Schmidts F1-Blog

Der Funk ist für alle da

Jenson Button - GP Bahrain 2013 Foto: McLaren 23 Bilder

Formel 1-Experte Michael Schmidt hat kein Verständnis für die Haltung von Jenson Button, der sich über die veröffentlichten Funksprüche vom GP Bahrain beklagt hatte. In seinem Blog fordert er die Formel 1 stattdessen zu noch mehr Offenheit auf.

Jenson Button ist ein guter Typ. Einer der wenigen, der sich noch traut, seine Meinung zu sagen. Und meistens hat es auch Hand und Fuß, was er von sich gibt. Doch als der Weltmeister von 2009 bei einem Promotion-Event in Ungarn über sein Duell mit Sergio Perez in Bahrain und die Kritik an der Fahrweise seines Teamkollegen reflektierte, da hatte er ganz offensichtlich einen Aussetzer. Oder hat Button da vorher eine Gehirnwäsche seines Arbeitgebers McLaren verpasst bekommen? Getreu dem Motto: "Alles ist gut."

Button kritisiert öffentliche Funksprüche

Button bedankt sich bei seinem Team, dass Perez und er frei fahren durften, was keine Selbstverständlichkeit sei. Da liegt er richtig. Dann aber beschwert er sich, dass die Funksprüche, in denen er seinen Ärger über die Fahrweise von Perez abließ, nicht für die Öffentlichkeit bestimmt waren.

"Ich war natürlich sauer, aber dieser Ärger sollte nicht publik werden. Er war rein für das Team bestimmt und nicht für die breite Masse ", ärgerte sich der Champion. "Es ist schade, dass TV-Anstalten sich die Funksprüche raussuchen können, die sie wollen, weil sie falsch rüberkommen können."

Heile Formel 1-Welt nicht authentisch

Wie bitte? Die Formel 1 ist ein Sport für die Fans und nicht für die Teams. Alles, was am Funk gesagt wird, sollte öffentlich sein. Auch Emotionen. Die Formel 1 sollte sich da ein Beispiel an der Nascar-Serie nehmen. Da können die Zuschauer wählen, in welchen Funkverkehr sie sich einklinken. Und das zu 100 Prozent. Die Teams dürfen nichts wegdrücken.

Jeder am TV-Schirm hat Verständnis dafür, wenn Button auf seinen Teamkollegen schimpft. Oder Perez über Button. Was ist so schlimm daran? Die Zuschauer sind nicht so blöd, als dass sie nicht verstünden, dass die Kraftausdrücke in der Hitze des Gefechts über den Funk gingen.

Das verkauft sich immer noch besser als die Lügen der Teams, die uns eine heile Welt vorgaukeln wollen. Die Marketingmenschen der Teams müssen endlich aufwachen. Dem Motorsport und auch der Formel 1 laufen zurzeit die Fans davon. Weil der Sport zu klinisch geworden ist. Irgendwann ist er klinisch tot.

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