Daniel Ricciardo - GP Frankreich 2019 Motorsport Images

Schmidts F1-Blog zum Thema Strafen

Genug ist genug!

Schon wieder wurde ein Ergebnis durch ein Urteil der Sportkommissare verfälscht. Jetzt ist es langsam genug. Die Strafen in Paul Ricard waren genauso lächerlich wie die für Vettel in Montreal oder Verstappen in Monte Carlo, meint Michael Schmidt.

Zum dritten Mal in Folge ist ein Grand Prix am grünen Tisch entschieden worden. In Monte Carlo war Max Verstappen Zweiter auf der Strecke und Vierter im Ergebnis. In Montreal wurde Sieger Sebastian Vettel auf den zweiten Platz strafversetzt. Auch Ricciardos siebter Platz beim GP Frankreich überlebte nur zwei Stunden und 50 Minuten. Dann bekam der Australier gleich zwei Fünf-Sekunden-Strafen. Und das auch noch für die einzige spannende Szene im ganzen Grand Prix.

Ich glaube, sagen zu dürfen: Genug ist genug! Das Problem mit der ganzen Straferei ist, dass wir immer mehr Präzedenzfälle schaffen. Die Sportkommissare können gar nicht mehr anders entscheiden. Wenn Vettel in Montreal eine Strafe bekommt, dann muss das gleiche auch für Ricciardo in Paul Ricard gelten.

Doch was ist schon groß passiert? Ricciardo ist zwei Mal neben der Strecke gewesen. Na und? Das passiert im harten Zweikampf. Er hat sich damit zum Teil selbst geschadet. Beim ersten Mal ist er einfach zu spät auf der Bremse. Ich kann da keinen Plan von Ricciardo erkennen. Er kommt zwar an Norris vorbei, muss aber Räikkönen durchlassen. Und Kimi überholt er erst, als er wieder alle vier Räder auf der Strecke hat.

Sergio Perez - GP Frankreich 2019
Motorsport Images
Perez kassierte für das Abkürzen in der Startrunde eine Fünf-Sekunden-Strafe.

Perez fährt wie angewiesen

Die Strafe gegen Sergio Perez war genauso lächerlich. Der Mexikaner musste nach dem Start in der dritten Kurve in die Auslaufzone ausweichen, und er ist genau den Weg gefahren, den die Regelhüter dafür vorgesehen hatten.

Er wurde bestraft, weil er sich an anderer Stelle ins Feld wieder eingeordnet hat. Ja glaubt denn einer ernsthaft, dass sich ein Fahrer im Startgetümmel merken kann, wo genau er war? Soll Perez vielleicht an der Kreuzung zur Strecke warten, bis der Fahrer vorbeikommt, der vorher genau vor ihm lag und dann mitten ins Feld stechen?

Wenn ihr Aktionen wie die von Ricciardo und Perez verhindern wollt, baut Kiesbetten statt Asphalt oder gleich eine Mauer. Das ist dann aber auch wieder nicht Recht, wie das Beispiel Vettel in Montreal gezeigt hat. Da stand eine Mauer. Pech für Hamilton.

In Paul Ricard war ein Stück Asphalt neben der Strecke. Pech für Norris und Räikkönen. Die Sportkommissare sahen es anders. Sie werden dafür sorgen, dass in Zukunft noch weniger überholt wird. Die Formel 1 schießt sich gerade wieder mal selbst in den Fuß.

Villeneuve vs. Arnoux - GP Frankreich 1979 - Dijon
Motorsport Images
In Jahr 1979 bekämpften sich Villeneuve und Anoux auf und neben der Strecke.

Dijon-Duell heute nicht vorstellbar

Was Ricciardo gemacht hat, erinnerte mich ein bisschen an das berühmteste Duell der Formel 1 aller Zeiten. Gilles Villeneuve gegen René Arnoux, ziemlich genau vor 40 Jahren in Dijon. Schauen Sie sich die letzten sieben Runden mal auf YouTube an!

Es gibt da eine Sequenz, da überholen sich Villeneuve und Arnoux kurz hintereinander zwei Mal neben der Strecke. Gab es Strafen? Die kannte man 1979 nur bei Frühstars. Wahrscheinlich hätte es dieses Duell so nie gegeben, wenn die Regeln damals schon so strikt gewesen wären.

Ich meine, da braucht man keine Regeln, sondern nur einen gesunden Menschenverstand. Wenn einer mit 300 km/h eine Schikane über eine asphaltierte Auslaufzone abkürzt, müssen wir nicht diskutieren. Dann muss der Fahrer strafweise einmal durch die Box.

Wenn einer grob fahrlässig oder absichtlich ein anderes Auto von der Strecke schiebt, gehört er mit der schwarzen Flagge aus dem Rennen geholt. Und wenn das Team seinen Fahrer nach einem Boxenstopp einem anderen Auto vor die Nase schickt, dann muss das Team bestraft werden, und nicht der Fahrer. Der kann ja noch nicht einmal sehen, wer da hinter ihm durch die Boxengasse fährt.

GP Frankreich 2019: Die Zahlen zum Rennen in Le Castellet

Daniel Ricciardo - GP Frankreich 2019
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