Schlechte Karten für Heidfeld

Foto: Daniel Reinhard

Frank Williams dämpft die Hoffnungen des Deutschen auf ein Cockpit in seinem Team. Der Engländer favorisiert klar seinen Test- und Aushilfsfahrer Antonio Pizzonia.

"Wie denken, dass unser derzeitiger Testfahrer Antonio Pizzonia der wahrscheinlichste Kandidat für unser zweites Cockpit ist", sagt der Teamchef. Williams räumt zwar ein, dass es bisher keine endgültige Entscheidung gebe, aber Nick Heidfeld müsste bei seinem Test am 9. Dezember schon ein kleines Wunder vollbringen, um den Brasilianer aus dem Feld zu schlagen.

Pizzonia ist, unterbrochen von einem wenig erfolgreichen Jaguar-Intermezzo, zwei Jahre lang Testfahrer bei den Weißblauen gewesen und hat sich in der abgelaufenen Saison als Ersatz für den verletzten Ralf Schumacher gut in Szene gesetzt. Die Williams-Verantwortlichen schätzen Pizzonia als Test- und Rennfahrer. Er ist eine bekannte Größe.

Zwei Tage für Heidfeld

Pizzonia wird auch die Testfahrten vom 24. - 26. November in Barcelona für Williams eröffnen. In den folgenden zwei Wochen stehen jeweils dreitägige Tests in Jerez an. Am ersten Tag wird Pizzonia Referenzzeiten fahren, dann dürfen der bisherige BAR-Testfahrer Anthony Davidson und Jordan-Fahrer Nick Heidfeld für jeweils zwei Tage ans Lenkrad.

"Wir wollen verwertbare Resultate bei jedem Einsatz eines unserer Fahrer. Jeder Schlag muss sitzen. Wir wollen einen erfahrenen Fahrer", sagt Williams. Das klingt allerdings wie eine maßgeschneiderte Stellenausschreibung für Nick Heidfeld. Für den Rheydter ist der Williams-Test der dickste und vielleicht auch letzte Formel 1-Strohhalm.

Holländer bei Jordan beliebt.

Hinter ihm ist die Jordan-Tür schon fast zugefallen. Obwohl Teamchef Eddie Jordan den Deutschen bei jeder Gelegenheit lobt, wird er ihn nur im Notfall weiter beschäftigen. Jordan braucht Geld. Das erste Cockpit erhält Toyota-Testfahrer Ryan Briscoe als Gegenzug für einen Motorenvertrag mit den Japanern - auch wenn Jordan betont, dass die Einstellung des Australiers keine explizite Bedingung gewesen sei.

Zudem wird am 1. Dezember der bei Mercedes in Ungnade gefallene DTM-Pilot Christijan Albers testen. Sponsoren aus den Niederlanden sind Jordan offenbar die Liebsten, denn auch der bei den letzten drei Grand Prix als Freitagstester eingesetzte Robert Doornbos wird von Jordan über den Klee gelobt.

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