck neu justieren und gab Rosberg Tipps für die optimale Aufwärmrunde. Der WM-Favorit ging sie nicht so aggressiv an wie im Q1, aber auch nicht so dezent wie im Q2. „Plötzlich kamen die Reifen auf Temperatur, und Nico hatte wieder Vertrauen in sein Auto“, erklärte Wolff. Dazu kam, dass die Asphalttemperatur im Vergleich zum Q2 noch einmal um 4 Grad gestiegen war. Das half.

Doch wie kann es sein, dass Reifen bei einer Asphalttemperatur von 55 Grad in der Spitze im Temperaturkeller bleiben? Hamilton liefert die Erklärung: „Der Asphalt ist glatt, die Kurven sind hauptsächlich langsam und wegen des geringen Abtriebs wirken weniger vertikale Kräfte auf den Reifen. Da kann es passieren, dass in Sektor 1 der Hinterreifen schon Grip hat, der vordere noch nicht, dass im Mittelsektor beide in Balance sind, und dass in den letzten Kurven der Hinterreifen schon wieder nachlässt, gerade dort, wo du ihn am meisten brauchst.“

Es ist eine Kunst, dass die Reifen auf den Punkt genau gleichzeitig Klebstoff liefern. Eine Mischung aus Gefühl und Wissenschaft. „Manchmal arbeitest du ein ganzes Wochenende an dem Aufwärmprozess und kommst auf keinen grünen Zweig. Es ist so schwierig, weil so viele Faktoren mit hereinspielen. Die Fahrweise, das Setup, die Bremsbalance, die Bremskühlung, die bestimmt wie viel Wärme von den Bremsen auf die Felgen und den Reifen übertragen wird“, plaudert Hamilton aus dem Nähkästchen.

Windschatten hilft weniger wegen der dünnen Luft

Hamilton wird am Sonntag wieder einmal Kollege Rosberg neben sich in der Startaufstellung sehen. Und trotz 890 Meter Anlauf in die erste Kurve wird es wieder mal auf den besten Start ankommen. Rosberg glaubt, dass vom zweiten Platz aus der Windschatten eine zweite Chance eröffnen könnte. Doch Hamilton winkt ab. „Auch der Windschatten wirkt wegen der dünnen Luft schlechter als sonst. Ich habe es letztes Jahr probiert, und es hat nicht geklappt.“

Hamilton muss wieder einmal auf die Schützenhilfe der Red Bull hoffen. Eine geringe Hoffnung, obwohl Max Verstappen und Daniel Ricciardo gegen den Trend auf Supersoft-Reifen starten. „Das bringt auf dem Weg in die erste Kurve einen Vorteil von 3 Metern, sagen unsere Daten“, verrät Hamilton.

Sollte er den Start gewinnen, erwartet den Weltmeister eine 71 Runden lange Zitterpartie. Der Spuk, die Technik könnte wieder streiken, ist noch nicht aus dem Kopf. Entgegen dem Rat seiner Ingenieure setzte sich Hamilton damit durch, am Freitag mit der älteren der beiden Antriebseinheiten zu fahren und ab Samstag den neueren zu verwenden. Rosbergs Motor bleibt das ganze Wochenende im Auto.

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Im Qualifying zum GP Mexiko ging es ordentlich zur Sache.

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