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Mercedes im Modus-Wirrwarr

Rosberg löst Lenkrad-Rätsel schneller

Mercedes wurde in Baku von unerwarteten Antriebsproblemen eingebremst. Um den Fehler zu beheben, war eine neue Einstellung am Lenkrad notwendig. Doch das Funkverbot sorgte dafür, dass beide Fahrer unterschiedlich darunter zu leiden hatten.

Nico Rosberg konnte nach dem Rennen in Aserbaidschan gar nicht verstehen, warum ihn alle Journalisten nach dem ominösen Antriebsproblem fragten. „Das war nur ganz kurz. Ich musste nur etwas am Lenkrad verstellen und dann war es behoben. Das hat höchstens eine Runde gedauert und nicht viel Zeit gekostet.“

Rosberg erkennt Problem sofort

Erst als er von einem Mercedes-Sprecher darauf aufmerksam gemacht wurde, dass Lewis Hamilton etwas länger von dem gleichen Problem eingebremst wurde, kapierte der Rennsieger, warum das Interesse so groß war. Der Weltmeister hatte über mehrere Runden mit seinen Ingenieuren diskutiert, wie das Problem zu beheben sei.

Doch weil Anweisungen in Sachen Lenkradeinstellungen in die Kategorie „verbotene Fahrhilfen“ fallen, musste Hamilton das Problem selbst in den Griff bekommen. Teamchef Toto Wolff äußerte Verständnis für seinen Schützling: „Eigentlich war es nur ein Schalter, der in der falschen Position stand. Aber das Energie-Management ist sehr kompliziert. Und bei 350 km/h ist es nicht so einfach, zu erkennen, wo das Problem lag.“

Rosberg war da offenbar anderer Meinung. „Ich habe den Power-Verlust gefühlt und habe auf mein Lenkrad geschaut. Über Funk wurde mir nur gesagt, dass etwas mit dem Modus nicht passt. Aber mehr durften sie mir nicht sagen. Ich habe kurz darüber nachgedacht und dann gemerkt, um was es sich handeln muss.“

Lösung für Hamilton schwieriger als für Rosberg

Hamilton zeigte sich nach dem Rennen noch sehr frustriert. „Ich habe das halbe Rennen auf mein Lenkrad geschaut. Ich wusste, dass ich etwas verstellen muss. Ich bin alle Schalter durchgegangen und habe verschiedene Sachen ausprobiert, aber nichts hat funktioniert. Am Ende habe ich es wieder in die Ausgangslage gestellt. Mir wurde dann gesagt, dass es sich von alleine regelt.“

Toto Wolff erklärte, warum es für Hamilton schwieriger zu erkennen war: „Er war zu Beginn des Rennens in einem anderen Modus als Nico. Dann ist das Problem plötzlich aufgetaucht. Er musste also erst einmal herausfinden, wodurch es verursacht war. Nico hatte erst kurz vorher in den Modus geschaltet und konnte deshalb eher ahnen, wo das Problem lag.“

Mehr Simulator-Arbeit hätte nicht geholfen

Wolff verneinte, dass Hamilton eine bessere Vorbereitung oder mehr Arbeit im Simulator bei der Lösung geholfen hätte. Der 31-jährige Pilot ist im Gegensatz zu seinem Teamkollegen ja bekanntlich kein großer Fan der virtuellen Trockenübungen.

Nach dem Rennen erklärte Hamilton, dass er immer noch nicht genau verstanden habe, wo das Problem lag. Der Brite kritisierte, dass die Technik im Vergleich zum Fahrer eine zu große Rolle spielt und das Funkverbot in seinem Fall nicht zur Verbesserung der Show beigetragen hat: „Heute hätten wir mehr Spektakel bekommen, wenn ich mit voller Power gefahren wäre. Als das Problem nicht mehr auftrat, war ich ja direkt eine Sekunde schneller.“

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