Sauber feiert bestes Trainingsergebnis

Sauber ist die vierte Kraft

Charles Leclerc - Marcus Ericsson - Sauber - GP Brasilien 2018 - Qualifying Foto: sutton-images.com 48 Bilder

Zu Saisonbeginn lag Sauber ganz hinten. Kurz vor Saisonende geht der Schweizer Rennstall zum ersten Mal als vierte Kraft in einen Grand Prix. Marcus Ericsson gelang ein Trainingssieg über Charles Leclerc, der trotzdem zwei Mal seine große Klasse aufblitzen ließ.

So einen Aufstieg hat selten ein Team geschafft. Zum Saisonauftakt beim GP Australien schlug sich Sauber mit Williams um die letzten Plätze. Die Schweizer waren froh, nach einem Jahr im Niemandsland wenigstens den Anschluss an das Feld geschafft zu haben. 20 Grand Prix später stehen die Sauber-Piloten Marcus Ericsson und Charles Leclerc auf den Startplätzen 6 und 7. In den Top Ten der Startaufstellung waren die Sauber-Piloten schon öfter zu finden, doch zum ersten Mal in dieser Saison war der augenblicklich Achte der Konstrukteurs-WM die vierte Kraft im Feld.

Die Sauber hatten schon am Freitag einen ordentlichen Eindruck gemacht, doch dass sie sich am Ende noch vor den höher eingeschätzten HaasF1 qualifizieren würden, erstaunte auch die Fahrer. „Die HaasF1 waren das ganze Wochenende schneller als wir. Wir haben damit gerechnet, dass wir hinter ihnen landen“, gab Leclerc zu. Doch dann betrieb die Mannschaft von Ericsson in der Nacht zu Samstag Feintuning am Setup und die Truppe um Leclerc verstand das Auto noch ein bisschen besser. „Marcus hat gleich eine starke Runde im Q1 vorgelegt, so dass ich gefordert war. So haben wir uns gegenseitig hochgeschaukelt und da und dort ein extra Zehntel gefunden“, erklärt Leclerc die Überraschung.

Leclercs Zitterpartie

Ericsson war durch die komplette Qualifikation ein Kandidat für die Top Ten. Der Schwede fuhr sein bestes Training überhaupt. „Die Änderungen haben vor allem im zweiten Sektor geholfen. Irgendwie hat es bei mir von der ersten Runde an eingehakt. Das ist wichtig, wenn es so eng zugeht im Mittelfeld. Es ist ein schmaler Grat zwischen Rausfliegen im Q1 und Reinkommen ins Q3.“

Marcus Ericsson - Sauber - GP Brasilien - Interlagos - Formel 1 - Samstag - 10.11.2018 Foto: sutton-images.com
Marcus Ericsson entschied das teaminterne Duell dieses Mal für sich.

Für Leclerc wurde das Q2 zur Zitterpartie. Der Monegasse hatte im ersten Versuch seine Reifen eckig gebremst und sah sich mit dem Ausscheiden konfrontiert. Als ihn das Team am Ende rausschickte, ging er ohne große Hoffnung auf die Strecke. „Die Reifen waren gebraucht, hatten einen Bremsplatten und es gab stellenweise ein paar Regenspritzer.“ Während sich alle anderen in dieser Phase verschlechterten, schaffte Leclerc noch den Aufstieg ins Q3. „Ich habe ehrlich nicht erwartet, mich zu steigern. Als ich doch geschafft hatte, habe ich vor Erleichterung in meinen Helm geschrien wie noch zuvor.“ HaasF1-Teamchef Guenther Steiner gab zu: „Wir hätten Magnussen auch rausschicken sollen, dachten aber es sei sinnlos, weil es immer mal wieder geregnet hat. Es ist ja auch nur einer aus der Art geschlagen, und das war dieser unglaubliche Leclerc.“

Die nächste Meisterleistung zeigte der angehende Ferrari-Pilot in seinem ersten Q3-Versuch. Er ging ihn mit gebrauchten Reifen an. Und war damit schneller als Romain Grosjean auf frischen Reifen. Die Steigerung auf seinem letzten Satz neuer Supersoft-Gummis blieb aus. „Ich habe einen Fehler in der letzten Kurve gemacht. Deshalb will ich auch nicht spekulieren, um wie viel schneller ich sein hätte können. Marcus hat heute einfach einen super Job gemacht. Ich bin nicht frustriert, dass er mich geschlagen hat.“

Ericssons bestes Formel 1-Jahr

Leclerc erklärt das Sauber-Wunder damit, dass der C37 von Anfang an eine gute Basis gewesen sei, man dann nach drei Rennen das Auto besser verstanden und im Verlauf der Saison viele gute Entwicklungsschritte an das Auto gebracht habe. „Das ganze Team hat fantastische Arbeit geleistet.“ Dass Teammanager Beat Zehnder jetzt bereits Force India ins Auge fasst, die 11 Punkte voraus liegen, hält Leclerc für etwas verwegen, sagt aber auch:„Wir haben Toro Rosso überholt und müssen uns neue Ziele suchen. Und die liegen vor unseren Augen.“

Marcus Ericsson erinnert Sauber daran, dass auch er einen Anteil an dem Aufschwung hatte. „Wir waren in Australien mit Williams zusammen am Boden. Dann haben wir uns als Team stark verbessert, und ich war ein Teil davon. Rückblickend muss ich sagen, dass ich meine stärkste Formel 1-Saison gefahren bin.“ Ericsson wird die Königsklasse trotzdem Richtung IndyCar verlassen. „Ich werde mir die Formel 1-Türe nicht verschließen, freue mich aber jetzt auf die IndyCar-Serie. Das ist ein langfristiges Projekt. Trotzdem will ich die letzten Rennen noch so gut wie möglich über die Bühne bringen. Das Team soll mich auch ein bisschen vermissen.“

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