Fernando Alonso - Indy500-Qualifying 2017 sutton-images.com
Fernando Alonso - McLaren - IndyCar - 2017
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Fernando Alonso - McLaren - IndyCar - 2017 43 Bilder

Schmidts F1 Blog

Alonso hat schon gewonnen

Die Motorsport-Welt schaut auf Monte Carlo und Indianapolis. Fernando Alonso bringt die beiden PS-Klassiker so nah zusammen wie zuletzt 1965. Der Spanier hat sein Rennen noch vor sich, aber trotzdem bereits gewonnen, meint Michael Schmidt.

Sind Sie auch schon so gespannt wie ich auf den kommenden Sonntag? Wenn in Monte Carlo der Formel 1-Klassiker läuft und vier Stunden später in Indianapolis das 500 Meilen-Rennen. Nicht, dass wir die Terminkollision nicht schon gehabt hätten. Sie hat uns in den letzten 10 Jahren mehr geärgert als gefreut. Andererseits waren es halt auch nur zwei große Traditionsrennen in 7.779 Kilometer Entfernung. Die Verbindung zwischen Formel 1 und IndyCar bestand lediglich aus einigen ausgemusterten GP-Piloten, die versucht haben jenseits des großen Teiches ihre Karriere zu verlängern.

Alonso verzichtet auf mögliche WM-Punkte

Fernando Alonso hat das grundlegend geändert. Der Spanier ist wie einst Jim Clark für dieses eine große Rennen nach Indianapolis gepilgert und hat dafür auf den wichtigsten Formel 1-Grand Prix des Jahres verzichtet. Alonso wird der Verzicht leichter gefallen sein als Clark 1965. Der Lotus-Pilot fuhr vor 52 Jahren um den WM-Titel, den er später auch souverän gewann. Alonso wird in diesem Jahr sicher nicht Weltmeister. Das einzige, was er in Monte Carlo liegen lässt, ist die vielleicht größte Chance des Jahres auf WM-Punkte.

Sein Seitensprung aber sorgt dafür, dass die Motorsport-Welt an diesem 28. Mai genauer auf die beiden so unterschiedlichen Schauplätze schaut. Monte Carlo ist im GP-Zirkus das langsamste Rennen des Jahres. Indianapolis der schnellste Lauf der IndyCar-Serie.

Scott Dixons 373.654 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit für vier fliegende Runden im berühmtesten Nudeltopf der Welt nötigen auch denen Respekt ab, die sonst eher abfällig auf die IndyCar-Serie schauen. Spätestens seit dem Unfall von Sebastien Bourdais wissen auch die größten Zweifler, wie viel bei dem Balanceakt im Speedway schiefgehen kann, und dass Indy kein Kindergeburtstag ist.

Zwei Motorsport-Welten

Wer am Sonntag die Gelegenheit hat, beide Rennen live zu sehen, sollte es tun. Er wird zwei verschiedene Welten erleben. In Monte Carlo fahren unter besten Umständen vier Fahrer um den Sieg. Ferrari oder Mercedes. Ein Red Bull-Sieg wäre schon eine größere Sensation als Juan Pablo Montoyas dritter Indy-Triumph von Startplatz 18.

In Indianapolis dürfen sich ungefähr 20 Fahrer Hoffnung auf die mannshohe Borg Warner Trophy und den Siegerscheck in Höhe von ungefähr 2,5 Millionen Dollar machen. Und Fernando Alonso ist einer von ihnen. Das zeigt seine Klasse.

Die 500 Meilen von Indianapolis sind ein Langstreckenrennen über 400 Meilen mit einem anschließenden Sprint über die Restdistanz. Wer glaubt, Monte Carlo sei eine Lotterie, der sollte sich das Indy 500 anschauen - auch wenn das in Deutschland leider nur über Pay-TV möglich ist. In den 200 Runden kann trotz der überschaubaren Anzahl von nur 4 Kurven mehr schiefgehen als in den 19 Kurven zwischen Casino und Schwimmbad im Fürstentum.

Wie gut ist Jenson Button?

Der Hauptdarsteller an diesem Wochenende wird Alonso sein, obwohl er in Monte Carlo körperlich gar nicht anwesend ist. Weil er den Beweis antreten wird, dass gute Rennfahrer überall schnell sein können. Er lässt sich in Monaco durch Jenson Button vertreten, was auch seinen Reiz hat. Wie wird sich der Ex-Weltmeister ohne Testrunden in Autos schlagen, die so schnell sind wie vor 10 Jahren?

Das Ergebnis des Monaco-Siegers von 2009 wird ein Gradmesser dafür sein, ob sich Alonso freut oder ärgert, den Saisonhöhepunkt ausgelassen zu haben. In Indianapolis ist der zweifache Formel 1-Champion jetzt schon ein Hero, und das nicht nur, weil er von seinem sensationellen 5. Startplatz aus realistische Siegchancen hat.

Alonso zeigt sich demütig

Alonso hat bei seinem Indy-Ausflug bis jetzt genau das getan, was sonst nicht seine Stärke ist. Er zeigte Geduld und Demut. Vor der Strecke, vor den ungewohnten, weil technisch viel weniger aufwendigen Autos, vor den Eigenheiten des Ovalfahrens. Alonso drehte an 9 Tagen 609 Runden im Speedway und er blieb bis heute konsequent den Mauern fern.

Er hörte auf die vielen Ratgeber, baute systematisch seine Geschwindigkeit auf und glaubte nicht, als zweimaliger Weltmeister über den Dingen zu stehen. Egal was am Sonntag ab 18 Uhr unserer Zeit passiert. Alonso hat jetzt schon gewonnen.

Motorsport Aktuell Fernando Alonso - McLaren - IndyCar - 2017 IndyCar-Test von Alonso Erste Runden in der Suppenschüssel

Fernando Alonso hat am Mittwoch die erste Testfahrt auf dem Indianapolis...

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