Nico Rosberg & Lewis Hamilton - GP Österreich 2016 sutton-images.com
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Rosberg gegen Hamilton

Warum kracht es so oft?

Senna gegen Prost. Piquet gegen Mansell. Alonso gegen Hamilton. Vettel gegen Webber. Das waren echte Hassduelle. Doch bei keiner Fahrerpaarung kracht es so oft wie zwischen Nico Rosberg und Lewis Hamilton. Wir sagen Ihnen warum.

Kollisionen unter Teamkollegen gab es schon immer. Nelson Piquet und Nigel Mansell sind sich 1987 in Mexiko ins Auto gefahren. Ayrton Senna und Alain Prost in Suzuka 1989. Sebastian Vettel und Mark Webber in Istanbul 2010. In allen Fahrerpaarungen lag Zündstoff. Doch es blieb bei der einen großen Karambolage. Sonst gab es höchstens Beinahe-Unfälle.

Zwischen Fernando Alonso und Lewis Hamilton kam es nie zum direkten Kontakt. Doch die Nummer von Alonso in Budapest 2007, als er Hamilton so lange in der Box blockierte, dass er keine Qualifikationsrunde mehr schaffte, hatte ungefähr die gleiche Qualität. So wie die Multi 21-Affäre zwischen Vettel und Webber.

Hamilton führt 4:1

Ganz anders das Duell der Mercedes-Piloten. Sie geraten immer wieder aneinander. Es krachte 2014 in Spa, letztes Jahr in Suzuka und Austin, und in dieser Saison in Barcelona, Montreal und Spielberg.

Das Schema ist mit einer Ausnahme das gleiche. Hamilton innen, Rosberg außen. Nur beim GP Österreich waren die Rollen vertauscht. Vier Mal ging Hamilton als Sieger hervor, ein Mal Rosberg. Beim Crash in der Startrunde des GP Spanien gab es nur Verlierer. Mercedes schrieb eine Doppel-Null. In Spa 2014 und Montreal 2016 wurde ein möglicher Doppelsieg verspielt.

Warum kracht es so oft zwischen den beiden Silberpfeil-Stars? Sie kommen menschlich bestimmt besser aus als das bei Piquet und Mansell, Senna und Prost oder Vettel und Webber der Fall war. Da herrschte Eiszeit. Trotzdem blieben sich die Problem-Kollegen mit der einen Ausnahme meistens fern.

Auch an der Ausgangsposition kann es nicht liegen. So wie Mercedes seit 3 Jahren das beste Auto stellt, traf das auf Williams 1986 und 1987 zu, auf McLaren 1988 und 1989 und auf Red Bull von 2010 bis 2013. Es ging um das größte Ziel, den WM-Titel.

Wer ist der Platzhirsch?

Es gibt aber einen gravierenden Unterschied. Hamilton und Rosberg sind vom Charakter verschiedenen. Hier fährt ein Straßenköter gegen einen Musterschüler. Ihre Vorgänger spielten alle auf dem gleichen Klavier: Unnachgiebig, auf sich fixiert, die Ellbogen immer weit ausgefahren. Piquet wusste, was er von Mansell zu erwarten hatte. Und umgekehrt. Die Härte im Zweikampf ging nur so weit, bis die Lage aussichtslos wurde. Dann zuckte der eine zurück, weil er wusste, dass der andere draufhält.

Im Fall der Mercedes-Fahrer entstand in der Außenansicht der Eindruck, dass Hamilton der harte Hund und Rosberg das Weichei sei. Hamilton kam mit seinen Aktionen mit Ausnahme von Spa 2014 immer durch. Und glaubte so, den Teamkollegen im Griff zu haben.

Das will Rosberg jetzt korrigieren. Eigentlich hat er schon in Mexiko und Brasilien 2015 damit begonnen. Er betonierte beim Start immer konsequent die Innenspur zu, so dass Hamilton außen verhungern musste.

Diese neue Zweikampfqualität nahm Rosberg mit in die neue Saison. Spätestens in Barcelona hat es Hamilton gespürt. Rosberg überholte ihn beim Start außen, und er gab auch nicht klein bei, als Hamilton zwei Kurven später ein technisches Problem des Stallrivalen zu seinem Vorteil nutzen wollte.

Niki Lauda sagte damals: „In den letzten Jahren hätte Nico dem Lewis Platz gelassen. Die Zeiten sind vorbei. Nico hält jetzt genauso dagegen wie Lewis. Und damit muss Lewis erst einmal klarkommen.“

Genau das wird für Mercedes zum Problem. Für Hamilton und Rosberg ist jedes Nachgeben eine Niederlage. Weil sie dem anderen Punkte bringt. Weil sie dem anderen Selbstvertrauen gibt. Und weil man sich damit schon für das nächste Duell in eine schlechte Ausgangslage bringt. Rosbergs Problem ist, dass er sich den Straßenköter nicht beibringen kann. Das liegt nicht in seinem Naturell. Er täte besser daran, den Teamkollegen mit Köpfchen auszutricksen.

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