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Schmidts F1-Blog zum Budgetdeckel

Nutzt die Corona-Chance!

Manchmal haben Krisen auch gute Seiten. Sie bringen die Leute, die es vorher übertrieben haben, zur Besinnung. FIA und Liberty sollten die Chance nutzen, den Budgetdeckel zu senken und die 2021er Saison erst 2022 beginnen lassen, meint Michael Schmidt.

Rettet das Coronavirus die Formel 1? Was sich wie ein schlechter Scherz anhört, ist gar nicht so abwegig. Es gibt kaum einen dekadenteren Sport als die Königsklasse. Wir haben uns zwar irgendwie schon daran gewöhnt, doch wenn 1.600 Mitarbeiter und Budgets bis zu 400 Millionen Dollar nötig sind um Weltmeister zu werden, dann ist die Frage erlaubt: Habt Ihr sie noch alle?

Der Sport wäre um keinen Deut schlechter, wenn jeder nur noch mit 400 Leuten und 100 Millionen Dollar operieren würde. Man müsste es nur mal ausprobieren. Bis jetzt scheiterten solche Vorschläge an den Scheuklappen der großen Teams. Die wollten sich von ihren Privilegien nicht trennen.

Deshalb fiel auch die ab 2021 geplante Budgetdeckelung nur halbherzig aus. 175 Millionen Dollar mit insgesamt 20 Freistellungen ist nicht wirklich eine Budgetdeckelung. Das ist Augenwischerei. Es trifft ohnehin nur Ferrari, Mercedes und Red Bull, aber das auch nicht in dem Umfang, dass die anderen Teams eine Chance hätten auf Augenhöhe zu konkurrieren.

Budget-Deckel-Pläne wurden verwässert

Liberty schwebte ursprünglich eine Budgetobergrenze von 130 Millionen Dollar mit ganz wenigen Ausnahmen vor. Das wäre eine echte Reform gewesen. Sie scheiterte am Widerstand der drei großen Teams. In finanziell rosigen Zeiten hatten die Top-Rennställe eine gute Verhandlungsbasis. Die Corona-Krise aber ordnet das Koordinatensystem neu.

Horner, Wolff und Binotto - GP Monaco 2019
Wilhelm
Können sich die drei Top-Teams zum Wohle der kleinen Rennställe auf Einschränkungen verständigen?

Es wird in diesem Jahr weniger Rennen geben. Und damit weniger Geld. Vermutlich empfindlich weniger Geld. Und das trifft diesmal nicht nur die kleinen Teams. Für Ferrari, Mercedes und Red Bull war das F1-Geschäft dank ihres überproportional hohen Anteils am Kuchen fast schon profitabel. Nur auf den Motorenkosten blieben die Hersteller-Teams sitzen. Da hat es nicht sonderlich wehgetan, dass man für das Team 400 Millionen Dollar verballert hat.

Jetzt haben sich die Vorzeichen dramatisch geändert. Auch die Top-Teams leiden. Weil sie die Formel 1 plötzlich wieder richtig viel Geld kostet, wenn sie ihre Ausgaben nicht im gleichen Maß reduzieren. Und das wird gerade die Automobilhersteller nicht freuen.

Notwendige Entscheidungen dank Kostendruck

Welch bessere Gelegenheit als jetzt gibt es, aus der Not eine Tugend zu machen? Die 2020er Autos wurden für viel Geld entwickelt. Sie fahren schlimmstenfalls nur eine halbe Saison. Lasst sie auch noch 2021 fahren! Das spart den Teams viel Geld. Und es schafft Luft, sich ohne Doppelbelastung auf das neue Reglement vorzubereiten.

Gleichzeitig hätten FIA und Liberty jetzt endlich den Hebel in der Hand, den Budgetdeckel dramatisch nach unten zu korrigieren. Es gibt in Zeiten der Not wenig Argumente dagegen. Noch nicht einmal Ferrari könnte sich querlegen. Die könnte man vor dem Hintergrund der Motor-Affäre locker auf Linie bringen. Ferrari ist der Formel 1 etwas schuldig, nicht umgekehrt. Also tut was. Es ist Zeit für Plan A!

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