Sauber-Pech beim Boxenstopp

Gewinde auf Gewinde

Charles Leclerc - GP England 2018 Foto: sutton-images.com 69 Bilder

In Spielberg landeten beide Sauber in den Punkterängen. In Silverstone war das Kiesbett Endstation. Bei Charles Leclerc freiwillig, bei Marcus Ericsson unfreiwillig. Ohne die Panne beim Boxenstopp wäre Leclerc wohl auf Platz 6 gelandet.

So schnell kann es gehen. Beim GP Österreich der Doppelschlag. Eine Woche später in Silverstone die Doppelnull. Dabei lagen für Sauber wieder Punkte in Reichweite. Doch diesmal verließ die Eidgenossen das Glück. Charles Leclerc stolperte über ein Problem, das wir dieses Jahr schon bei den HaasF1-Piloten in Melbourne und bei Kimi Räikkönen in Bahrain gesehen haben. Beim Boxenstopp wurde das rechte Hinterrad nicht ordnungsgemäß arretiert.

Es ist immer das gleiche Szenario, das Probleme macht. Die Gewinde auf der Radnabe und der Radmutter sind so kurz und so aufeinander abgestimmt, dass der Mechaniker das Rad mit der integrierten Radmutter eine Vierteldrehung auf den Schaft legen muss. Sonst kann es passieren, dass sich das eine Gewinde in das andere drückt und dabei festfrisst.

Keine Chance zur Fehler-Korrektur

Der Mann am Schlagschrauber hat im ersten Moment das Gefühl, dass alles in Ordnung ist. Erst wenn er den Schlagschrauber abzieht, merkt er, dass das Rad Spiel hat. Da ist es aber schon zu spät. Bei einem Prozess, der sich unter 2,5 Sekunden abspielt, gibt es keine doppelte Absicherung.

Marcus Ericsson - GP England 2018 Foto: Wilhelm
Leclerc und Ericsson sahen die Zielflagge in England nicht.

Sauber hat in dieser Saison nahezu perfekte Boxenstopps hingelegt. In Monaco, Kanada und Frankreich waren die Schrauber aus Hinwil sogar die Schnellsten im Feld. Deshalb geht auch kein Vorwurf an die Boxencrew. „Wir haben in diesem Jahr mit allen Trainings vielleicht 600 Boxenstopps gemacht. Das sind 2.400 Radwechsel. Insgesamt drei davon sind schiefgegangen“, rechnet Teammanager Beat Zehnder vor.

Der Fahrer merkte sofort, dass etwas nicht stimmte. Hätte er nicht langsam an die Box zurückfahren können, um das Rad dann festziehen zu lassen? Es war ja durch das doppelte Sicherungssystem arretiert. „Wenn du das machst“, erklärt Zehnder, „kriegst du erst eine Stop-and-Go Strafe und dann gehst du beim nächsten Rennen noch 10 Startplätze zurück.“

Doppeltes Pech bei Sauber

Leclerc war zum Zeitpunkt des Boxenstopps Siebter. „Wir hätten Sechster werden können. Hülkenberg hätten wir mit seinen harten Reifen noch gekriegt“, ist Zehnder überzeugt.

Mit etwas Glück hätte es auch für Marcus Ericsson für WM-Punkte reichen können. Der Schwede fuhr erst unauffällig im hinteren Mittelfeld, war dann aber dank seines späten Boxenstopps an einer Gruppe dran, die später in die Punkte gefahren ist. Doch Ericsson verabschiedete sich auf spektakuläre Art.

Er flog in der 31. Runde in der ersten Kurve mit Karacho in die Absperrungen. Die Verzögerung beim Einschlag betrug 24G. Ericsson passierte das gleiche wie Romain Grosjean im Freitagstraining. Das DRS war noch aktiviert, als er einlenkte.

Der Fahrer gab an, mit dem Finger vom DRS-Knopf gerutscht zu sein. Für FIA-Rennleiter Charlie Whiting sind die DRS-Unfälle kein Grund, die erste DRS-Zone in Silverstone wieder abzuschaffen. „Wenn der Fahrer mit offenem Flügel durch die Kurve fährt, ist das genauso, als wenn er später bremst oder zu früh aufs Gas steigt.“

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