Schmidts F1-Blog

Gut, dass es ein Funkverbot gibt

Nico Rosberg - Mercedes - Lenkrad 2016 Foto: sutton-images.com 11 Bilder

Die Kollision der Mercedes-Piloten hat den GP Spanien zu einem Krimi gemacht und 2 Wochen lang Gesprächsstoff geliefert. Vor einem Jahr wäre dieser Unfall so nicht passiert. Das Team hätte Nico Rosberg gewarnt, dass er im falschen Motormodus fährt. Gut also, dass es ein Funkverbot gibt, meint Michael Schmidt.

Wie wäre der GP Spanien 2016 ohne das Funkverbot abgelaufen? Wie der GP Spanien 2015. Zwei Mercedes wären vorne weg geblasen. Das Duell wäre in der Startrunde entschieden gewesen. Und dahinter hätten sich Red Bull und Ferrari um den dritten Podiumsplatz gestritten.

Spanien Grand Prix liefert viele gute Geschichten

Wir hätten nicht den jüngsten Sieger aller Zeiten bekommen, ja wahrscheinlich wäre Max Verstappen nicht einmal auf den dritten Platz gefahren. Weil Red Bull ganz anders taktiert hätte, wäre es nicht um den Sieg gegangen.

Die Kollision der Mercedes-Piloten ist schlecht aus der Sicht von Mercedes. Aber sie war gut für den Sport. Weil sie ein normalerweise eintöniges Rennen zum Krimi machte. Weil sie einen neuen Sieger hervorbrachte. Weil Barcelona so viele Geschichten produzierte, dass sie die Formel 1 bis zum nächsten Rennen im Gespräch halten. Und das ist Werbung.

Wetten, dass die Einschaltquoten am Sonntag hochgehen, und das nicht nur weil der Grand Prix in Monte Carlo stattfindet. Jeder will sehen, ob sich Rosberg und Hamilton wieder in die Kiste fahren. Jeder fragt sich, ob Red Bull mit dem verbesserten Renault-Motor ein Gegner für Mercedes wird. Und jeder will wissen, ob Max Verstappen seinen Husarenritt wiederholen kann.

Rosberg durfte nicht gewarnt werden

Und warum das alles? Weil wir ein Funkverbot haben. Vor einem Jahr hätte Renningenieur Tony Ross seinem Fahrer Rosberg noch auf dem Startplatz die Start-Prozedur heruntergebetet. Rosberg wäre nie im falschen Motormodus losgefahren. Und wenn doch, dann hätte man ihn noch vor der ersten Kurve gewarnt, den SafetyCar-Modus auszuschalten.

Dann wäre in der dritten Kurve auch volle Leistung zur Verfügung gestanden, und Hamilton wäre gar nicht in die Lage gekommen, seinen Teamkollegen anzugreifen. Es wäre also nie zum Crash gekommen. Wenn es normal gelaufen wäre, hätte Rosberg das Rennen nach dem gewonnenen Start kontrolliert. Überholen auf der Strecke ist in Barcelona bekanntlich nur schwer möglich.

Das Beispiel zeigt wieder einmal, dass zu viele Werkzeuge ein Fluch sein können. Dass die doppelt und dreifache Absicherung der Teams gegen Pannen und Fehler dem Sport seine Seele raubt. Perfektion ist langweilig. Sie liefert keine Geschichten. Wenn nichts mehr schief geht, gibt es immer den gleichen Sieger. Das kann keiner wollen.

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