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Sauber mit vernünftiger Basis

Technik-Offensive in zweiter Testwoche

Charles Leclerc - Sauber - Ferrari - F1-Test - Barcelona - Tag 2 - 27. Februar 2018 Foto: xpb 34 Bilder

Der dritte Testtag war einer zum Vergessen. Weil das Wetter alle Pläne der Teams durchkreuzte. Die ersten zwei Testtage verbucht Sauber als Erfolg. Für die zweite Testwoche bereitet der Schweizer Rennstall einige Aero-Upgrades vor.

28.02.2018 Andreas Haupt

Sauber will weg vom letzten Platz. Dafür hat das Traditionsteam in Hinwil in kürzester Zeit ein Auto gebaut, mit dem man sich in vielen Bereichen auf neuem Terrain bewegt. Die Vorderachse, deren obere Querlenker über einen Verbindungssteg am Radträger anlenken. Die Luftdurchführung durch den Vorderbau mit den charakteristischen Nasenlöchern. Der Seitenkasten-Vorbau mit der integrierten Crashstruktur. Der längere Radstand. Kein Auto hat so viele Öffnungen für die Kühlung wie der C37. Kein anderes Team hat das Aussehen seines Autos so stark verändert wie der Sauber.

Neuer Alfa Romeo Sauber C37Sauber zeigt Auto mit Nasenlöchern

Phase eins ist abgeschlossen. Das war die Konzeption und der Bau des C37. In Phase zwei befindet sich Sauber aktuell. Man lernt das Auto kennen und verstehen. Am Montag in 63 Runden. Am Dienstag in 81 Runden. Phase drei ist es, Störfaktoren auszumerzen und die Performance zu verbessern. Die folgt nächste Woche.

Der dritte Testtag in Woche eins war ein Tag zum Vergessen für alle. Marcus Ericsson bewegte sich im Schnee- und Regengestöber von Barcelona nur ein einziges Mal auf die Strecke. Die ersten Erkenntnisse aus den ersten beiden Tagen stimmen das Team positiv. „Das Auto reagiert auf Veränderungen und neue Einstellungen wie wir es erwarten. Das ist wichtig. Vieles ist für uns Neuland. Zum Beispiel das Nasenkonzept mit den Kanälen. Für sich betrachtet funktionieren die einzelnen Elemente. Wir müssen sie jetzt noch in Einklang bringen“, sagt Technikchef Jörg Zander.

Sauber will sich nicht nervös machen lassen

Auf die Rundenzeiten legt man noch nicht viel Wert. Dafür ist es einfach zu kühl. Die Außenbedingungen und der neue glatte Asphalt erschweren es, die Reifen ins Temperaturfenster zu fahren. „Man braucht mindestens fünf Runden.“ Zu geringere Temperaturen im Reifenkern und an der Oberfläche führen dazu, dass die Autos am Kurveneingang zum Übersteuern neigen. Die Teams können das zu einem gewissen Grad über die Reifendrücke, andere Aero-Mappings und Fahrwerkseinstellungen korrigieren. Es ist aber Vorsicht geboten. Wer glaubt, ein gut ausbalanciertes Auto bei sieben Grad Streckentemperatur ist auch ein gutes bei 20 Grad, könnte schnell auf die Nase fallen.

Charles Leclerc - Sauber - F1-Test - Barcelona - Tag 2 - 27. Februar 2018 Foto: xpb
Sauber spielte in der ersten Testwoche häufig mit FloViz-Farbe.

Deshalb beschränken die Teams ihre Programme größtenteils auf Datenerhebung zur Aerodynamik, Abgleich zwischen Strecke und Windkanal sowie Zuverlässigkeitstests. Sauber strich den C37 an den ersten beiden Testtagen ein ums andere Mal mit grüner FloViz-Farbe ein. „Damit überprüft man, wie das Strömungsbild ist, ob die Luft schön über die Verkleidung streicht oder ob es ungewollte Strömungsabrisse gibt“, erklärt Zander. Sauber brachte bei manchen Runs auch Messgitter an, um Strömungsbilder zu bekommen.

Über das Potential und die Leistungsfähigkeit des neuen Alfa Romeo Sauber C37 im Vergleich zur Konkurrenz lässt sich noch wenig sagen. Sauber lag jeweils im Hinterfeld des Zeitentableaus. Für Zander aber kein Grund, sich zu sorgen. „Wenn uns nach der zweiten Testwoche noch eine Sekunde auf unseren Vordermann fehlt, müssen wir uns bis Melbourne etwas einfallen lassen. Im Moment dürfen wir uns nicht nervös machen lassen. Dafür ist das Wetter einfach zu schlecht. Sonst gelangt man ungewollt in eine Negativspirale.“

Größere Anstellung nach hinten geplant

In der zweiten Testwoche setzt Sauber plangemäß das zweite Chassis ein. Monocoque eins wird dann in Hinwil gestrippt und untersucht. Wenn alles so läuft, wie es sein soll, sind es die beiden Chassis, in denen Marcus Ericsson und Charles Leclerc zum Saisonauftakt in Australien sitzen.

Für die zweite Testwoche rüstet Sauber auf. Der Frontflügel, der den C37 in diesen Tagen ziert, ist eine Evolution des 2017er Modells. In der nächsten Woche soll die 2018er Version ans Auto geschraubt werden. Sofern es zu keinen Verzögerungen bei der Teileproduktion kommt.

Sauber plant außerdem, den Unterboden abzuändern, neue Deflektoren an den Seitenkästen zu verbauen, kleinere Finnen im Vorderbau anzubringen und die vorderen und hinteren Bremsschächte anzupassen. Für die Zukunft peilt Sauber an, den Anstellwinkel des C37 nach hinten zu erhöhen. Das Auto soll hinten aufrechter in den Federn stehen. Das soll mehr Anpressdruck bringen. Es ist aber ein langfristiges Projekt.

Das Mindestgewicht von 733 Kilogramm soll der C37 schon erreichen. Trotz Halo. „Trotz der strengen Struktur- und Belastungstests sind wir unter 12 Kilogramm Zusatzgewicht durch den Halo geblieben. Darauf können wir stolz sein“, erklärt Zander. Im Vorjahr hatte man mehr Schwierigkeiten. Zur Saisonmitte hatte der C36 etwa 10 Kilogramm zu viel mit sich herumgetragen.

Das Volumen der Kühlung ist so groß wie 2017. Obwohl der 2018er Ferrari-Motor weit stärker ist als das 2016er Aggregat, das im Sauber C36 steckte. „Da haben wir gute Arbeit geleistet, und nicht an Gewicht zugelegt.“ Groß mit Ballastgewichten können die Schweizer aber auch noch nicht spielen.

Neuester Kommentar

Die Formel 1 ist keine Sache der Vernunft, daher kann die Basis eines Formel-1-Pakets auch nicht vernünftig sein.
Es kann konservativ angelegt sein, progressiv, aggressiv, gut aussehen oder schlecht, aber eben nicht vernünftig.

Wofür Herrn Haupt offenbar der Begriff nicht einfiel, was dass wohl solide meinte, aber eben nicht vernünftig, das wäre in der derzeitigen Motorenformel auch fehl am Platz, weil Sauber in diesem Jahr bekanntlich mit dem aktuellen Ferrari-Motor fährt, so dass dieser Bereich für Sauber nicht besser ausgestattet sein kann, zumal Alfa Romeo noch kräftig Geld reinschießt.

Deutsche Sprache schwere Sprache.

Nabob 5. März 2018, 12:06 Uhr
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