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Sauber weiter im Aufwind

WM-Punkt für die Moral

Charles Leclerc - GP Kanada 2018 Foto: sutton-images.com 34 Bilder

Das Sauber-Team ist dieses Jahr schon zum vierten Mal in die Punkte gefahren. Doch die starken Leistungen von Charles Leclerc sind gleichzeitig auch ein Fluch. Ferrari hat den Youngster im Auge.

12.06.2018 Tobias Grüner

In der Schweiz bewegt sich etwas. Die Aufrüstung bei Sauber trägt diese Saison endlich regelmäßig Früchte. Nach mageren 5 Pünktchen in der ganzen Vorsaison liegen nach den ersten 7 Rennen des Jahres 2018 nun schon 12 Zähler auf dem Konto des Traditionsteams. In Montreal fuhr Charles Leclerc einen verdienten zehnten Platz nach Hause.

Es war bereits das vierte Rennen dieser Saison, in dem ein Sauber-Pilot am Ende in den Top-Ten landete. Das Geheimnis des Erfolgs liegt in einer guten Basisarbeit. Der Rennstall operiert an der Strecke wie ein Uhrwerk. Wenn die Konkurrenz Fehler macht, sind Charles Leclerc und Marcus Ericsson regelmäßig zur Stelle um abzustauben.

Gute Starts, gute Zuverlässigkeit

Charles Leclerc - GP Kanada 2018 Foto: sutton-images.com
Bei den Boxenstopps liegt Sauber auf dem Niveau der Top-Teams.

Die Piloten setzen die Vorgaben ihrer Strategen perfekt um. Mit einer cleveren und reifenschonenden Fahrweise konnte das Sauber-Duo immer wieder vor Autos landen, die von der Pace eigentlich einen Vorteil hatten. Dazu kommen gute Starts und eine starke Zuverlässigkeit. Nach Mercedes und Ferrari hat Sauber dieses Jahr die meisten Rennkilometer abgespult.

Ein weiteres Plus der Schweizer sind die schnellen Reifenwechsel. Im DHL-Pitstop-Ranking belegten die Sauber-Schrauber nach Monaco nun in Montreal bereits zum zweiten Mal in Folge den Spitzenplatz. Ericsson wurde in 2,37 Sekunden abgefertigt. Keiner war schneller. Das Spezialtraining im Winter und die Investitionen in eine verbesserte Ausrüstung machen sich immer mehr bezahlt.

Nur wegen eines verpatzten Qualifyings konnte Ericsson in Kanada nicht auch um die WM-Punkte kämpfen. Im Rennen versuchten es die Taktiker mit einem frühen Boxenstopp in der Safety-Car-Phase. Doch anschließend hing das Auto mit der Startnummer 9 meist im Verkehr fest.

Leclerc deutet Potenzial an

Charles Leclerc - Formel 1 - GP Kanada 2018 Foto: sutton-images.com
In Kanada gab es einen weiteren WM-Punkt für Leclerc.

Wenn es drauf ankommt, kann Charles Leclerc die schnellen Runden deutlich leichter aus dem Ärmel schütteln als sein schwedischer Teamkollege. Dabei war die Strecke in Montreal für den monegassischen Rookie absolutes Neuland. „Ich hatte dieses Wochenende viel Spaß hier. Seit vier Wochenenden konnten wir jedes Mal die Leistung steigern. Ich bin stolz auf mein Team und die Arbeit, die wir gemeinsam leisten“, gab der Youngster das Lob an seine Mannschaft weiter.

Zum vierten Mal in Folge brachte Sauber ein Auto ins Q2. Aber nicht nur der C37 wird schneller. Auch Leclerc selbst kommt immer besser in Schwung. „Am Anfang war noch alles neu: das Auto, die Arbeit mit den Ingenieuren, der Medienrummel. Daran muss man sich erst einmal gewöhnen. Aber mittlerweile sehen wir, welche Qualitäten Charles besitzt“, lobt Teammanager Beat Zehnder seinen Schützling. Das Urgestein im Team weiß wovon er spricht. Mit Kimi Räikkönen, Felipe Massa oder Sergio Perez begannen bei Sauber schon einige schnelle Youngster ihre Karriere.

In Montreal deutete Leclerc sein Potenzial erneut an. Schon in der Startrunde kam der letztjährige Formel-2-Champion von Rang 13 auf Position 11 nach vorne. Durch den Ausrutscher von Sergio Perez, der von Carlos Sainz in die Wiese geschickt wurde, ging es kampflos noch einen Platz nach vorne. Durch einen Undercut rutschte kurz Fernando Alonso im McLaren vorbei. Doch ein Auspuffproblem beim Spanier spülte Leclerc wieder auf den Punkterang.

Klopft Ferrari schon dieses Jahr an?

Lerclerc hat damit in seinen ersten 7 Formel-1-Rennen 10 Punkte gesammelt. Zum Vergleich: Ericsson trug in 83 Grands Prix auch nur 11 Zähler zusammen. Die starken Leistungen von Leclerc sind Fluch und Segen zugleich. Je besser der 20-Jährige einschlägt, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass Ferrari seinen Junior-Piloten vorzeitig ins Werksteam beruft.

Dass Kimi Räikkönen es nun schon im zweiten Mal in Folge verpasste, Sebastian Vettel zu unterstützen und Lewis Hamilton trotz eines schnelleren Autos Punkte zu klauen, hat man auch in Maranello zur Kenntnis genommen. Die Zukunft gehört Leclerc. Die Frage lautet nur, ob man dem Supertalent 2019 noch ein Lehrjahr bei Sauber zugesteht oder das Risiko der Beförderung jetzt schon eingeht.

Neuester Kommentar

Na, da weiss man ja gar nicht mehr, welcher Fachmann sich am besten mit den teaminternen Startegien auskennt.

Auto_MG 13. Juni 2018, 19:46 Uhr
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