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Rückblick: GP Deutschland 2012 am Hockenheimring

Vettel verliert Podium nachträglich

GP Tagebuch 2012 GP Deutschland Foto: Wilhelm 72 Bilder

2012 muss Sebastian Vettel seinen Podiumsplatz nachträglich wieder abgeben. Eine 20-Sekunden-Strafe wirft den Weltmeister auf Platz 5 zurück. Erinnern Sie sich noch warum? Wir blicken zurück.

15.07.2014 Michael Schmidt

Pole: Fernando Alonso (Ferrari) 1.40.621 min

1. Fernando Alonso (Ferrari) 1:31.05,862 h
2. Jenson Button (McLaren-Mercedes) + 6,949 s
3. Kimi Räikkönen (Lotus-Renault) + 16,409 s

Fernando Alonso wiederholt 2012 seinen Sieg von 2010. Diesmal ohne Stallregie. Der Spanier sitzt nicht im schnellsten Auto, doch sein Ferrari ist schnell genug, um von der Pole Position aus die Führung ein ganzes Rennen lang zu verteidigen. Zuerst gegen Sebastian Vettel, dann gegen Jenson Button. Alonso fährt das perfekte Rennen. Er lässt die Gegner auf Schlagdistanz herankommen, schont dabei die Reifen, und immer wenn er den heißen Atem von Vettel und Button spürt, gibt er Gas und vergrößert die Lücke auf zwei bis drei Sekunden.

Vettel verliert zweiten Platz in Hockenheim

Hinter dem Sieger bekommt Vettel bei Halbzeit Besuch von Button. Der McLaren-Pilot ist von Platz 6 gestartet. Nachdem er sich freigeschwommen hat, fährt Button die schnellsten Runden. Innerhalb von 30 Runden fährt er einen Rückstand von 7,2 Sekunden auf Alonso und Vettel zu. Dann entscheidet der zweite Boxenstopp das Rennen um Platz 2. McLaren stellt mit 2,3 Sekunden einen neuen Rekord auf. Button kommt an Vettel vorbei, hat den Red Bull aber schnell wieder im Rückspiegel.

Vettel weicht neben die Strecke aus, um ausgangs der Haarnadel an dem McLaren vorbeizufliegen. McLaren beschwert sich sofort bei der Rennleitung. Die Sportkommissare leiten eine Untersuchung ein. Zwei Stunden nach der Zielflagge ist Vettel seinen zweiten Platz wieder los. Schlimmer noch. Ihm werden zur Strafe 20 Sekunden zur Gesamtzeit addiert. Damit fällt er noch hinter Button, Räikkönen und Kobayashi auf Platz 5 zurück. Seine Verteidigung: "Ich wusste nicht, wo Jenson war, und wollte ihm Platz lassen", macht bei den Schiedsrichtern keinen Eindruck.

FIA-Streit schon vor dem Rennen

Red Bull fühlt sich von der FIA-Justiz verfolgt. Am Sonntagvormittag droht sogar eine Aberkennung der Trainingszeiten. Eine Routineuntersuchung der Motorkennfelder ergibt, dass bei Drehzahlen zwischen 9.000/min und 15.000/min durch Spätzündung das Drehmoment um bis zu 35 Prozent reduziert wird. Das entspricht nicht den bei der FIA hinterlegten Kennfeldern. Die Red Bull-Piloten können so früher Vollgas geben, und die Hinterreifen leben länger.

Nach einer zweistündigen Debatte kommt die FIA drauf, dass ihr Reglement zu unpräzise geschrieben ist. Red Bull hätte jeden Prozess gewonnen. In Hockenheim dürfen Vettel und Webber noch einmal mit der beanstandeten Software antreten. Für das nächste Rennen gilt eine neue Definition des Regeltextes.

Sauber sahnt in Hockenheim mit 20 Zählern groß ab. Kamui Kobayashi und Sergio Perez sind als Reifenflüsterer unterwegs und landen auf den Plätzen 4 und 6. Damit schneidet das Schweizer Privatteam besser ab als der Mercedes-Werksrennstall. Michael Schumacher und Nico Rosberg werden spät mit frischen Reifen bestückt. In der Hoffnung, dass Feld wie zuvor in Valencia von hinten aufzurollen. Doch der Trick funktioniert nicht wie gewünscht. Die Reifen bauen in Hockenheim nicht so stark ab. Die Silberpfeile landen auf den Plätzen 7 und 10. Michael Schumacher bleibt immerhin ein statistischer Trost. Er stockt sein Konto an schnellsten Rennrunden auf 77 auf.

Über die Tabelle unten finden Sie die Zusammenfassungen aller Formel 1-Rennen in Hockenheim. In unserer Bildergalerie blicken wir zurück auf die besten Momente in der Hockenheim-Historie - seit 1970!

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