Sauber im freien Fall

Schlechte Karten im Saisonendspurt

Kamui Kobayashi Sauber GP Indien 2011 Foto: Wolfgang Wilhelm 25 Bilder

Sauber hat den Kampf um Platz sechs in der Teamwertung aufgegeben. Die Schweizer müssen sich nun nach hinten orientieren. Toro Rosso wird in den letzten beiden Rennen allerdings nur schwer zu halten sein.

Nach dem Rennen in Delhi hatte es sich Peter Sauber auf einem Camping-Stuhl vor dem Sauber-Pavillon bequem gemacht. Während das Team um ihn herum die Koffer packte, zog der Chef wie immer an seiner Zigarre und ließ den Grand Prix noch einmal Revue passieren.

Viel Freude hatte er dabei allerdings nicht. Schon zum vierten Mal in diesem Jahr gab es nur ein mickriges Pünktchen für die Schweizer. Sergio Perez landete auf Rang zehn. "Wir sind klar besser gewesen als Renault. Wir sind mindestens auf Augenhöhe mit Force India. Wenn man sieht, wo wir losgefahren sind, dann ist das sicher etwas Positives", tröstete sich der 68-Jährige.

Perez-Patzer kostet zwei Punkte

Am Ende war der Patzer von Perez im Training entscheidend. Der Mexikaner hatte wie Hamilton die gelben Flaggen ignoriert und war drei Startplätze zurückgestuft worden. "Ohne den Fehler im Training hätte man zwei Punkte mehr machen können", rechnete Sauber vor.

Auch Teamkollege Kamui Kobayashi geriet zuletzt etwas in die Kritik. Sechs Nullnummern in Folge stehen mittlerweile auf dem Konto des Japaners. Mit nur zwei Zählern aus den letzten neun Rennen fand der Überholspezialist bisher noch kein Mittel den Abwärtstrend zu stoppen. In Indien war bereits in Runde eins Schluss. Eine abgerissene Ölleitung sorgte nach dem Crash mit Maldonado für das Aus.

Toro Rosso nun punktgleich mit Sauber

Sauber weiß auch, dass man den siebten Rang im Konstrukteurspokal mit solchen Ergebnissen nicht verteidigen kann. "Der Grundeindruck für die Meisterschaft ist natürlich schlecht", gibt der Teamchef zu. Alleine in den letzten beiden Rennen konnte Hauptkonkurrent Toro Rosso einen Zwölf-Punkte-Rückstand egalisieren.

Noch immer trauert Sauber den verlorenen Punkten vom Saisonauftakt in Melbourne nach. Damals mussten Perez und Kobayashi ihre Zähler für die Plätze sieben und acht wieder abgeben, nachdem die FIA Unregelmäßigkeiten an den Heckflügeln festgestellt hatte. "Ohne den sehr ungeschickten Start, wäre Toro Rosso für uns kein Thema", stellt Sauber klar.

Red Bull-Hilfe für Toro Rosso?

Dass man sich nun doch noch mit dem Rennstall aus Faenza herumschlagen muss, liegt auch an dem großen Entwicklungsschritt in Korea. Bei Sauber fragt man sich, wie die enorme Leistungssteigerung des kleinen Red Bull-Schwesterteams möglich war. Hat da etwa der große Bruder aus Milton Keynes seine Finger im Spiel gehabt?

Einen großen Konter wird es in den letzten beiden Rennen wohl nicht mehr geben. "Von der Leistung her wird am Auto nichts mehr verändert", erklärt Sauber. Auch sonst gibt es wenig Grund zur Hoffnung. "Die beiden Rennstrecken dürften uns ganz gut liegen. Aber die liegen den anderen leider auch gut."

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