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Sebastian Vettel - Ferrari - Formel 1 - GP Österreich - Spielberg - 1. Juli 2016
Sebastian Vettel - Ferrari - Formel 1 - GP Österreich - Spielberg - 30. Juni 2016
Sebastian Vettel - Ferrari - Formel 1 - GP Österreich - Spielberg - 1. Juli 2016
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Schmidts F1-Blog

Formel 1 kein Breitensport mehr

Besser kann man sich um die Zuschauer nicht kümmern. Eine Rennstrecke im Grünen, ein tolles Rahmenprogramm, eine perfekte Organisation. Trotzdem werden am Sonntag viele Plätze am Red Bull-Ring leer bleiben. Was verscheucht die Fans? Die Formel 1 ist zu abgehoben, meint Michael Schmidt.

Das soll einer verstehen. Die Formel 1 bietet in diesem Jahr eine gute Show. Die beste in der Hybrid-Ära. Am Red Bull-Ring wird Zuschauer-Service großgeschrieben. Die Organisation ist perfekt. Das Rahmenprogramm einzigartig. Der Marketing-Aufwand riesig. Die Rennstrecke im Grünen noch eine echte Natur-Arena, die eigentlich immer unterhaltsame Rennen liefert. Und trotzdem sind noch nicht einmal die Hälfte aller Tickets verkauft.

England-Fans kommen immer

Hockenheim kämpft mit ähnlichen Problemen. Dafür ist der GP England nächste Woche praktisch ausverkauft. Was funktioniert in England besser als auf dem Kontinent? Ich meine, dass die Fans dort besser erzogen sind und den Sport deshalb besser verstehen.

Sie lassen sich nicht so sehr von Äußerlichkeiten leiten wie dem Sound, der Zahl der Überholmanöver oder einem bestimmten Fahrer. Sie sind Anhänger des Sports. Es müsste kein Engländer mitfahren. Sie würden trotzdem kommen. Hierzulande weint man immer noch den goldenen Schumi-Zeiten nach, die gar nicht so golden waren, wie sie in der Verklärung der Vergangenheit gerne gemacht werden.

Hochpreis-Politik geht nicht auf

Es gibt noch einen zweiten Aspekt. Das MotoGP-Rennen Mitte August am Red Bull-Ring ist bereits ausverkauft. Ist es nur der Reiz des Neuen, so wie 2014 als die Formel 1 nach 11 Jahren Pause nach Spielberg zurückkehrte und am Sonntag 95.000 Besucher mobilisierte? Ich glaube nicht. Das Live-Erlebnis MotoGP kostet den Zuschauer nur halb so viel. Auf und neben der Strecke. Da werden für Pensionen im Niemandsland nicht Preise aufgerufen wie sonst für ein Fünfsterne-Hotel.

Die Formel 1 hat es sich durch ihre Hochpreis-Politik mit vielen Fans verscherzt. Die Show ist nicht schlechter geworden, aber eben auch nicht um den Betrag besser, der heute aufgerufen wird.

Formel 1 wird zum elitären Sport

Das Abwandern ins Pay TV verstärkt diesen Eindruck noch. Die Leute bekommen das Gefühl, überall ausgebeutet zu werden. Weil sie gleichzeitig hören, dass der GP-Zirkus immer mehr Geld einnimmt und die Teams immer mehr Geld ausgeben. Die Formel 1 kommt ihnen elitär vor wie Golf oder Tennis. Nicht wie ein Breitensport wie Fußball.

Irgendwann stellt man sich die Frage: Warum soll ich 400 Euro für ein Ticket zahlen, damit die Teams mit 800 Leuten Personal eine Technik darstellen, die ich nicht verstehe? Und wir wissen alle ganz genau, dass der Sport genauso gut wäre, wenn die Teams nur die Hälfte ausgeben und die Fans auch nur die Hälfte dafür bezahlen.

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