Jordan-Ford 191 - Formel 1 1991 Reinhard / Wilhelm
Williams FW14B - Formel 1 1992
Williams FW37 - Formel 1 2015
Toro Rosso - Nase - Formel 1 - Jerez-Test - 2014
Red Bull RB10 - Formel 1 2014 33 Bilder

Schmidts F1-Blog

Die hässlichsten Nasen der F1-Geschichte

Die FIA wollte mit ihrer neuen Nasen-Regel die Optik der Formel 1-Autos verbessern. Der Schuss ist voll nach hinten losgegangen, wie die Computeranimation des neuen Williams FW37 zeigt. Dabei wäre es so einfach, eine Regel zu schreiben, die der Nase des Autos wieder ein aggressives Aussehen gibt, meint Michael Schmidt in seinem aktuellen Blog.

Hört dieser Wahnsinn denn nie auf? Die FIA hat in guter Absicht ihr Reglement für die Frontpartie der Formel 1-Autos umgeschrieben und dabei alles noch viel schlimmer gemacht. Wenn man die Computeranimation des neuen Williams FW37 als Maßstab nimmt. Da sah der alte FW36 eindeutig besser aus. Die Tropfennase des Vorgängers wirkte jedenfalls eleganter als die kleine Ausbuchtung der relativ breiten Frontpartie am neuen Williams.

Ingenieure nutzen Regel-Spielraum voll aus

Schuld daran ist, dass die Höhenbeschränkung der Nase für eine Fläche gilt, die 5 Zentimeter hinter ihrer Spitze liegt. Wozu diese fünf Zentimeter? Es war eigentlich klar, dass die Ingenieure den vordersten Teil der Nase so gestalten, dass er die Aerodynamik so wenig wie möglich stört. Jetzt kann man nur hoffen, dass die anderen Teams nicht auf die gleiche Idee gekommen sind. Man hört jedoch, dass viele die Red Bull-Nase vom Vorjahr kopieren wollen. Die ist auch nicht viel schöner.

Okay, Optik ist Geschmackssache. Aber mir haben die hohen Nasen mit dem darunter hängenden Flügel nie gefallen. Irgendwie sehen die Autos damit lächerlich aus. Und ziemlich ähnlich. Die perfekte Nase hatte der 1991er Jordan. Da war der Frontflügel in die Nase integriert. Die Partie in der Mitte war leicht angehoben. Der Williams FW14 von 1991 hatte einen ähnlichen Ansatz, nur nicht ganz so extrem. Auch das war ein wunderschönes Rennauto.

Überholproblem dank hoher Nasen

Die hohen Nasen haben uns ganz nebenbei auch noch ein Überholproblem eingebrockt. Statistiken zeigen, dass die Überholmanöver in den Jahren 1992 und 1993 im Vergleich zu davor dramatisch zurückgingen. Also genau zu der Zeit, als die Ingenieure die Nasen immer mehr anhoben.

Deshalb ließ Bernie Ecclestone 1994 die unseligen Tankstopps wieder einführen. Sein Argument damals: Wenn schon keine Action auf der Strecke, dann wenigstens in den Boxen. Natürlich genau der falsche Ansatz. Weil er das Grundproblem nicht löst.

Ist es Zufall, dass die Verschärfung des Überholproblems und der Übergang zu den hohen Nasen zeitlich zusammenfallen? Ich glaube nicht. Wir können das gleiche Phänomen ein paar Jahre später in der Formel 3000 und der IndyCar-Serie beobachten. Die haben das Nasen-Konzept der Formel 1 mit Verspätung kopiert.

Das Hochziehen der Nasen hatte einen unerwünschten Nebeneffekt. Es gab den Aerodynamikern die Chance mehr Luft unter dem Auto durchströmen zu lassen, was dann in Verbindung mit einem schlauen Diffusor für deutlich mehr Abtrieb im Heck gesorgt hat. Effizienter Anpressdruck, der weniger Luftwiderstand kostet.

Doch dieser Abtrieb war natürlich abhängig von der Qualität der Strömung, die unter dem Auto ankam. Im Verkehr wurde die Luft wegen der Turbulenzen von dem vorausfahrenden Auto schlechter. Deshalb wurde das Hinterherfahren und damit das Überholen immer schwieriger.

Mit tieferen Nasen ist der Anteil, den die Unterseite des Autos zum Gesamtabtrieb beiträgt, geringer. Die Autos sind damit wieder gutmütiger im Verkehr. Und wir bräuchten die ganzen Überholkrücken wie DRS oder Overboost nicht mehr.

Effektives Nasen-Reglement nicht kompliziert

Doch wie soll dann ein Reglement aussehen, das hässliche Auswüchse der Frontpartie verhindert und gleichzeitig dieses Problem löst? Ganz einfach: Alle Flächen vor der Vorderkante Vorderrad, die zugleich der Straße zugewandt sind, dürfen nicht höher als X Zentimeter sein.

Die Höhe wird so niedrig angesetzt, dass man in den Frontflügel in der Mittelsektion nur leicht anheben kann. Horizontale Flächen, die sich überdecken, sind verboten. So verhindert man, dass die Nase über den Frontflügel gezogen wird oder dass Ingenieure eine zweite Ebene einführen, um die Luft dann dazwischen durchzuleiten.

In unserer Galerie blicken wir noch einmal zurück und zeigen die schönsten und hässlichsten Nasen der F1-Geschichte.

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Die hohen Nasen sind schon in Ordnung. Geht wieder zurück zur alten Lösung vor 2014
Ich finde die aktuellen Nasen nicht so schlimm. Immerhin gibt es unterschiedliche Lösungen
Besser zurück zu den frühen 90er Jahren. Der Flügel muss Teil der Nase sein
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