Renault R.S. 2027 Vision Renault
Renault R.S. 2027 Vision
Renault R.S. 2027 Vision
Renault R.S. 2027 Vision
Renault R.S. 2027 Vision 52 Bilder

Schmidts F1-Blog

F1-Autos müssen schneller aussehen

Die Formel 1 ist die größte Roadshow der Welt. Doch man sieht den aktuellen Autos nicht an, dass sie die schnellsten auf diesem Planeten sind. Das wird für die neuen Besitzer zum Problem, meint Michael Schmidt.

Singapur, zwischen zwei Trainingssitzungen. TV-Experte Martin Brundle kommt gerade von seinem Streckenrundgang und sagt mir: „Das sind die hässlichsten Rennautos, die ich je gesehen habe.“ Ich kann ihm eigentlich nur beipflichten. Okay, das Jahr 2014 war noch schlimmer, mit diesen lächerlichen Entenschnäbeln, die nur deshalb geboren wurden, um bei abgesenkten Nasen immer noch genügend Luft unter dem Auto durchzubringen. Und es waren noch die alten, schmalen Autos mit den schmalen Reifen, dem viel zu breiten Frontflügel und dem im Vergleich dazu viel zu kleinen und zu hoch montierten Heckflügel. Das war wahrscheinlich noch schlimmer.

Hässliche Details entstellen die Autos

Brundle hat vielleicht auch deshalb so reagiert, weil im ersten Training drei Autos mit dem Halo ausgerüstet waren. Im Prinzip hat er aber Recht. Die aktuellen Formel 1-Autos haben ohne Not einige Features, die sie entstellen. Es geht schon bei den Proportionen los. Die Autos sind viel zu lang. Dann diese plumpe Knollennase, die immer noch sieben der zehn Autos tragen.

Romain Grosjean - GP Italien 2017
sutton-images.com
Aktuelle Formel 1-Autos wirken durch ihre Länge träge.

Die Airbox-Finne macht die Autos optisch noch länger und lässt sie wie Kombis aussehen. Eleganz sieht anders aus. Die Airbox-Finne bleibt auch im nächsten Jahr, weil der FIA die Platzierung der Startnummer wichtiger ist als die Optik. Man brächte sie mit etwas gutem Willen auch auf einer schräg abfallenden Airbox unter. Immerhin, diese unsäglichen T-Flügel verschwinden im nächsten Jahr. Wenigstens etwas.

Dafür kommt der Halo als ästhetische Bankrotterklärung dazu. Der Titanbügel wird alles erschlagen, was ein Rennauto ausmacht. Sie sagen, es sei nicht wichtig, wie ein Rennauto aussieht? Ich behaupte: Es gibt nichts Wichtigeres. Es muss auf den ersten Blick die ultimative Fahrmaschine sein. Ein Spektakel ist nur ein Spektakel, wenn es die Urinstinkte anspricht. Also was man hört und was man sieht. Der erste Eindruck zählt.

F1-Renner nur auf der Uhr schnell

Renault R.S. 2027 Vision
Aktuell

Wir haben alle die Bedeutung des Motorsounds für die Fans unterschätzt. Das nähmaschinenartige Nageln der Hybrid-Antriebe hat viele Zuschauer vertrieben. Die 2018er-Autos mit ihrem Flipflop über dem Cockpit werden es auch. Nehmen wir einmal an, wir wüssten nichts über Rundenzeiten. Stellen Sie ein Formel 1-Auro gegen das neue Hypercar von Mercedes oder Adrian Neweys Aston Martin-Supersportwagen und fragen sie, welcher schneller ist. Der Unbedarfte wird mit dem Finger sofort auf die Straßenautos zeigen. Das darf eigentlich nicht sein.

Gewiss, wir erleben gerade die schnellste Formel 1 aller Zeiten. Damit hat die Königsklasse in diesem Jahr gut gepunktet. Die Autos werden nächstes Jahr noch schneller werden, doch die Rekordjagd wird schnell zum banalen Detail. Zudem muss man sie erklären. Die Zuschauer sehen die Geschwindigkeit nicht. Sie brauchen den Zeitmonitor dazu. Von der Tribüne aus oder am TV-Schirm sehen die Autos eher langsamer als schneller aus. Weil sie so perfekt sind.

Autos wie auf Schienen

Der Höllenritt ist nicht so transparent wie in der MotoGP oder vor 30 Jahren. Das sagt auch Brundle, und der hat als Ex-Rennfahrer ein Auge dafür. „Selbst ich habe Mühe, das spektakulär zu finden. Da ist kein Quersteher, kein Rutscher, kein Fahrfehler, einfach nichts. Die Autos fahren wie auf Schienen. Du brauchst schon die Superzeitlupe um zu erkennen, wie sich die Autos unter den Kräften verwinden. Und du merkst erst auf der Stoppuhr, wie schnell die Autos wirklich sind.“

Die neuen Formel-1-Besitzer wollen die beste Show der Welt verkaufen. Das wird ein hartes Stück Arbeit. Weil die Show erst durch Zahlen sichtbar wird. Sie werden viel erklären müssen. Und hässliche Autos schönreden. Wie die Motorhersteller ihre Technik-Ungetüme. Auch sie tun sich schwer, die atemberaubendste Technik der Welt populär zu verkaufen. Die Lösung? Vielleicht der Schritt zurück zu mehr Einfachheit. Deshalb muss der nächste Schuss mit den Autos und Motoren ab 2021 unbedingt sitzen.

Motorsport Motorsport Formel 2 - Rennwagen - Saison 2018 - Vorstellung - Italien - Monza Neues Formel 2-Auto (2018) Nachwuchsrenner mit V6-Turbo und Halo

2018 bekommt der Formel 1-Nachwuchs ein neues Auto.

Das könnte Sie auch interessieren
Nico Hülkenberg - Renault - GP Singapur 2019 - Qualifying
Aktuell
Max Verstappen - Red Bull - GP Singapur 2019 - Qualifying
Aktuell
Leclerc - Hamilton - GP Singapur 2019 - Qualifying
Aktuell