Sauber-Pleite von Korea geklärt

Beim Setup verkalkuliert

Kamui Kobayashi Sauber GP Korea 2011 Foto: Sauber 31 Bilder

Das Sauber-Team fing sich in Korea eine böse Schlappe ein. Während ToroRosso und Force India punkten konnten, ging der Schweizer Rennstall leer aus. Dabei hatte der runderneuerte C31 eine Woche zuvor in Suzuka ein überzeugendes Debüt gegeben. Jetzt ist das Rätsel gelöst. Die Ingenieure verkalkulierten sich mit dem Setup.

Zwischen Sauber, Force India und ToroRosso geht es um Platz sechs bis acht im Konstrukteurspokal. Oder um neun Millionen Dollar Differenz aus Bernie Ecclestones Kasse. Da zählt jeder WM-Punkt. In Suzuka verschaffte sich Sauber mit einem achten Platz von Sergio Perez etwas Luft im Kampf mit den direkten Konkurrenten. Das neue Aerodynamikpaket mit Front- und Heckflügel sowie modifiziertem Unterboden hatte voll eingeschlagen. Sauber schlug seine Gegner beim GP Japan dank höherem Speed und geringerem Reifenverschleiß.

Der Sauber fraß in Korea Vorderreifen

Nur sieben Tage später in Korea waren die weißen Autos wie verwandelt. Force India und ToroRosso fuhren außer Reichweite. Im Ziel lag sogar der Lotus von Heikki Kovalainen vor den Sauber-Piloten Kamui Kobayashi und Sergio Perez. Und das lag nicht nur daran, dass Kobayashi sich zwei Streifschüsse einfing und schließlich den Frontflügel tauschen, und dass Perez wegen eines Bremsplattens drei Runden vor Schluss einen dritten Boxenstopp einlegen musste. Die Sauber waren schlicht zu langsam und sie fraßen zuviel Reifengummi. Ganz im Gegensatz zu ihren sonstigen Gewohnheiten.

Peter Sauber war die Vorstellung ein Rätsel. "In Suzuka hat das Aerodynamikpaket noch sehr gut funktioniert, hier überhaupt nicht. Es kann gar nicht sein, dass ein und dasselbe Auto so unterschiedlich reagiert." Der Chef sollte Recht behalten. Der Kardinalfehler lag in der Abstimmung des Autos. Die Ingenieure gingen davon aus, dass der Kurs von Yeongam wegen seiner sieben Beschleunigungspassagen die Hinterreifen härter hernimmt als die vorderen Sohlen. Das ist auf den meisten Strecken der Fall. Und das war von Anfang an die Trumpfkarte des Sauber C31. Das Auto ist von seiner Grundkonzeption nett zu den Hinterreifen. Doch in Korea lag der Fall umgekehrt. Der kritische Reifen war der rechts vorne. Um ihn zu schonen hätte das Auto vorne auf mehr Abtrieb getrimmt werden müssen. Deshalb klagten die Sauber-Piloten schnell über massives Untersteuern. Und deshalb gingen die Vorderreifen ungewöhnlich früh in die Knie.

ToroRosso reagiert richtig

ToroRosso hatte den Braten schon nach dem dritten Training am Samstagvormittag gerochen. Auch bei dem Team aus Faenza war man zunächst davon ausgegangen, dass die Hinterreifen der Schwachpunkt sein würden. Bis man draufkam, dass der spezielle Asphalt von Yeongam die Verhältnisse auf den Kopf stellte. Der Belag ist ähnlich glatt wie in Montreal. Bei dieser Beschaffenheit zeigen sich die Pirelli-Hinterreifen unkritisch, auch wenn der Kurs viele Passagen aufweist, bei denen Traktion eine Rolle spielt. "Deshalb haben sich hier ausnahmsweise nicht die Hinterreifen zuerst verabschiedet, sondern die vorderen", verriet Sebastien Buemi. "Wir sind deshalb mit mehr Frontflügel als üblich losgefahren, um die Vorderreifen zu schonen."

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