Schmidts F1-Blog

Gibt es zu viele Boxenstopps?

Alonso GP Malaysia 2011 Foto: xpb 38 Bilder

Michael Schmidt bemängelt in seinem aktuellen Blog, dass es in Malaysia zu viele Boxenstopps gab. Wie lautet Ihre Meinung dazu? Zu viele Reifenwechsel? Oder könnten es ruhig noch mehr sein?

Ging es Ihnen auch so? Beim GP Malaysia war zu oft die Boxengasse im Bild. 59 Boxenstopps verzerren das Bild. Das mag man akzeptieren, wenn das Wetter verrückt spielt und die Fahrer mal Trocken- mal Regenreifen aufziehen müssen. Aber das sollte die Ausnahme bleiben. Chaosrennen, an die wir uns noch 20 Jahre lang erinnern. So wie die legendäre Regenschlacht von Donington 1993 mit 66 Boxenstopps.

So wie es aussieht, wird eine Inflation an Reifenwechseln die Regel. Bis zum letzten Stopp weiß keiner, was eigentlich gespielt wird. Nicht einmal die Fahrer. "Ich war einmal Zweiter, einmal Achter, hatte aber erst zum Schluss ein Bild, wo ich wirklich gelegen bin", erzählte Fernando Alonso. Und der Spanier zählt zu den ganz wenigen, die auch im Pulverdampf eines Grand Prix ein Rennen lesen können.

Erst spät im Rennen kommt die Auflösung

Die Konfusion kommt dadurch zustande, dass die Fahrer zu unterschiedlichen Zeiten Reifen wechseln, auf unterschiedlich guten Reifen und Reifenmischungen unterwegs sind, und es im Feld auf und ab geht. Der Zuschauer hat erst spät im Rennen eine Idee, wo der Hase hinläuft.

Nur im Fall des Führenden ist alles klar. Er genießt einen doppelten Vorteil. Während hinter ihm alles ohne Rücksicht auf die Reifen drunter und drüber geht, kann er sich aufs Reifen schonen konzentrieren. Und entfernt sich so im Laufe des Rennens immer weiter vom Feld.

Die Menge an Boxenstopps birgt die Gefahr, dass das Fernsehen den ein oder anderen verpasst. Wenn Vettel, Button, Massa und Heidfeld fast gleichzeitg zum ersten Reifenwechsel abbiegen, dann schaffen es die Kameras bestenfalls zwei der vier Stopps einzufangen. Mit dem Risiko, dass die entscheidenden gar nicht im Bild sind.

Der Zuschauer verpasst einige Höhepunkte

Haben Sie sich nicht auch gefragt, warum Heidfeld und Massa nach dem ersten Stopp plötzlich so weit zurück gefallen sind? Beide verloren viel Zeit beim Reifenwechsel. War aber nirgendwo zu sehen.

Action ist ja nicht schlecht. Im Feld gab es Überholmanöver zuhauf. Auch an Stellen, wo der Heckflügel nicht eingesetzt werden durfte. Solche Platzverschiebungen wollen wir sehen. An den Boxen könnte aber ruhig ein bisschen weniger los sein. Irgendwie erinnert ein Grand Prix im Pirelli-Zeitalter an ein Basketballspiel. Jede Menge Körbe, jede Menge Höhepunkte, aber das Rennen hat keinen klaren Handlungsfaden mehr.

Früher waren Autorennen wie Fußball. Klar strukturiert, mit einer überschaubaren Anzahl an Highlights, ohne künstliche Showelemente. Ich für meinen Fall mag lieber Fußball als Basketball. Schreiben Sie uns Ihre Meinung: Soll die Formel 1 zurück zu ihren Wurzeln, oder wollen Sie Show um jeden Preis?

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