GP China 2018 - Countdown to 1.000 Grands Prix ams

Schmidts F1-Blog zum 1.000. Grand Prix

Es gibt nur eine Zählweise

Kurz vor Toreschluss stehen die Zweifler auf der Matte. Der 1000. Grand Prix sei gar nicht der 1.000.Grand Prix sagen die ganz Schlauen, weil ja elf Mal das Indy 500 dazu zählte. Michael Schmidt widerspricht dieser Theorie.

Ich kann ja so manchen Rechenkünstler verstehen. Ich hätte den 1.000.Grand Prix der Geschichte auch lieber an einem anderen Ort gefeiert als in Shanghai. Da muss sich doch in der Geschichte des schnellsten Sports der Welt irgendeine Ungereimtheit, ein Rechenfehler oder gar eine ganze Serie von Rennen finden lassen, die da gar nicht hin gehören. Und dann wäre nicht der GP China 2019 das Jubiläum, sondern der GP Singapur in diesem Jahr oder der zehnte WM-Lauf 2020.

Pünktlich in der Woche vor dem „runden Geburtstag“ fällt den ganz Schlauen auf, dass zu den 1.000 Grands Prix auch elf Mal die 500 Meilen von Indianapolis zählen, die überhaupt nichts mit der Formel 1 zu tun hatten. Da fuhren andere Fahrer nach anderen Regeln mit anderen Autos.

Und dann wären ja noch die Jahre 1952 und 1953, als die Formel-1-Weltmeisterschaft mit Formel-2-Autos ausgetragen wurde. Diese 17 Grands Prix müsste man genau genommen auch noch abziehen, wenn man richtig rechnet.

Alberto Ascari - GP England - 1952
Motorsport Images
Alberto Ascari wurde 1952 und 1953 Weltmeister, als die Formel 1 mit Formel-2-Autos fuhr.

F1-Fahrer starten beim Indy 500

Sorry, aber diese Zählweise ist nun mindestens genauso an den Haaren herbeigezogen, wie das Indy 500 als Teil der GP-Geschichte. Damals gab es gute Gründe dafür. Als die FIA eine Weltmeisterschaft für Formel-1-Autos beschloss, da stand der amerikanische Vertreter auf der Matte und fragte in die Runde: Was ist das für eine Weltmeisterschaft, wenn alle Rennen in Europa stattfinden? Er bestand zurecht auf einem Grand Prix in den USA.

Dummerweise hatten die Amerikaner damals keine GP-tauglichen Rennstrecken. Und da zog man in der Not das Indy 500 hervor. Es lief zwar elf Mal parallel ohne Einfluss auf die Titelvergabe zur restlichen Saison.

Doch so ganz isoliert war der Klassiker im Nudeltopf dann doch nicht. Ferrari trat 1952 offiziell mit Alberto Ascari in Indy an. Auch mit dem Ziel, dort Punkte für die WM zu sammeln. Und dieser Start in der Exklave zählt auch ganz offiziell zu den 32 GP-Einsätzen des zweifachen Weltmeisters.

Auch für den Einsatz von Formel 2-Fahrzeugen über zwei Jahre hinweg gibt es eine plausible Erklärung. 1952 und 1953 waren einfach nicht genug Formel-1-Autos auf dem Markt. Es war eine Notlösung, zu der die FIA noch heute greifen würde, würden der Formel 1 auf einen Schlag fünf Teams wegbrechen.

Michael Schumacher - GP USA - Indianapolis - 2002
Motorsport Images
Zwischen 1950 und 1960 gehörte das Indy 500 zum Formel 1 Weltmeisterschaft.

Formel-1-Historie nicht nach Schema F

Ich finde, die elf Ausflüge nach Indianapolis zählen genauso zur Geschichte wie die zwei Jahre mit den Autos der zweiten Kategorie. Es ist ein Kuriosum, das den Charme der frühen Jahre der Formel 1 ausmacht. In der USAC, dem Vorläufer der heutigen IndyCar-Serie, zählte von 1965 bis 1969 auch das Pikes Peak-Bergrennen zu einer Meisterschaft, die ansonsten nur auf Ovalen oder Sandbahnen stattfand. Wie schräg ist das erst? Und doch wieder liebenswert.

Von solchen Ausnahmen erzählt man sich noch heute. Wie langweilig wäre es, wenn alles nach Schema F verläuft? Also machen Sie es wie ich und fügen sich in unser Schicksal, dass der 1.000. Grand Prix der Geschichte in China stattfindet. Die Idee, das Datum auf einen anderen Ort zu verschieben, ehrt alle Zweifler, doch er rechtfertigt es nicht die Geschichte umzuschreiben.

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