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Sauber-Pleite trotz Aufwärtstrend

Hülk trauert verlorenen Punkten nach

Bei Sauber lief es im Rennen deutlich besser als im Training. Esteban Gutierrez führte zwei Runden und verfehlte seinen ersten WM-Punkt um 0,3 Sekunden. Nico Hülkenberg war auf dem Weg zu Platz acht, als seine Boxenmannschaft schlampte. Ein Rätsel bleibt, warum der Sauber plötzlich so gut ging.

Im Training blieben die renovierten Sauber hinter den Erwartungen zurück. Die Startplätze 15 und 19 waren eine Enttäuschung. Auf der Geraden fehlten zehn km/h Top-Speed. "Das Auto ist jetzt ordentlich ausbalanciert, aber uns fehlt es an Grip. Oder an Abtrieb", klagte Nico Hülkenberg.
 
Der Mann aus Emmerich konnte noch nicht einmal genau sagen, wo die Zeit genau liegenbleibt. "Gleichmäßig über die ganze Runde verteilt." Eine Teilschuld gab er den beiden harten Reifenmischungen. "Die weichen Reifen kompensieren ein bisschen von unserem Gripmanko. Da sehen wir generell etwas besser aus."

Im Rennen ist der Sauber schneller

Im Rennen lief es für Sauber deutlich erfreulicher. "Komisch, weil das Auto eigentlich schwieriger zu fahren war als im Training", wunderte sich Hülkenberg. So richtig erklären konnte sich die Steigerung keiner. Die Ingenieure vermuten, dass der Wind eine Rolle spielte. Nach zwei böigen Tagen schlief der Wind am Sonntag ein. Der Sauber C32 reagiert offenbar empfindlich darauf.
 
Auch die gestiegenen Temperaturen könnten eine Rolle gespielt haben. In den Runden 11 und 12 führte Esteban Gutierrez das Rennen sogar an. Klar, waren daran die Boxenstopps schuld, doch der Mexikaner konnte seinen Sauber im ersten Turn immerhin 13 Runden lang mit ordentlichen Rundenzeiten auf der Bahn halten. Am Schluss fehlten ihm nur 0,304 Sekunden auf Platz 10.
 
Nico Hülkenberg kam beim ersten Reifenwechsel fünf und beim zweiten sieben Runden früher an die Box als sein Kollege. "Wir haben mit drei Stopps geplant, aber Mitte des Rennens gemerkt, dass wir einen mehr brauchen", erzählte der Deutsche. Er kämpfte die meiste Zeit mit den McLaren-Piloten und Daniel Ricciardo im Toro Rosso. Alle drei landeten später in den Punkterängen.

Beim Boxenstopp ging es um eine halbe Sekunde

Das Drama spielte sich in Runde 34 ab, als die Sauber-Box seinem Fahrer nach dem dritten Reifenwechsel grünes Licht zum Losfahren gab. Zur gleichen Zeit rauschte Jean-Eric Vergne von hinten an. "Eine halbe Sekunde früher, und es wäre nichts passiert", ärgerte sich Teammanager Beat Zehnder. "Aber du versuchst halt immer ans Maximum zu gehen."

Als Vergne in die ToroRosso-Box einscherte, erwischte ihn Hülkenberg mit dem Frontflügel am rechten Hinterrad. "Ich hatte Probleme beim Wegfahren und war so mit dem Anfahrprozess und der Kupplung beschäftigt, dass ich den Toro Rosso übersehen habe." Beim Zusammenstoß gingen die linke Endplatte und die obere Etage des Flügels zu Bruch. Hülkenberg: "Das Auto fühlte sich danach gar nicht so schlecht an, aber wahrscheinlich lag das an den frischen Reifen."

Hülkenberg 135 Sekunden an der Box

Eine Runde später musste der lange Blonde zur Reparatur an die Box, vier Runden danach für eine Stop-and-go-Strafe. Hülkenberg wäre Achter geworden, hätten ihn nicht sechs Boxenstopps inklusive Zehnsekunden-Boxenstrafe 2.15 Minuten gekostet. "Dass es Punkte gegeben hätte, ist ein Fakt. Auch wenn Sutil und Grojean nicht ausgefallen wären. Die haben im Rennen den besseren Speed als wir. Es muss unser Ziel sein, dorthin zu kommen. Platz zehn hätte ich also auf jeden Fall schaffen können. Trotzdem ist es derzeit ein Kampf aus eigener Kraft in die Punkte zu fahren."

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