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Valtteri Bottas - Mercedes - GP Singapur 2017 - Rennen
Carlos Sainz - Toro Rosso - GP Singapur 2017 - Rennen 21 Bilder

Sainz, Palmer und Vandoorne feiern bestes Resultat

Boxenstopp-Malheur stiehlt Vandoorne Platz 6

Für Carlos Sainz, Jolyon Palmer und Stoffel Vandoorne war der GP Singapur das Highlight ihrer F1-Karriere. Die einen brachten Boxenstopps nach vorne, die anderen warfen sie nach hinten. Und alle profitierten vom Startcrash und von Hülkenbergs Ausfall.

Es war nicht ihr erstes Mal in den Punkterängen. Doch so weit vorn wie beim GP Singapur kamen Carlos Sainz, Jolyon Palmer und Stoffel Vandoorne noch nie ins Ziel. Sainz unterbot sein bislang bestes Resultat gleich um zwei Plätze. Der Spanier punktete als Vierter erstmals zweistellig. Palmer schaffte mit Platz 6 sportliche Fakten. Man wird ihn jetzt nicht mehr durch Sainz ab dem GP Malaysia ersetzen können. Vandoornes 7. Rang unterstreicht die ansteigende Formkurve des Belgiers.

Carlos Sainz mochte seine 6. Plätze in der Formel 1 schon nicht mehr zählen. Vier hatte er in den vergangenen zweieinhalb Jahren bereits gesammelt. Der Spanier konnte sich bei seinem Team bedanken, dass er es so weit nach vorn schaffte. Toro Rosso schickte Sainz mit Intermediates ins Rennen und sparte sich so einen Boxenstopp. Im Gegensatz zu seinem direkten Gegner Sergio Perez musste Sainz nur ein Mal an die Box. Er wechselte in Runde 27 direkt von Intermediates auf Slicks. Perez verbrachte 29 Sekunden mehr in der Boxengasse. Der Force India-Pilot tauschte von Regenreifen auf Intermediates und schließlich auf Trockenreifen.

Auch in der zweiten Rennhälfte schwamm Toro Rosso gegen den Strom. Sainz wurde als einziger mit Supersoft-Gummis auf die Reise geschickt. „Wir wollten einen Vorteil am Ende des Rennens“, erklärte Teamchef Franz Tost. Dafür geriet Sainz in den ersten Runden nach dem Reifenwechsel unter Beschuss, weil sich die Supersoft-Sohlen im Vergleich zu den Ultrasofts von Perez langsamer aufwärmten. Der Spanier wehrte alle Angriffe hartnäckig ab und trug so seinen Teil zum besten Resultat seiner Formel 1-Karriere bei. Sainz ließ seinen Heimflug am Sonntagabend verfallen und beschloss: „Heute wird gefeiert.“

Neue Wagenheber lassen McLaren im Stich

Jolyon Palmers Schicksal war mit dem von Sainz verknüpft. Der Engländer sollte ab dem kommenden Rennen in Malaysia seinen Platz bei Renault für den Mann von Toro Rosso räumen. Es wäre wohl das Ende der Karriere des Sohnes von Jonathan Palmer gewesen. Doch Vater und Sohn wehrten sich. Ihr Vertrag ist wasserdicht. Ihre Lust auf Abfindung gering. Und die Möglichkeit, das zweite Renault-Cockpit zu blockieren, ließ den Weltkonzern zögern. Der Fall Giedo van der Garde und Sauber ist noch in zu guter Erinnerung. Renault will keine Schlammschlacht vor Gericht.

Charles Leclerc - Formel 2
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Nach dem 6. Platz von Palmer in Singapur hat das Team auch keine Handhabe wegen schlechter Leistungen mehr. Palmer hat seine 8 Punkte zum derzeit 7. Platz in der Konstrukteurs-WM beigetragen. Mit diesem Fakt wird es schwer, ihn vor die Tür zu setzen. Palmer fuhr ein solides Rennen mit konstanten Rundenzeiten, machte im Regen keine Fehler, wehrte Vandoornes Angriffe ab und schloss am Ende sogar bis auf 1,9 Sekunden zu Perez auf. „Endlich hat einmal alles geklappt. Die Strategie war gut, das Auto auch, vor allem im Regen.“

Palmer profitierte jedoch auch von einem Missgeschick bei McLaren. Vandoornes zweiter Boxenstopp ging schief. Der Belgier verlor 6 Sekunden in der Box. „Wir haben bei diesem Rennen neue Wagenheber ausprobiert. Der vordere hat nicht funktioniert. Das Auto ist vorne auf eine Seite gekippt, so dass die Mechaniker nicht gleich die Radmuttern runtergebracht haben“, fluchte Teamchef Eric Boullier. Der Franzose ist sicher: „Ohne das Problem wären wir vor Palmer gelandet. Wir haben zur richtigen Zeit auf Slicks gewechselt.“ Vandoorne kam zwei Runden vor Palmer an die Box.

Alle drei verdanken ihren Punktesegen natürlich dem Startcrash und auch Nico Hülkenberg. Der 4. Platz war für die Nummer 1 von Renault reserviert. Bis aus noch nicht geklärter Ursache ein Ölleck immer dramatischere Ausmaße annahm. Es hatte den Deutschen schon in einer Frühphase des Rennens eingebremst. Ein Sicherheitsstop warf Hülkenberg auf Platz 10 zurück. Elf Runden später war endgültig Schluss. Renault wollte nicht den Motor riskieren.

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Es sah alles nach einem maximal durchwachsenen Wochenende für Mercedes aus.

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