Rubens Barrichello in Melbourne

Verdammte Kurve drei

Rubens Barrichello Foto: xpb 11 Bilder

Rubens Barrichello hatte nicht sein bestes Wochenende. Der Brasilianer kam wegen einer Flughafenpanne in letzter Minute in Melbourne an und rauschte an zwei Tagen drei Mal durchs Kiesbett in Kurve drei.

War es der Jetlag, weil er erst am Donnerstag morgen nach 18 Stunden Flug in Melbourne eintraf? Oder hatte Rubens Barrichello einfach nur ein rabenschwarzes Wochenende erwischt?

Rabenschwarzes Wochenende

Das sollte einem Veteran wie Barrichello nicht passieren. Am Samstag verschenkte der einen Startplatz in den Top Ten durch einen Anfängerfehler. Der Brasilianer rutschte beim Anbremsen von Kurve drei in der ersten Runde der zweiten K.O.-Runde ins Kiesbett. "Rubens wurde durch die Zusatzbremse im Heck beim Laden von Kers überrascht", entschuldigte Technikchef Sam Michael seinen Starpiloten. "Wegen unserer zahlreichen Probleme mit Kers ist Rubens im Winter nur einen Tag mit dem Hybridantrieb gefahren. Das Getriebeproblem im dritten Training am Samstag hat auch nicht geholfen."

In der Startrunde feierte Barrichello ein Wiedersehen mit Kurve drei. "Perez hat mich ins Kiesbett geschoben", zürnte der Oldie. "Aber danach ging das Auto wie die Feuerwehr. Ich habe überholt und überholt, obwohl die Heckflügel-Flachstellung bis Runde 12 nicht funktioniert hat."

Teammanager Dickie Stanford lieferte die kuriose Erklärung: "Irgendetwas im Elektroniksystem der Rennleitung war faul. Sie haben auf der Zielgeraden für Barrichellos Auto den Heckflügel gesperrt, obwohl er ein paar Mal nah genug am Vordermann war. Seine Heckflügelverstellung war auf eine Gerade im zweiten Sektor programmiert. Aber davon wussten wir natürlich nichts." Erst nach endlosen Mails hin und her, schaltete die Rennleitung Barrichellos Heckflügel an der richtigen Stelle frei. "Deshalb habe ich so lange gebraucht, an Heidfeld vorbeizukommen." Der Williams-Pilot hatte bereits die Sauber-Piloten hinter sich gelassen und nahm Kurs auf Rosberg, als Kurve drei wieder ins Spiel kam. "Ich war an Nico schon halb vorbei, aber er hat mich Ausgangs der Schikane ins Gras gedrängt", erzählt Barrichello. "So konnte Kobayashi wieder aufschließen. Ich musste mich erst mal wieder gegen den verteidigen. Rosberg wollte ich gar nicht angreifen. Der war viel zu weit weg. Weil Kamui gut aus der ersten Kurve kam und ich weniger, musste ich Kampflinie fahren. Ich war voll im Kers, bremste auf der Innenspur, aber mein Auto wollte einfach nicht anhalten. Rosberg rechnete natürlich nicht mit mir. Deshalb hat er ganz normal in die Kurve eingelenkt."

Der Mercedes-Pilot bestätigte: "Ich habe Rubens gar nicht gesehen." Nach einer Strafe und zwei weiteren Boxenstopps gab Barrichello auf. Die Antriebswelle hatte Schaden genommen. "Ich hätte Sechster werden können", beharrte der Rekordteilnehmer. "Der Speed ist gut, aber wir sind mit vielen Dingen noch im Rückstand. Der neue Auspuff kommt erst in Shanghai, uns fehlen Kers-Kilometer und Ersatzteile. Unter den Umständen wären Punkte heute echt wichtig gewesen."

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