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Ross Brawn zum neuen F1-Kalender

„19 Rennen bei Start im Juli“

Ross Brawn hat sich erstmals zu den Kalenderplänen geäußert, die hinter den Kulissen diskutiert werden. Der F1-Sportchef hält es für möglich, dass dieses Jahr noch 19 Rennen gefahren werden. Allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen.

Das Ende der Corona-Pandemie ist noch nicht abzusehen. Doch in der Formel-1-Zentrale schmiedet man bereits konkrete Pläne für die Zeit nach dem Shutdown. Neun Rennen mussten bereits gestrichen werden. Nun versuchen die Organisatoren einen Kalender zu erstellen, mit dem so viele Grands Prix wie möglich nachgeholt werden können.

Im Interview mit dem britischen Sender "Sky" ließ sich Ross Brawn erstmals in die Karten schauen. Nach dem aktuellen Stand stünde als erstes noch nicht abgesagtes Rennen der Grand Prix von Frankreich Ende Juni in der Liste. Der F1-Sportchef selbst glaubt jedoch nicht, dass es mit der Saison vor Juli losgeht.

Doch auch diesen Termin halten viele für optimistisch. Um so frühzeitig wie möglich loslegen zu können, schließt Brawn auch die Möglichkeit von sogenannten Geisterrennen nicht aus: "Wir hoffen, dass wir die Saison in Europa starten können. Dabei könnte es sich aber um eine Veranstaltung ohne Zuschauer handeln", erklärt der Brite.

Ross Brawn - Formel 1 - 2019
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Die Teams haben den F1-Planern beim Kalender die volle Flexibilität zugesichert.

F1-Saison in Dreierschritten

Selbst ein Rennen ohne Fans verlangt in Corona-Zeiten einige spezielle Vorbereitungen: "Wir könnten den Grand Prix in einer abgeschlossenen Umgebung durchziehen. Die Teams reisen isoliert an, wir führen sie dann an die Strecke und stellen sicher, dass jeder getestet und freigegeben wurde, um die Sicherheit aller Beteiligten zu gewährleisten."

Noch ist nicht klar, welches Rennen den Auftakt machen wird. Aktuell scheinen Spielberg oder Silverstone die größten Chancen zu besitzen, wenn sich die Corona-Lage etwas beruhigt. "Wir müssen aber auch sicherstellen, dass das erste Rennen ein richtiger Auftakt ist. Es macht keinen Sinn, die Saison zu starten und direkt danach wieder eine Zeit lang zu pausieren", gibt Brawn zu Bedenken.

Hinter den Kulissen laufen bereits konkrete Planungen, wie die Saison danach ablaufen soll. "Wenn wir Anfang Juli starten können, wäre eine Saison mit 19 Rennen logistisch durchführbar. Das wäre allerdings nicht einfach. Der Rhythmus sähe dann wie folgt aus: Drei Rennen am Stück, dann ein Wochenende Pause und dann wieder drei Rennen am Stück und so weiter."

F1 Logistik - Flugzeug - GP Mexiko
GP Mexiko
Vor allem bei Überseerennen wird die Zeit knapp, wenn mehrere Rennen ohne Pause durchgezogen werden.

China im Zweitages-Format?

Um die notwendige Zeit für die Logistik bei Überseerennen zu gewährleisten, sollen laut Brawn einige Rennen im Zweitages-Format durchgeführt werden. Das Freie Training würde dabei erst samstags stattfinden: "China ist da zum Beispiel einer der Kandidaten, wenn wir dort fahren und rechtzeitig zum folgenden Rennen kommen wollen", so Brawn.

Auch das Worst-Case-Szenario hat man im Formel-1-Hauptquartier bereits durchgespielt. Was passiert wenn es im Juli nicht losgehen kann? "Wir brauchen acht Rennen, damit es sich nach FIA-Statuten um eine legitime Weltmeisterschaft handelt. Diese acht Rennen könnten wir auch noch schaffen, wenn wir erst im Oktober anfangen. Das wäre dann aber quasi der späteste Zeitpunkt für den Start", erklärt Brawn.

Es gibt allerdings noch eine weitere Option, die durchgespielt wird: "Wir diskutieren intern bereits über die Möglichkeit, bis in das nächste Jahr zu fahren", verrät Brawn. "Die Frage lautet, ob wir die Saison im Januar beenden können? Da gibt es, wie man sich vorstellen kann, jede Menge Komplikationen."

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