Schmidts F1-Blog

Ferrari droht Titel zu verspielen

Räikkönen & Vettel - GP Italien 2018 Foto: Wilhelm 107 Bilder

Ferrari spielt noch nicht auf die Karte Vettel. Sportlich ist das fair. Mit Hinblick auf das Titelrennen dagegen riskant. Jetzt, wo jeder WM-Punkt zählt, sollte Ferrari auch so handeln wie Mercedes, meint Michael Schmidt.

Ferrari hat derzeit das beste Auto im Feld, liegt aber in beiden Weltmeisterschaften nur auf dem zweiten Platz. Monza war der Klassiker. Zwei Ferrari in der ersten Startreihe, im Ziel aber nur auf den Plätzen 2 und 4. Obwohl es im WM-Kampf schon um jeden WM-Punkt geht, hält man sich strikt an die internen Spielregeln. Und nach denen war Kimi Räikkönen in Monza in der Qualifikation Zweiter in der Sequenz. Damit war klar: Räikkönen profitiert von Sebastian Vettels Windschatten und nicht umgekehrt. Prompt fuhr Kimi auf die Pole Position.

Ferrari setzt auf Fairplay

Formel Schmidt - GP Italien 2018 - Teaser
Muss Kimi jetzt für Vettel fahren? 14:38 Min.

Auch für den Sonntag hielt sich Ferrari an Fairplay. Räikkönen wehrte sich in der ersten und zweiten Schikane gegen Vettel, als führe er um den WM-Titel. Das brachte Vettel in der zweiten Schikane in eine missliche Lage. Er musste nach links, weil Lewis Hamilton schon rechts war. Im Bremsduell gegen den Mercedes-Pilot stand Vettel auf verlorenem Posten, selbst wenn er es ohne Dreher durch die Schikane geschafft hätte. Der Ausrutscher war sein Fehler, keine Frage. Aber er wurde auch dadurch provoziert, dass es zwischen den Ferrari-Fahrern keine Absprache gab.

Räikkönen fährt mit dem Messer zwischen den Zähnen, weil er jedem beweisen will, dass er 2019 in den Ferrari gehört und nicht Charles Leclerc. Und weil er weiß, dass es Ferrari schwer fallen wird, einen Fahrerwechsel bekanntzugeben, solange er in der Form seines Lebens fährt. Also wird er weiter dagegenhalten, egal ob sein Gegner Vettel oder Hamilton heißt. Außer Ferrari bremst ihn ein. Was die Italiener aber offenbar aus moralischen Gründen scheuen. Kimi hat eine zu große Fangemeinde.

Alle Karten auf Vettel

Wenn Valtteri Bottas für Hamilton fahren muss, dann kräht kein Hahn danach. Mercedes spielt das perfekt. Und wird dafür noch gelobt. Bottas hat in Monza entscheidend mitgeholfen, dass Hamilton gewinnt. Das könnte in der Endabrechnung entscheidend werden. Ferrari-Chef Maurizio Arrivabene wurde zitiert, dass er Fahrer anstelle, keine Butler.

Das ist aus Sicht der Fans löblich. Auch ich sympathisiere damit. Aber ich weiß, wie groß der Katzenjammer in Maranello sein wird, wenn auch diese WM vergeigt wird. Nie seit 2012 war die Chance so groß, die Fahrer-WM zu gewinnen. Aber gegen einen Hamilton, der praktisch keine Fehler macht und dazu noch mit einem Manndecker fährt, wird der Sportsgeist bei Ferrari zum Bumerang. Man kann Ferrari garantieren, dass es wieder nicht klappt, wenn man nicht schnell alle Karten auf Vettel setzt.

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