Carlos Sainz - Renault - GP USA - Austin - Formel 1 - Freitag - 20.10.2017 xpb
Daniel Ricciardo - Red Bull - GP USA - Austin - Formel 1 - Freitag - 20.10.2017
Sebastian Vettel - Ferrari - GP USA - Austin - Formel 1 - Freitag - 20.10.2017
Sebastian Vettel - Ferrari - GP USA - Austin - Formel 1 - Freitag - 20.10.2017
Marcus Ericsson - Sauber - GP USA - Austin - Formel 1 - Freitag - 20.10.2017
Marcus Ericsson - Sauber - GP USA - Austin - Formel 1 - Freitag - 20.10.2017 95 Bilder

Sainz schneller als Hülkenberg

Renault mit verschiedenen Programmen

Unterschiedlicher hätte der Trainingstag in Austin für Renault nicht ausfallen können. Nico Hülkenberg klagte über mangelnden Grip und eine schlechte Balance. Neuzugang Carlos Sainz hingegen war rundum zufrieden.

Besser hätte Carlos Sainz bei Renault nicht starten können. Zwei Trainingseinheiten, ein zehnter und ein elfter Platz und zwei Mal schneller als Teamkollege Nico Hülkenberg: „Wenn mir gestern einer gesagt hätte, dass ich heute schon auf Nicos Level liege, hätte ich sofort unterschrieben“, freute sich Sainz.

Im ersten Freien Training hängte der Spanier seinen neuen Teamkollegen um über acht Zehntelsekunden ab. Am Nachmittag schrumpfte der Abstand zwischen den beiden Renaults auf fünf Tausendstel. Hülkenberg gibt sich cool. „Das Ergebnis wurmt mich null. Wir sind zwei verschiedene Programme gefahren.“

Neuer Renault-Motor macht Probleme

Der Wechsel von Motor, Turbolader und MGU-H zwingt den Le Mans-Sieger von 2015 für den GP USA 2017 um 20 Startplätze nach hinten. Dazu verbauten die Mechaniker eine neue MGU-K. Hülkenberg wird das Rennen von weit hinten aufnehmen. Deshalb zweckentfremdete Renault Hülkenbergs Trainingstag laut Aussage des Piloten zu einer Testfahrt. „Wir haben Sachen ausprobiert, die wir schon an den vergangenen Rennwochenenden versuchen wollten. Da ist uns aber immer etwas dazwischen gekommen.“ Was genau er testete, wollte Hülkenberg nicht verraten.

Nico Hülkenberg - Renault - GP USA - Austin - Formel 1 - Freitag - 20.10.2017
xpb
Nico Hülkenberg landete in beiden Trainings hinter Neu-Teamkollege Carlos Sainz.

Einsatzleiter Alan Permane berichtete nach dem ersten Freien Training, dass beide Autos mit unterschiedlichen Konfigurationen unterwegs seien. Das neue Aerodynamik-Paket aus geänderten Bargeboards, neuen Bremsbelüftungen und einem überarbeiteten Diffusor will Renault erst am Samstag zusammenstecken. Es macht durchaus Sinn, dass Hülkenbergs den Großteil der Vergleichsarbeiten schulterte. Schließlich kennt der lange Rheinländer den Renault R.S.17 seit den ersten Testfahrten im Februar.

Hülkenberg schiebt das durchschnittliche Abschneiden aber nicht nur auf die verschiedenen Programme. Renault hat noch Arbeit vor sich. „Es fehlt an Grip und die Balance im Auto passt nicht.“ Dazu hemmte den Renault mit der Startnummer 27 ein Motorenproblem. Nur Hülkenberg trägt in seinem Auto die neueste Spezifikation, die ein Leistungsplus und eigentlich auch eine bessere Zuverlässigkeit verspricht. Der Fahrer selbst fühlte den zickigen Motor nicht. „Die Ingenieure haben etwas gesehen, was sie nicht sehen wollen.“ Jetzt müssen sie erst einmal analysieren.

Nach 2 Runden ein Renault-Pilot

Sainz hingegen kam ohne technische Gebrechen durch den Tag. Der Spanier spulte in zwei Trainings 54 Runden ab. Das sind fast 300 Kilometer und fast eine komplette Renndistanz. Die geht auf dem Circuit of the Americas über 56 Runden. „Es war ein reibungsloser Tag. Alles lief glatt. Ich konnte das Auto sogar unter trockenen und in nassen Verhältnissen fahren. Mehr hätte ich mir nicht wünschen können“, berichtete der Spanier.

Noch ist Sainz mit dem Renault R.S.17 laut eigenen Angaben nicht ans Limit gegangen. Fahrer und Auto sind noch keine Einheit. Wie soll es nach einem Trainingstag auch anders sein. Das Fahrverhalten des R.S.17 muss ehemaligen Toro Rosso-Mann erst ins Blut übergehen. „Ich muss mich erst noch an das Auto gewöhnen und es ein Stück weit an meinen Fahrstil anpassen. Die Lenkung, das Bremspedal und die Gaspedalannahme sind schon ganz anders als im Toro Rosso.“ Gegen sein altes Team kämpft Sainz mit Renault in der Konstrukteurs-WM. Der französische Werksrennstall muss zehn Punkte aufholen. Wie fühlt es sich an, gegen die alte Truppe zu fahren? „Nach zwei Runden war ich im Kopf ein Renault-Pilot.“

Sainz und Renault sehen die verbleibenden vier Rennen auch als Vorbereitung für 2018. Dann will Renault das Mittelfeld anführen und die Lücke auf die Topteams halbieren. Sainz will sich die Erfahrung zunutze machen, in dieser Saison zwei Autos gefahren zu haben. „Zwei verschiedene Teams, zwei verschiedene Autos, zwei verschiedene Philosophien. Was ich lerne, speichere ich ab und behalte es für mich. Dieser Erfahrungsschatz kann mir noch sehr hilfreich sein.“

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