Schmidts F1-Blog

Zu viele Fahrer, zu wenig Platz

F1-Piloten 2018 - Gruppenfoto - GP Australien 2018 Foto: sutton-images.com 61 Bilder

Die Königsklasse hat ein Problem. Es gibt zu viele F1-taugliche Fahrer aber zu wenig Cockpits. Fahrer wie Ocon oder Vandoorne könnten auf der Strecke bleiben. Kaufen sich noch mehr Milliardäre ein, wird das Problem noch größer, fürchtet Michael Schmidt.

Wenn es dumm läuft, dann könnten 2019 zwei Formel 1-Fahrer auf der Straße sitzen, die eigentlich einen Platz verdienen. Esteban Ocon und Stoffel Vandoorne sind im Moment ohne Cockpit für 2019. Über Ocons Qualitäten muss man nicht diskutieren. Im richtigen Auto gewinnt der Franzose Grand Prix. Vandoorne ist nicht so schlecht wie er im Moment bei McLaren aussieht. Fernando Alonso lässt alle schlecht aussehen, die mit ihm in einem Team fahren.

Stichwort Alonso: Auch für ihn ist streng genommen 2019 kein Platz. Aus seiner Sicht ist es verständlich, dass er nur ein Siegerauto fahren will. Selbst Schuld wenn ihn keiner will, werden sie sagen. Mag sein. Es löst aber das Problem nicht. In der Formel 1 gibt es nur drei Siegerteams. Viel zu wenig.

Kimi Räikkönen hat gerade noch den Absprung geschafft und Ferrari-Schützling Antonio Giovinazzi bei Sauber ausgebootet. Ein Abschiedsgeschenk von Ferrari. Kritiker werden einwerfen, der Finne hätte lang genug seine Chancen gehabt. Dumm nur ist, dass er wie Alonso zu den populärsten Fahrern im Feld zählt. Aus Sicht der Serienbetreiber wäre der Abtritt zweier Ex-Weltmeister ein herber Verlust gewesen. Deshalb hat Liberty auch alles versucht, Alonso bei Red Bull unterzubringen.

Kein Platz für Rookies

Aber auch der Nachwuchs tut sich schwer, Unterschlupf zu finden. Lando Norris hat gerade noch den Absprung geschafft. Doch für den angehenden Formel 2-Meister George Russell könnte es schon eng werden. Im Prinzip sind nur noch zwei Cockpits frei. Eines bei Toro Rosso, eines bei Williams.

Esteban Ocon - Formel 1 - GP Italien 2018 Politik diktiert F1-Fahrermarkt Ocon Spielball der Interessen

Bei Toro Rosso haben Mercedes-Fahrer oder Ferrari-Piloten keine Chance. Dabei herrscht im eigenen Junior-Lager Flaute. Williams braucht dringend Geld. Mehr als Mercedes beim Motor nachlassen kann. Und wenn doch, hat Mercedes-Teamchef Toto Wolff die Qual der Wahl. Ocon oder Russell.

Die Formel 1 hat nur 20 Cockpits zu bieten. Die Top-Teams besetzen sie mit Fahrern, die Weltmeister werden können. Andere mit potenziellen GP-Siegern. Um den Rest bewerben sich Milliardärsöhne, Fahrer aus dem Red Bull-Förderprogramm, Piloten aus dem Nachwuchskader der Autokonzerne.

Doch für die wird es jetzt auch schon zu eng. Vor allem, wenn immer mehr Milliardäre mit rennfahrenden Söhnen in das Geschäft drücken. Dmitry Mazepin hat einen, auch McLaren-Aktionär Michael Latifi. Zum Glück müssen die noch ein bisschen auf ihre Superlizenz warten. Toto Wolff hat in Monza laut darüber nachgedacht, ob ein Förderungsprogramm für Fahrer überhaupt noch Sinn macht. Wahrscheinlich nicht.

Drei Autos keine Alternative

Wolff regt den Einsatz eines dritten Autos für Nachwuchspiloten an. Doch die Idee funktioniert nicht. Dann bleibt für die Teams ab Platz 4 schlimmstenfalls noch ein Punkterang übrig. Bekommt der dritte Fahrer keine Punkte, kapiert das kein Mensch. Man stelle sich vor, Russell auf Mercedes wird Dritter. Er darf aber nicht aufs Podium, weil er außer Konkurrenz mitfahren muss.

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Es gibt nur eine Lösung. Die Formel 1 muss sich für 12 oder 13 Teams öffnen. Und sie muss jetzt schleunigst eine Budgetdeckelung einführen, damit die Unterschiede zwischen den Top-Teams und dem Rest kleiner werden. Leider dauert alles schon wieder viel zu lang. Und die Teams sperren sich gegen Neuzugänge. Die FIA ist zu schwach, Regeln gegen den Willen der Beteiligten durchzusetzen und auch Liberty fehlt es am Ecclestone-Gen. Der bekam, was er wollte.

Ein elftes oder zwölftes Team könnte den Wert der eigenen Aktie drücken, jammern die Teams. Wie kurzsichtig ist das denn. Mehr Autos im Feld, mehr Teams, mehr gute Fahrer im Feld würden dem Sport nur gut tun. Und in ein paar Jahren ist die einzelne Aktie mehr wert als es heute der Fall ist.

2021 ist eine goldene Chance. Wenn ich Liberty wäre, würde ich die Teams vor vollendete Tatsachen stellen. Sie haben gar keine Wahl. Die Gefahr einer Piratenserie ist gleich null. Die Teams allein kriegen gar nichts auf die Reihe. Das zeigt schon der Streit um das Geld, das Force India bekommen soll.

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