Schmidts F1-Blog

Bitte kein autonomes Fahren

McLaren MP4-X - Concept - 2015 Foto: McLaren 30 Bilder

McLaren hat in der letzten Woche sein Formel 1-Auto der Zukunft vorgestellt. Optisch eine Augenweide. Aber was dahinter steckt, lehnen wir vollkommen ab. Da sind wir vom autonomen Fahren nicht mehr weit entfernt. Und das brauchen wir im Motorsport nun wirklich nicht, meint Michael Schmidt.

Der McLaren MP4-X ist ein weiterer Beitrag in der Reihe: So könnte das Formel 1-Auto der Zukunft aussehen. Red Bull und Ferrari hatten den Anfang gemacht. Irgendwie sehen alle drei ganz cool aus. Der McLaren mit einem kleinen Abstrich. Mir gefallen die verkleideten Vorderräder nicht. Aber sonst ist die Studie eine Augenweide. Wie immer ist alles Geschmacksache.

Was mir gar nicht gefällt, ist das was darunter steckt. Mit der Rundumsicht des Fahrers dank Kameras könnte man ja noch leben. Doch dann hört es auf. Der Rennwagen kann automatisch die Gehirnströme auslesen. So können die Ingenieure schon vorher feststellen, wenn der Fahrer müde wird und nicht mehr seine Bestleistung abrufen kann. Theoretisch soll es irgendwann sogar möglich sein, das Auto nur über die Gedanken zu steuern. Dazu noch eine aktive Aerodynamik, ein aktives Fahrwerk und eine automatische Luftdruckanpassung.

Motorsport ohne Zukunft

Wer braucht so einen Quatsch? Das ist nicht der Motorsport der Zukunft, das ist Motorsport ohne Zukunft. Autonomes Fahren gehört noch nicht mal auf die Straße. Wer sich fernlenken lassen will, soll sich in den Zug oder den Bus setzen. Auf der Rennstrecke hat das Rennauto ohne Fahrer oder ein von der Technik optimiertes Rennauto nichts verloren. Weil damit schon einmal die Kernfrage des Sports verloren geht. Wir wollen wissen, wer am schnellsten Autofahren kann und nicht wer sich am schnellsten fernsteuern lässt.

Das Konzept der totalen Techniküberwachung macht noch aus einem anderen Grund keinen Sinn. Das Ergebnis wären die langweiligsten Rennen, die man sich vorstellen kann. Es könnte nie zu einem Überholmanöver kommen. Jedes Auto ist so gut wie es ist. Es hat keine schlechte oder gute Tagesform. Fehler sind ausgeschlossen. Damit bleibt die Reihenfolge vom Start bis zur Zielflagge logischerweise gleich.

Der Sport muss genau den umgekehrten Weg gehen. Je mehr potenzielle Fehlerquellen, umso besser. Und der größte Unsicherheitsfaktor in dem Spiel ist immer noch der Mensch. Wer guten Sport will, muss so wenig Technik wie möglich zulassen, die ihn beim Fahren unterstützt.

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