Sauber holt 21 Punkte in vier Rennen

Nur Renault war aus dem Mittelfeld besser

Charles Leclerc - Sauber - Formel 1 - GP Abu Dhabi  -24. November 2018 Foto: xpb 57 Bilder

Sauber war im Schlussspurt der Formel 1 das zweitbeste Team aus dem Mittelfeld. 21 Punkte aus den letzten vier Rennen wurden nur von Renault überboten. In Abu Dhabi gab es sogar die Chance auf mehr Zähler.

Sauber hat den 8. Platz in der Konstrukteurs-WM souverän verteidigt. Und den 7. Rang nur um 5 Punkte verfehlt. Im Schlussspurt der Saison war von den Mittelfeldteams nur Renault besser. Der französische Werksrennstall holte in den letzten vier Rennen 30 Punkte, Sauber 21, HaasF1 und Force India je 9.

Hätte der Schlussspurt der Schweizer ein wenig früher begonnen, wären auch noch Force India oder sogar McLaren in Bedrängnis gekommen. „Uns stand in den letzten Rennen ein paar Mal zu oft ein HaasF1 im Weg“, meinte einer aus dem Team. Marcus Ericsson schloss sein letztes Rennen für Sauber mit den Worten ab: „Wir können alle stolz auf das sein auf das, was wir erreicht haben.“

Insgesamt hat der Letzte des Vorjahres 16 Mal gepunktet. Charles Leclerc brachte zuletzt drei Mal in Folge sein Auto als Siebter ins Ziel. In Abu Dhabi wäre sogar mehr möglich gewesen für Sauber, glaubt Teammanager Beat Zehnder. Ein Mal, weil Ericsson nicht die Zielflagge sah: „Marcus wäre sicher in den Punkten gelandet.“

Der Boxenstopp des Schweden, der zum Zeitpunkt des Ausfalls auf Rang 8 lag, war für Runde 34 geplant. Zehn Runden vorher rollte er aus. Ein Riss im Auspuff ließ die Temperaturen im Umfeld so stark ansteigen, dass Sensoren und Kabel verschmort wurden. Dabei stieg die Elektrik aus.

Leclerc musste zwei Autos überholen

Ob Charles Leclerc mit dem Boxenstopp in der VSC-Phase richtig beraten war, darüber streiten sich die Gelehrten. Prinizipiell war der frühe Stopp richtig. Sieger Lewis Hamilton hat es ja demonstriert. Doch Leclerc musste gleich nach dem Boxenstopp die Autos von Lance Stroll und Kevin Magnussen überholen. Die aggressive Gangart im frühen Leben der Reifen forderte ihren Tribut. Die Temperatur der Vorderreifen kletterte jenseits der erträglichen Grenze.

Charles Leclerc - Sauber - GP Abu Dhabi 2018 Foto: Wilhelm

Leclerc musste lange langsam fahren, um die Reifen wieder in ihr Fenster zu bekommen. Deshalb hing er so lange hinter Fernando Alonso fest. Hätte der künftige Ferrari-Pilot nach dem Boxenstopp freie Fahrt gehabt, hätte sein Speed ausgereicht, den Rückstand auf Carlos Sainz unter den erforderlichen 21 Sekunden zu halten, ist Zehnder überzeugt. Der Spanier kam erst in Runde 37 an die Box. Mit 23,5 Sekunden Luft. „Renault war nicht schneller als wir“, beharrt Zehnder.

Mit Platz 8 steigen die Ansprüche

Das Risiko, gleich in der Safety-Car-Phase der ersten Runde seine Hypersoft-Reifen loszuwerden, war Sauber zu groß. Man traute den Supersoft-Gummis keine Renndistanz im Renntempo zu. Es wurde in den letzten Runden auch so gegen Sergio Perez eng. Der Mexikaner hatte neun Runden frischere Reifen. Leclerc zeigte auch in der Verteidigung seiner Position seine Klasse. Perez war eine halbe Sekunde pro Runde schneller, kam aber sechs Runden lang nicht am Sauber vorbei.

Für Sauber ging die Saison mit einem weiteren Highlight zu Ende. Teamchef Vasseur erinnerte an den Aufstieg von ganz unten und regelmäßigen Schritte nach vorn. Kein Team hat sich vom ersten bis zum letzten Rennen so gesteigert wie Sauber. Doch jetzt steigen auch die Ansprüche. „Die Ziele sind größer geworden, die Motivation ist in allen Abteilungen hoch.“ Dem 8. Platz muss mit Kimi Räikkönen und Antonio Giovinazzi 2019 der nächste Schritt folgen. Und der steht auch schon fest: Sich im vorderen Mittelfeld etablieren.

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