Pascal Wehrlein - Sauber - GP Singapur 2017 - Rennen sutton-images.com
Peter Sauber - Formel 1 - GP Spanien - Barcelona - 12. Mai 2018
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Sauber baut Technikmannschaft aus

Was machen Wehrlein & Ericsson?

Sauber pachtet die letzten Plätze. 2017 gibt es – wenn es normal läuft – nichts mehr zu holen. In Hinwil baut man derweil das Technik-Team aus und brütet über der Fahrerfrage. Pascal Wehrlein legt sein Schicksal in die Hände von Mercedes.

Fünf Punkte hat Sauber in dieser Saison gesammelt. Vier in Spanien, einen Zähler in Aserbaidschan. Ohne das Zutun der anderen sind in den verbleibenden sechs Rennen keine Punkte mehr drin. Dafür hinkt der Sauber C36 dem Feld viel zu weit hinterher. „Aber Brasilien kommt ja noch“, übt man sich im Team in Galgenhumor. In Interlagos 2016 hatte der damalige Sauber-Pilot Felipe Nasr in einem Regenrennen zwei Punkte geholt. Dadurch zog die Schweizer Rennmannschaft noch an Manor vorbei.

Abtriebsmanko resultiert in Reifenproblemen

Der C36 erzeugt einfach nicht genug Anpressdruck. Sauber leidet bei der Entwicklung des Autos immer noch unter der Phase, als das Team finanziell zu kollabieren drohte. „Wenn du nicht entwickelst, kannst du auch nie Fehler machen. Und aus Fehlern lernt man bekanntlich“, sagt Teammanager Beat Zehnder. Deshalb will Sauber noch in diesem Jahr weitere Updates für den C36 bauen. Um zu überprüfen, ob die eingeschlagene Entwicklungsrichtung stimmt. Das ist vor allem deshalb wichtig, weil 2018 die Regeln weitgehend gleichbleiben. „Wir müssen bei der Lernkurve noch ein bisschen aufholen.“

Das Abtriebsmanko zieht weitere Probleme nach sich. Pascal Wehrlein und Marcus Ericsson kämpfen schon die ganze Saison über, die Reifen zuverlässig in ihr Arbeitsfenster zu bringen. „In Singapur haben wir selbst die Hinterreifen nicht auf Temperatur gebracht. Obwohl die Strecke auf die Hinterräder geht“, sagt Zehnder und schüttelt mit dem Kopf. „Ohne Reifentemperatur rutscht das Auto noch mehr. Dann überhitzt die Oberfläche und es wird noch schlimmer. Es ist ein Teufelskreis.“

Sauber probierte es das Jahr über mit Aerodynamik- und Fahrwerksentwicklungen. Noch haben die Maßnahmen nicht wie erhofft gefruchtet. Die Technikabteilung um Chef Jörg Zander wird weiter ausgebaut. „Wir stocken mit Personal auf. Wir wollen eine zweite Technikmannschaft aufbauen. Damit wir parallel entwickeln können. Eine Mannschaft konzentriert sich auf das alte Auto. Die andere auf das neue.“

Fahrerfrage soll bald geklärt sein

Dazu beschäftigt die Mannschaft um Teamchef Frédéric Vasseur die Fahrerfrage. Bis Ende September, Anfang Oktober soll eine Entscheidung getroffen sein. Ericsson galt durch die schwedischen Investoren bislang immer als gesetzt. Man hört im Fahrerlager aber, beide Cockpits seien zu besetzen. Das bedeutet, dass sich Ericsson nicht sicher sein kann. Der Schwede gilt im Team als ein Fahrer, der sich seiner Schwächen bewusst ist und hart arbeitet. Ericsson ist für Sauber ein umgänglicher Typ.

Marcus Ericsson & Pascal Wehrlein - F1 Live Show - London - 2017
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Marcus Ericsson und Pascal Wehrlein lieferten sich 2017 schon einige harte teaminterne Duelle.

Pascal Wehrlein wird praktisch bei jeder seiner Presserunden gelöchert. Der DTM-Meister von 2015 versucht, sich entspannt zu zeigen. „Ich mache mir keine Sorgen.“ Ob er sich seiner Situation voll bewusst ist? Schauen wir uns ganz nüchtern den Markt an. Sechs Teams sind besetzt: Mercedes, Ferrari, Red Bull, Force India, HaasF1, Renault. McLaren hat Stoffel Vandoorne bestätigt. Fernando Alonso ist eine Frage der Zeit. Er war die treibende Kraft hinter dem Motorendeal mit Renault. „Fernando hat mit Renault zwei Weltmeisterschaften gewonnen. Er ist mit unserem Team zufrieden. Ich denke, wir sollten bald zusammenkommen“, sagt McLaren-Chef Zak Brown.

Bei Williams ist Lance Stroll gesetzt. Felipe Massa wackelt. Im Gespräch sind außer Massa noch Robert Kubica, Ersatzfahrer Paul di Resta, Renaults Jolyon Palmer und Ericsson. Von Wehrlein ist keine Rede. Und selbst wenn sich dort eine Türe öffnen sollte, wäre noch die Altersfrage zu klären. Kann Williams-Partner Martini mit zwei Fahrern unter 25 Jahren überhaupt werben? Bliebe noch Toro Rosso. Doch würde Red Bulls Motorsportkoordinator Helmut Marko wirklich Wehrlein ein Cockpit geben? Einem Fahrer aus dem Mercedes-Fahrerpool? Da dürfte die Lösung nach dem Abgang von Carlos Sainz eher Daniil Kvyat und Pierre Gasly heißen.

Was ist mit Sauber? Dort will Ferrari zumindest einen seiner Nachwuchsfahrer unterbringen: Charles Leclerc oder Antonio Giovinazzi. Die Konzernspitze stattete Hinwil bereits einen Besuch ab. Sauber sagt: „Ferrari hat als unser Motorenpartner natürlich ein Interesse daran. Aber wir handeln unabhängig. Es gibt keine Klausel im Vertrag für ein Mitspracherecht. Wir wollen für uns das Beste machen.“

Wehrlein lässt Mercedes für sich verhandeln. „Ich bin ihr Juniorfahrer. Ich habe nicht das Gefühl, dass ich es besser machen könnte mit einem eigenen Berater.“ Auf andere Serien wie die DTM oder die Formel E angesprochen, weicht Wehrlein aus. Man vermisst konkrete Aussagen. Bis auf eine Ausnahme. „Ein Jahr ohne Rennen zu fahren, kann ich mir nur sehr schwer vorstellen.“ Heißt: Eine Rolle als Testfahrer strebt Wehrlein nicht an.

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