Sauber gegen Toro Rosso

Das Duell um die Millionen

Charles Leclerc - Sauber - GP Brasilien 2018 - Trainingsfreitag Foto: sutton-images.com 92 Bilder

Zwischen Sauber und Toro Rosso geht es nicht nur um den achten Platz in der Team-WM, sondern auch um 3,5 Millionen Dollar. Sauber kämpfte sich in Brasilien in beiden Trainings in die Top 10 und legte blitzsaubere Longruns hin. Toro Rosso sieht sich trotzdem auf Augenhöhe – zumindest mit Pierre Gasly am Steuer.

Pierre Gasly fasst die Ausgangslage treffend zusammen. „Es sind zwei entscheidende Rennen für uns. Diese drei Punkte sind sehr kostspielig und wirken sich auf das Entwicklungsbudget 2019 aus.“ Drei Punkte, die Toro Rosso zwei Rennen vor Saisonende hinter Sauber liegt. Der Schweizer Rennstall belegt nach 19 Grand Prix den achten Rang in der Team-WM. Eine Position, die Sauber für das nächste Jahr 3,5 Millionen US-Dollar in die Kassen spülen würde. 3,5 Millionen Dollar, die von der Ausschüttung der Rechteinhaber kommen und die Toro Rosso 2019 abgehen würden.

Toro Rosso erst am Samstag mit Spec-3-Motor

Sauber ist in der besseren Position. Toro Rosso muss aufholen. Und das mit einem langsameren Auto. „ Bis jetzt haben wir sie im Griff“, resümiert Sauber-Teammanager Beat Zehnder nach dem ersten Trainingstag von Sao Paulo. Charles Leclerc lenkte seinen C37 in beiden Trainingssitzungen in die Top 10. Auto und Fahrer schmeckt das flüssige Streckenlayout mit den langen Geraden. „Es braucht hier Abtrieb und Motorleistung. Beides haben wir“, sagt Zehnder. Sauber ist nicht nur auf eine Runde schnell, sondern auch im Longrun. „Unsere Rennsimulationen waren mit beiden Autos sensationell. Doppelte Punkte sind unser Ziel.“ Momentan sieht Sauber im Mittelfeld nur einen Mann außer Reichweite: Romain Grosjean im HaasF1.

Pierre Gasly - Toro Rosso - GP Brasilien - Interlagos - Formel 1 - Freitag - 9.11.2018 Foto: sutton-images.com
Erst am Samstag wird der STR13 Hondas Spec-3-Motor tragen.

Doppelte Punkte sind auch das Ziel von Toro Rosso in Brasilien. Dafür muss eine Leistungssteigerung her. „Uns fehlt Speed auf eine Runde und im Longrun“, sagt Gasly. „Wir müssen über Nacht noch etwas finden beim Setup. Wir brauchen alle Puzzleteile an der richtigen Stelle, um Sauber zu schlagen.“ Die Positionen 12 und 15 für Gasly sowie 18 und 19 für Brendon Hartley beunruhigen Teamchef Franz Tost noch nicht.

Aus einem einfachen Grund. Beide Toro Rosso spulten ihr Freitagsprogramm mit Hondas Spec-2-Motoren ab. Erst am Samstag kommt die dritte Ausbaustufe mit 40 Mehr-PS ins Auto. „Wir sehen uns ziemlich gleichauf mit Sauber. Zumindest mit Gasly sollten wir unter die besten zehn fahren können“, sagt deshalb der Teamchef. Hinzu kommt, dass die Aerodynamik-Konfiguration funktioniert. In Brasilien fahren beide Toro Rosso mit den Fahrzeugteilen, die man im Training zum GP USA ausprobiert hatte und die einzig Hartleys STR13 im Mexiko-Rennen trug.

Sauber ist sich nicht sicher

Frontflügel, die geänderten Seitenkasten-Teile und der Unterboden entfalten in Sao Paulo die gewünschte Wirkung. Das müssen sie auch. Bei der Leistung hinkt der Honda-Motor dem Ferrari-Pendant im Sauber noch einiges hinterher. Heißt: Toro Rosso muss die Zeit in den Kurven gewinnen. „Das Upgrade stabilisiert unser Auto auf der Bremse. Zum Scheitelpunkt hin gewinnen wir Zeit“, führt Tost aus. Beim Reifenmanagement müssen die Toro Rosso noch ein bisschen zulegen. „Mit dem Supersoftreifen hatten wir leichtes Graining auf dem rechten Vorderreifen und eine kleine Blase rechts hinten. Nichts Wildes. Der Medium-Reifen war besser als erwartet. Generell sind wir mit der Leistung auf allen drei Reifentypen einigermaßen zufrieden.“

Trotz der vielversprechenden Ausgangslage für Sauber: Im Duell um die Millionen kann man sich nie sicher sein. „In der Formel 1 kann immer alles passieren. Wenn es uns am Start raushaut und Toro Rosso mit beiden Autos punktet, sieht die Welt schon wieder ganz anders aus“, weiß Sauber-Urgestein Zehnder. Bei Toro Rosso wundert man sich, dass man überhaupt mit Sauber um Platz acht kämpft. „Ich wundere mich, dass sie in dieser Saison nicht noch mehr Punkte erzielt haben“, sagt Gasly. „Ihre Partnerschaft mit Ferrari hilft ihnen. Eine Zeitlang brachten sie zu jedem Rennen Updates und waren in der Lage, konstant in die Top 10 zu fahren.“

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