Saisonfinale

Zweikampf bis zum letzten Rennen

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Das ewig junge Duell an der Spitze der Formel 1 hat die Schlagzeilen in der ersten Saisonhälfte bestimmt. Wir haben uns das Restprogramm von Rot und Silber genauer angeschaut und sagen Ihnen, welches Team auf welcher Strecke die Nase vorn haben müsste.

Viele waren überrascht, als sich Ferrari beim Frankreich Grand Prix mit einem Sieg im Titelrennen zurückmeldete. Strategie-Chef Luca Baldisseri hatte den Erfolg trotz vorheriger Pleiten allerdings vorausgeahnt. „Der Kurs ist schnell und der raue Belag bietet guten Grip. Das hilft uns, die Reifen auf Temperatur zu bringen.“ Und so wagte der Italiener vor dem Silverstone-Rennen die Prognose: „In England werden wir auch gut aussehen.“ Der Taktikchef sollte Recht behalten. Auf dem schnellen Kurs lag Räikkönen von den Rundenzeiten rund eine halbe Sekunde vor den McLaren.

Es gibt kaum zwei Autos im Feld, die vom Konzept her so grundverschieden sind wie der McLaren MP4-22 und der Ferrari F2007. Die Streckencharakteristik bestimmt somit maßgeblich, wer am Rennwochenende die Nase vorn hat. Vor diesem Hintergrund haben wir einmal nachgeschaut, welches Team von den kommenden Strecken am meisten profitieren könnte.

Nürburgring: Hier einen Favoriten zu bestimmen ist genauso schwer, wie das Eifel-Wetter vorherzusagen. Das Layout mit den engen, langsamen Kurven spricht eher für McLaren, der Asphalt dürfte dagegen Ferrari einen Vorteil bringen. Es ist kein eindeutiger Favorit auszumachen.

Budapest: Der Belag ist rutschig, das Tempo bleibt niedrig – es scheint als hätten die McLaren-Ingenieure den perfekten Kurs für ihr Auto gefunden. Alles andere als ein Sieg von Hamilton oder Alonso wäre eine Überraschung.

Istanbul: Der Türkei Grand Prix müsste eher dem Ferrari liegen. Auf der erst 2005 eröffneten Strecke am Rande der Bosporus-Metropole fahren die Autos auf einem rauen Belag, der viel Grip bietet. Auch von der Streckenführung spricht nichts gegen einen Ferrari-Sieg.

Monza: Der Highspeed-Kurs in der Lombardei ist nicht vergleichbar mit anderen Strecken. Die Autos fahren mit extrem flachen Flügeln. Nur vier Kurven und ein paar Schikanen zwingen zum kurzzeitigen Abbremsen. Erst nach den Monza-Tests kurz nach der Sommerpause kann man hier eine vernünftige Prognose wagen.

Spa Francorchamps: Die „Ardennen-Achterbahn“ spricht klar für den Ferrari. Schon bei den Testfahrten Mitte Juli legten Massa und Räikkönen beständig Bestzeiten hin. Auf der schnellen Strecke haben die Italiener deutliche Aerodynamik-Vorteile.

Fuji: Das zähe Kurvengeschlängel in Japan, das Ende September nach 30 Jahren erstmals wieder im Rennkalender der Formel 1 steht, dürfte leichte Vorteile für die McLaren bringen. Trotz der langen Gerade müssen die Teams ähnlich wie in Indianapolis mit relativ viel Flügel fahren.

Shanghai: Der Grand Prix von China hat eine ähnliche Charakteristik wie der Nürburgring. Ein griffiger Streckenbelag ist von Vorteil für Ferrari, in den vielen langsamen Kurven müssten die McLaren schneller gehen. Gute Voraussetzungen für ein spannendes Rennen.

Sao Paulo: Sollte es zum Saisonfinale in Brasilien noch eng an der Spitze sein, hätte McLaren die besseren Karten. Der Silberpfeil schluckt die zahlreichen Bodenwellen auf dem Kurs in Interlagos einfach besser weg.

Fazit

Der Rennkalender in der zweiten Saisonhälfte bietet für beide Teams ausgeglichen gute und schlechte Strecken. Da McLaren aktuell in der Gesamtwertung noch vorne liegt, müsste Ferrari um Aufzuholen also auch mal auf einer „McLaren-Strecke“ gewinnen. Bis zur Entscheidung sind allerdings noch viele Test- und Rennkilometer zu fahren. Und große technische Verbesserungen oder Defekte müssen natürlich auch noch einkalkuliert werden.

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