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Die 30 000 Euro Fracht aus der Schweiz

Für Sauber war der GP Malaysia ein kostspieliges Rennen. Durch den Einschlag eines Fremdkörpers ging das Chassis von Sergio Perez kaputt. Es musste ausgetauscht werden. Aus der Schweiz kam ein neues Monocoque. Die Extra-Fracht kostete 30.000 Euro.

Das gab es bis jetzt noch nie. Ein Chassis geht kaputt, und keiner weiß warum. FIA-Rennleiter Charlie Whiting schickte einen Brief an alle Teams mit der Frage, ob ihren Autos am Ende des Rennens ein Stück Ballast gefehlt habe. Bis jetzt bekam er keine Antwort.

30.000 Euro für die Fracht

Doch was hat dann in der 24. Runde des GP Malaysia in Kurve 13 den Kiel des Chassis 01 von Sergio Perez durchschlagen? "Es könnte auch ein Drainagedeckel gewesen sein", vermutet Sauber-Teammanager Beat Zehnder. "Die FIA lässt auch beim Veranstalter nachforschen, ob er an der Strecke irgendetwas feststellen kann."

Gleich nach dem Grand Prix war für Zehnder klar, dass Chassis 01 beim GP China nicht zu gebrauchen ist. Der Einschlag des Fremdkörpers hatte ein großes Loch in die Karbonstruktur geschlagen. Das war der Startschuss für eine große Umtauschaktion, die 30.000 Euro Frachtkosten verschlang. Innerhalb von vier Stunden haben die Mechaniker noch Sonntagnacht das Auto zerlegt, das kaputte Chassis verpackt und das mitgeführte Ersatzchassis mit Motor, Getriebe und Aufhängungen bestückt, damit es transportfähig für die Reise nach Richtung China ist.

Chassis kann repariert werden

Das beschädigte Monocoque traf am Mittwoch in der Schweiz ein. Dort wurde es mit Ultraschall auf weitere Strukturschäden untersucht. Die schlimmsten Befürchtungen bestätigten sich nicht. Das Chassis ist reparabel. "Wir schneiden an der beschädigten Stelle ein großes Stück heraus und setzen neue Karbonmasse ein." So spart sich Sauber rund 100.000 Euro. Das kostet ungefähr eine komplett neue Karbonröhre. Dafür muss die Elektronikbox ersetzt werden, an der das Geschoss abprallte. Und die ist teuer.

Während die Sauber-Mechaniker in Sepang in Sepang noch den Schadensfall abwickelten, waren die Techniker in Hinwil schon dabei, ein Reservechassis für die Reise nach Shanghai vorzubereiten. Es verließ Zürich am Dienstag und traf nach den in China üblichen strengen Zollformalitäten am Donnerstag morgen an der Rennstrecke ein. Wenn im Training kein Unfall passiert, dann bleibt das neue Monocoque für den Rest des Wochenendes in der Kiste.

Sergio Perez sitzt in dem  Chassis, das als Reserve auf dem Trip Australien-Malaysia-China mitgereist war. Die Extrakosten wurden Sauber in Sepang wenigstens durch den siebten Platz von Kamui Kobayashi versüßt. Unter dem Strich sind die sechs WM-Punkte mehr wert als 30.000 Euro, eine neue Blackbox und eine Chassisreparatur.

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