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Fernando Alonso
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Schmidts F1 Blog

Seitensprung für den Motorsport

Fernando Alonso fährt die 500 Meilen von Indianapolis und lässt dafür den GP Monaco aus. Das ist eine grandiose Geschichte für den Motorsport. Doch ist sie auch so gut für Alonso, fragt sich Michael Schmidt.

Fernando Alonso braucht ein Erfolgserlebnis. In der Formel 1 wartet er seit dem GP Spanien 2013 auf einen Sieg. Und so wie sein McLaren-Honda in diese Saison gestartet ist, wird der Leidensweg auch noch ein bisschen länger dauern. Seit Jahren schwärmt der Spanier von den beiden Klassikern Le Mans und Indianapolis, und das nicht ohne Grund. Hier könnte er Geschichte schreiben und wieder etwas seinen Kollegen voraus haben, die in der Formel 1 WM-Titel um WM-Titel abräumen, während er in die Röhre schaut.

Es gibt nur fünf Formel 1-Weltmeister, die auch das Indy 500 gewonnen haben. Wobei nur Jim Clark, Graham Hill und Emerson Fittipaldi zuerst in der Königsklasse ihren Meister machten und dann in den Brickyard pilgerten. Mario Andretti und Jacques Villeneuve kamen von dort. Das Triple Formel 1, Indy und Le Mans schaffte nur einer. Graham Hill, der Weltmeister von 1962 und 1968, gewann 1966 die 500 Meilen von Indianapolis und 1972 die 24 Stunden von Le Mans. Das machte ihn unsterblich. Das will auch Alonso werden. Der Auftritt bei Amerikas berühmtesten Rennen ist ein erster Schritt dazu. Le Mans wird folgen. Wetten!

Zeichen von Alonsos Verzweiflung

Dass er dabei den GP Monaco auslässt, ausgerechnet das Rennen, bei dem er mit seinem flügellahmen McLaren-Honda noch die größten Chancen hätte, zeigt den Grad der Verzweiflung, in dem sich Alonso befindet. Und den Druck, der auf McLaren und Honda lastet. Man muss seine Diva bei Laune halten, egal wie.

Für den Motorsport ist Alonsos Seitensprung eine großartige Sache. Er bringt den Sport ins Gespräch, wertet Monte Carlo und Indianapolis, die Formel 1 und die IndyCar-Szene auf. Das erinnert an die 60er Jahre, als Formel 1-Stars wie Jim Clark, Graham Hill, Jack Brabham, Jackie Stewart, Denis Hulme, Jochen Rindt, Dan Gurney und Chris Amon sich im berühmtesten Nudeltopf der Welt versuchten. Und an 1993, als Nigel Mansell in die US-Szene flüchtete, die Formel 1 ihrerseits Michael Andretti und Jacques Villeneuve über den großen Teich lockten. Wetten, dass jetzt einige europäische TV-Sender versuchen werden, noch Übertragungsrechte für das Indy 500 zu bekommen.

Kurze Anlaufzeit für Alonso

Ist es auch für Alonso eine gute Sache? Der zweifache Ex-Weltmeister mag sich gesagt haben: Wenn der Rookie Alexander Rossi die 100. Ausgabe der 500 Meilen von Indianapolis gewinnt, kann ich das erst recht. Auch mit einer kurzen Anlaufzeit von nur zwei Wochen. Keine Frage, Alonso hat das Talent, in Indy zu gewinnen. Doch er muss in ziemlich kurzer Zeit ziemlich viel lernen, und er täte gut daran, erfahrene Oval-Haudegen zu konsultieren.

Die Highspeed-Ovale sind eine eigene Disziplin im Motorsport. In aller Regel ist Erfahrung das größte Gut. Und Geduld das zweitgrößte. Mit Geduld sind Formel 1-Fahrer eher nicht gesegnet. Nelson Piquet hat 1992 teuer dafür bezahlt. Sein Unfall in Turn 4 war das Produkt von Ungeduld. Er regte sich so über die Vielzahl an Gelphasen an diesem Trainingstag auf, dass er zu abrupt vom Gas ging und eine Spur weiter einlenkte um gleich in die Boxengasse abzubiegen. Das warf den Lola-Buick aus der Bahn.

Motorsport Aktuell Fernando Alonso - McLaren-Honda - Formel 1 - GP China 2017 - Shanghai - 7.4.2017 McLaren IndyCar-Comeback Alonso fährt Indy500 statt Monaco

McLaren wird nach 38 Jahren wieder beim 500-Meilen-Rennen in Indianapolis...

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