Schiefer Haussegen bei BMW

Foto: Daniel Reinhard 80 Bilder

Nick Heidfeld steht bei den Bayern unter Druck, doch der wehrt sich. Dass alle nun das Loblied auf das angeblich neue Wunderkind Robert Kubica singen, frisst den Mönchengladbacher an.

Nick Heidfeld mühte sich in Japan mit den viel zu weichen Michelins auf Platz acht ab, als Robert Kubica von hinten herangeeilt kam. Der Pole war bis zu einer Sekunde pro Runde schneller als sein Teamkollege. Prompt kam der Funkspruch an Heidfeld: "Kubica ist schneller." Der Hintermann bekam "Du darfst Heidfeld angreifen" zu hören.

Stallorder ist offiziell verboten, daher meldete sich der Kommandostand leicht verklausuliert bei seinen Piloten. Die Botschaft an Heidfeld hieß im Klartext: "Lass Kubica vorbei!" doch der Angesprochene ignorierte den Auftrag. Sogar als Sportchef Mario Theissen sich meldete, schaltete Heidfeld auf stur und brachte Rang acht für sich nach Hause.

Sein oder Nichtsein

Weil gegen Toyota jeder Punkt im Kampf um den Konstrukteurspokal zählt, sollte der schnellere Kubica freie Bahn haben. Heidfeld verteidigte sich damit, dass sich seine Reifen noch erholt hätten und dass der Pole nach einem Ausritt aus dem Rückspiegel verschwand. Schneller zu sein und dann zu überholen sind hier in Suzuka zwei verschiedene Dinge", sagte Kubica.

In dem Duell geht es um mehr als nur die interne Hackordnung sondern um Sein oder Nichtsein. Mit vier Trainingssiegen gegen Kubica kann Heidfeld seinen gefallenen Marktwert wieder steigern. Es nervt, wenn der Teamkollege als Wunderkind verkauft wird, man selbst aber nach sieben Jahren noch als graue Maus gilt.

Nick Heidfeld: Gleiche Situation wie gegen Räikkönen

"Ich führe nach Trainingsduellen 4:1 und nach Punkten 9:6. Wenn Kubica so eine große Nummer ist und ich ihn schlage, was bin ich dann?" fragt Heidfeld. "Quick Nick" kennt das Spiel schon. 2001 mit Kimi Räikkönen war die Situation bei Sauber nicht anders. Damals schlug Heidfeld den finnischen Überflieger im Training mit 10:7 und nach Punkten 13:9.

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