Norbert Haug & Ross Brawn - GP Malaysia - 24. März 2012 xpb
1986 Lotus Renault Senna V6
1958 Hawthorn Ferrari V6
1961 Ferrari V6
1977 Renault Turbo V6 20 Bilder

Mercedes-Teamchef Ross Brawn

"Kein Aufschub für Turbo-Motoren"

Am Montag nach dem GP Monaco treffen sich alle Teamchefs und Technikdirektoren mit FIA-Präsident Jean Todt und Bernie Ecclestone in Monte Carlo. Ein Thema werden die Turbomotoren für 2014 sein. Die kleinen Teams fordern einen Aufschub. Mercedes-Teamchef Ross Brawn rät davon ab.

Bei Renault, Mercedes und Ferrari stapelt sich die Arbeit. Die Ingenieure müssen nicht nur die aktuellen V8-Motoren optimieren. Parallel dazu arbeiten sie an den V6-Turbos für 2014. "Wir sind im Zeitplan", bestätigt Renault-Marketingchef Jean-Francois Caubet. Die ersten fertigen Motoren kommen im Herbst 2013 ins Auto.

Doch vorher muss noch geklärt werden, ob die Formel 1 ab 2014 überhaupt mit den Hightech-Monstern fährt. Nicht nur die Triebwerke sind brandneu. Dazu kommen die Direkteinspritzung und der integrierte Hybridantrieb. "Ein extrem aufwendiges und technisch hochgestochenes Projekt", bestätigt Mercedes-Sportchef Norbert Haug.

Neue Motoren teurer für Kunden?

Die kleinen Teams fürchten, dass sie dafür bluten müssen. Im Augenblick bezahlen sie für die Motorenlieferung pro Jahr acht Millionen Euro. Das ist ein Schnäppchen im Vergleich zu der Zehnzylinder-Ära, in der manche Kunden über 20 Millionen Euro für den Motorenservice abdrücken mussten. "Diese Zeit wollen wir nicht wieder erleben", droht Sauber-Geschäftsführerin Monisha Kaltenborn. Force India-Chef Vijay Mallya mahnt ebenfalls die Kosten im Auge zu behalten. "Die Ausgaben für die Motoren müssen für alle tragbar sein."

Deshalb werden die Teams aus dem Mittelfeld und die Hinterbänkler bei der großen Formel 1-Sitzung am Montag nach dem GP Monaco (28.5.) das Gremium vor die Wahl stellen. Entweder die Preise für die Motoren bleiben bezahlbar, oder wir verschieben die Einführung der Turbomotoren.

Renault und Mercedes wollen Turbo-Plan durchziehen

Mercedes Teamchef Ross Brawn rät davon ab: "Es wäre ein Fehler, das ein weiteres Jahr hinauszuzögern. Wir hatten schon einen Jahr Aufschub, als wir von Vierzylinder-Reihenmotoren auf den V8 umgeschwenkt sind. Jede weitere Verzögerung wäre das falsche Signal. Es sieht dann so aus, als wüssten wir nicht, was wir wollen. Außerdem hätten die Hersteller viel Geld umsonst investiert."

Renault-Mann Caubet bestätigt: "Wir haben bis jetzt 50 Millionen Euro in die Entwicklung dieses Motors gesteckt. Wenn wir noch ein Jahr warten, kommt er nie. Für Renault ist dieser Motor aus technischen und politischen Gründen wichtig."

Da hakt auch Ross Brawn ein: "Mit diesen Regeln bekommt der Motor wieder eine Bedeutung. Der Benzinverbrauch wird auf zwei Drittel gesenkt. Da sind Technologien beteiligt, die für Automobilhersteller relevant sind. Wenn wir jemals neue Hersteller in die Formel 1 locken wollen, dann geht das nur mit einer neuen Formel. Irgendwann müssen wir es tun, und jetzt ist der richtige Zeitpunkt." Frank Williams sieht es fatalistisch: "Ich will nur einen Motor haben, mit dem ich Rennen gewinnen kann. Wenn er mehr Geld kostet, dann werden wir das Geld dazu finden."

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