Schlechte Verlierer

Nachkarten im Diffusorstreit

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Die Verlierer im Diffusorstreit wollen sich mit dem FIA-Urteil nicht abfinden. Renault-Teamchef Flavio Briatore hat nun sogar gedroht, bereits zugesagte Prämien nicht an Brawn GP auszuzahlen.

Das Urteil ist gesprochen, doch die Verlierer des Rechtsstreites wollen es nicht wahrhaben. Auch nachdem die FIA-Richter die doppelstöckigen Diffusoren für legal erklärt haben, schlagen die Wellen weiter hoch. Flavio Briatore attackierte alle und jeden, bezeichnete die Fahrer in den überlegenen Autos als "Weinhändler" und "Nachtwächter". Gewisse Kreise bei Ferrari vermuten hinter dem Urteil eine Verschwörung gegen die Rädelsführer der Teamvereinigung FOTA.

BMW will die Begründung des Urteilsspruchs nächste Woche abwarten, bevor man sich entscheidet, ob man in Berufung geht. Der WM-Dritte des Vorjahres hatte separat protestiert und glaubt bessere Argumente zu haben als Ferrari, Renault und Red Bull. "Das müssen sie auch", erklärt Williams-Technikchef Sam Michael. "Wenn die FIA den Eindruck gewinnt, dass sie den Richtern nur Zeit stehlen wollen, kann das teuer werden."

Kein Geld für Brawn GP?

Renault-Teamchef Flavio Briatore schlägt vor, Brawn GP das Geld zu verwehren, das ihnen aus Bernie Ecclestones Einkünften zusteht. Dazu müssten alle Teams zustimmen, dass Brawn GP das offizielle Nachfolgeteam von Honda ist. Würden die zweifachen Saisonsieger als Neuzugang eingestuft, müssten sie zwei Jahre auf die erste Auszahlung warten. Formal hatten die Teams Ross Brawn bereits ihren Segen gegeben, doch das war vor der Saison und von der Erleichterung geprägt, dass mit dem Fortbestand des Rennstalls weiter 20 Autos am Start stehen.

Da sich Ross Brawn im Diffusorstreit unversöhnlich zeigte, droht der Anti-Diffusorclub damit, die Unterschrift unter das entsprechende Dokument zu verweigern. Brawn will das heikle Thema nicht kommentieren. Eine kleine Spitze erlaubt er sich dann doch: "Das wäre Flavios Stil, dieses Problem zu lösen."

Auch Brawn mit Druckmittel

Brawn hat auch ein Druckmittel zur Hand. Er könnte der Teamvereinigung FOTA seine Mitgliedschaft verweigern. Damit wäre die dritte Macht im Staat gestorben. Der Hobbyangler will soweit aber nicht gehen. "Es wäre unprofessionell Sport und Politik zu vermischen. Auf der Rennstrecke sind wir Gegner. Deshalb können wir trotzdem für gemeinsame Ziele kämpfen."

Briatores Kritik an den umstrittenen Diffusoren wurde mit jedem Tag ein bisschen leiser. Am Donnerstag hatte er noch das korrupte System angeklagt, das die Hersteller aus der Formel 1 treiben wird. Am Samstag meinte er nur noch: "Wir hätten schon im Januar eine Entscheidung über den Diffusor treffen sollen."

Auch Renault im Diffusor-Club

Der Renault-Teamchef ist just seit Samstag selbst Mitglied in der Diffusor-Liga. Nach Fernando Alonsos zweitem Startplatz staunte der wortgewaltige Italiener: "Ich hätte nicht gedacht, dass der Schritt auf Anhieb so groß ist." Alonso versuchte auf dem Teppich zu bleiben. Er wusste, dass er weniger Sprit an Bord hatte als alle anderen Fahrer in den Top Ten. "Wir sind auf dem richtigen Weg. Doch der Diffusor allein wird uns nicht nach vorne bringen. Das ganze muss im Paket funktionieren."

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