Honda - Formel 1 xpb
Honda - Formel 1-Motor - V6 - 2015
Formel 1 - Honda V6 - Turbomotor
Honda-Motor - Formel 1 - GP Japan - Suzuka - 26. September 2015
Honda-Motor - Formel 1 - GP Japan - Suzuka - 26. September 2015 11 Bilder

Schmidts F1-Blog zum Honda-Ausstieg

Schmidts F1-Blog zum Honda-Ausstieg Immer diese Ausreden

Honda verlässt die Formel 1 mit dem Argument, dass man die Ressourcen auf die Entwicklung von Zukunftstechnologien konzentrieren muss. Das ist die Standardausrede der Hersteller. Und sie stimmt noch nicht mal, meint Michael Schmidt.

Zum vierten Mal nach 1968, 1992 und 2008 verabschiedet sich Honda aus der Formel 1. Die Begründung von heute liest sich so wie die vom letzten und vom vorletzten Mal. Als hätte einer den Text aus der Schublade gezogen und aktualisiert.

"Honda muss seine Ressourcen bei der Entwicklung von Zukunftstechnologien bündeln, zu denen vor allem die Brennstoffzellen-Technik und Batterie-elektrische Antriebe gehören", heißt es da im offiziellen Pressetext.

Wenn Honda konsequent sein wollte, müssten sie auch ihr Indy-Programm auf den Prüfstand stellen. Red Bull und Alpha Tauri heucheln Verständnis, was man wohl damit erklären kann, dass man sich in diesem Geschäft immer zwei Mal trifft. Da ist es besser keine verbrannte Erde zu hinterlassen.

E-Fuels als Rechtfertigungsbrücke

Ich kann den Honda-Ausstieg überhaupt nicht verstehen. Immer diese Ausrede mit den neuen Technologien, um die man sich jetzt kümmern muss. Die Formel 1 hat 2014 den Herstellern eine Technologie aufgezwungen, aus der die effizientesten Hybridantriebe entstanden sind, die es gibt.

Mehr als 50 Prozent der Wärmenergie wird in Vortrieb umgesetzt. Ein normaler Benziner liegt bei knapp über 30 Prozent. Hat Honda irgendetwas von dieser Technologie in seinen Straßenautos verbaut? Die MGU-H vielleicht oder die Vorkammerzündung? Ich wüsste nicht, welcher Serien-Honda da Anleihe nimmt?

Honda - Formel 1
xpb
Red Bull muss sich nach dem Abschied von Honda einen neuen Partner suchen.

Die Formel 1 baut den Herstellern mit der Einführung von 100 Prozent synthetischen Kraftstoff eine Brücke, ihr Motorsport-Engagement zu rechtfertigen. Das ist so viel oder so wenig CO² neutral wie ein Elektroantrieb. Nur ohne den Rucksack irgendwelche Rohstoffe aus der Erde zu graben. Das Formel 1-Management hat sich zum Ziel gesetzt, dass der gesamte Sport ab 2030 auf und neben der Strecke emmissionsfrei sein soll. Honda nimmt sich in seinen Plänen 20 Jahre mehr Zeit.

Entwicklungsbeschränkung wegen Honda

Der Weltverband hat die Kosten für Motorenhersteller bereits durch Entwicklungs- und Prüfstandsbeschränkungen deutlich heruntergefahren. Das ist hauptsächlich auf Betreiben von Honda passiert. Der Dank ist, dass sich Japaner jetzt abseilen.

Unter den neuen Regeln wird ein Motorenengagement in der Formel 1 rund 100 Millionen Dollar kosten. Das ließe sich noch drücken. Was sind 100 Millionen angesichts der Summen, die Honda in ihre neuen Technologien investieren muss?

Die Rechteinhaber haben mit dem neuen Concorde Abkommen Planungssicherheit für alle geschaffen. Die Teams können dann im besten Fall ein Profitcenter werden. Ein Budgetdeckel für die Motorenentwicklung ist im Gespräch. Was will Honda mehr?

Natürlich kann jeder Autokonzern für sich entscheiden, ob er Motorsport betreibt oder nicht. Es wäre nur aufrichtiger, wenn er sich nicht hinter irgendwelchen schön klingenden Ausreden versteckt. Honda steigt aus, weil sie auf absehbare Zeit keine Chance sehen, den Klassenprimus Mercedes einzuholen. Das war bei den Abschieden vor 52, 38 und zwölf Jahren nicht viel anders.

Honda - Formel 1
xpb
Honda kommt, Honda geht - wann werden wir die Japaner wiedersehen?

Honda-Ausstieg nur der Anfang?

Das Gute an Honda ist, dass sie immer zurückgekommen sind. Im Grunde waren die Japaner immer Racer. Man kann nur hoffen, dass aus dem Honda-Ausstieg keine Lawine entsteht. Auch 2008 machte Honda den Anfang. Ein Jahr später waren Toyota und BMW weg und Renault privatisiert.

Hier zeigt sich die Schwäche des aktuellen Motoren-Reglements. Der Antrieb ist zu teuer, als dass man ihn durch Einnahmen von den Kunden refinanzieren könnte. Bei Honda kam dazu, dass Red Bull offizielles Werksteam ist. Die bezahlen gar nichts.

Red Bull wird sich einen neuen Partner suchen müssen, auch wenn es zum Schluss wieder Renault sein muss. Der Renault V6-Turbo ist nicht die schlechteste Lösung. Er ist im Moment der zweitbeste Motor in der Formel 1.

Doch vielleicht sollte Red Bull mal seinen Kontakt zum VW-Konzern auffrischen. Dort hat Konzernchef Herbert Diess kürzlich erklärt, dass die Formel E eigentlich vergebliche Liebesmüh ist, und dass man besser in eine Formel 1 mit E-Fuels einsteigen soll. Mit Red Bull hätte VW den perfekten Partner zum Einstieg.

Mehr zum Thema Red Bull F1
Max Verstappen - GP USA 2021
Aktuell
Pierre Gasly - Alpha Tauri - Formel 1 - GP Russland - Sotschi - 24. September 2021
Aktuell
Red Bull - Showrun - New York - 2021
Aktuell
Mehr anzeigen