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Schmidts F1-Blog zur Mercedes-Fahrersuche

Wer tauscht Fahrer gegen Existenz?

Valtteri Bottas - Williams - GP Deutschland 2016 - Hockenheim Foto: sutton-images.com

Mercedes sucht einen Fahrer. Doch alle Wunschpiloten haben Verträge. Williams, Force India und Renault können auch gegen viel Geld keinen Fahrer abgeben, weil sie sonst die Existenz ihres Teams aufs Spiel setzen, meint Michael Schmidt.

13.12.2016 Michael Schmidt 8 Kommentare

Es ist ein Witz, über den alle lachen können, nur nicht Mercedes. Das beste Team der Formel 1 sucht einen Fahrer. Gäbe es keine Verträge, stünden morgen bei Mercedes 20 Fahrer auf der Matte. So aber muss Mercedes vermutlich aus dem Pool von Piloten auswählen, die noch nicht gebunden sind. Die logische Wahl wäre Pascal Wehrlein. Er kommt aus dem Mercedes-Juniorprogramm. Doch wenn Wehrlein auch für Mercedes die erste Wahl wäre, hätte man ihn schon längst verpflichtet.

Alonso und Vettel als Option für 2018?

Das Warten und Analysieren hat nur einen Grund. Mercedes hätte als Sparringspartner für Lewis Hamilton lieber einen Mann mit Erfahrung. Doch die sind dummerweise alle unter Vertrag. Früher hätte man gesagt: Formel 1-Verträge sind das Papier nicht wert, auf dem sie stehen. Das war einmal. Seit es das Schiedsgericht für Vertragsangelegenheiten gibt, ist es nicht mehr so einfach, sich gegen den Willen des Teams aus einem Vertrag zu stehlen.

Sebastian Vettel und Fernando Alonso sind noch bis Ende 2017 an ihre Teams gebunden. Pech gehabt, haben wir in einer ersten Reaktion gesagt. Für sie ist die Lage aber komfortabler, als sie aussieht. Weil sie darauf hoffen können, dass Mercedes in einem Jahr wieder vor dem gleichen Problem steht. Und sie dann vertragsfrei sind. Bis Mitte 2017 wissen Vettel und Alonso, wohin die Reise mit Ferrari und McLaren geht. Und haben dann die Option Mercedes, sollte ein Wehrlein oder irgendein anderer nicht so einschlagen, wie es Mercedes sich erwartet.

Im Augenblick wird schon die zweite Garde hinter den beiden Big Shots für das zweite Mercedes-Cockpit gehandelt: Valtteri Bottas, Sergio Perez, Carlos Sainz, Nico Hülkenberg. Im Netz wird spekuliert, dass Mercedes nur mit Geldscheinen winken muss, und schon lassen Williams, Force India oder Renault mit sich handeln. Leute, so einfach geht das nicht. Wenn Williams Bottas hergibt, Force India Perez, Renault Hülkenberg oder Toro Rosso Sainz, dann haben diese Teams ein noch viel größeres Problem als Mercedes jetzt.

Das setzt die Existenz dieser Teams aufs Spiel und ist auch mit 10 oder 20 Millionen Dollar Ablöse und Wehrlein im Austausch nicht zu kompensieren. Sollte Mercedes einen Bottas, Perez oder Hülkenberg seinem Eigengewächs Wehrlein vorziehen, dann müssten sich doch Williams, Force India und Renault erst recht fragen: Was sollen wir mit dem? Und Toro Rosso müsste dann doch Pierre Gasly nehmen, den man bis vor einem Monat offenbar noch für schlechter als Daniil Kvyat hielt.

Heutige Situation aus Sicht von Hülkenberg besonders tragisch

Williams stünde bei einem Verkauf von Bottas ohne Netz und doppelten Boden da. Lance Stroll ist ein 18-jähriger Debütant, von dem kein Mensch weiß, wie gut er ist. Der Rennstall braucht neben dem Kanadier eine feste Größe im Auto. Alles andere wäre Selbstmord. Gleiches Spiel bei Force India. Esteban Ocon ist sicher ein großes Talent. Aber er hat erst 9 Grand Prix auf dem Buckel. Perez ist für Force India eine Art Lebensversicherung. Wenn Renault auf Hülkenberg verzichtet, fährt der Werksrennstall mit Jolyon Palmer und X. Bleiben noch ein weiteres Jahr die Ergebnisse aus, dreht Konzernchef Carlos Ghosn seiner Formel 1-Abteilung das Licht ab. Egal, ob sich Renault bis 2025 verpflichtet hat.

Toro Rosso könnte sich noch am ehesten auf einen Kuhhandel einlassen. Weil der Auftrag von Red Bulls B-Team eigentlich der ist, junge Fahrer auszubilden. Was im Moment im nächsten Jahr nicht passiert. Doch bei dem vergifteten Klima zwischen Red Bull und Mercedes ist es nur schwer vorstellbar, dass die Salzburger ausgerechnet ihrem Erzfeind aus der Klemme helfen.

Natürlich hätte keiner im Oktober ahnen können, dass Rosberg im Falle eines Titelgewinns zurücktritt. Trotzdem ist die heutige Situation aus Sicht von Nico Hülkenberg besonders tragisch. Wäre er bei Force India geblieben, dann hätte er jetzt eine gewisse Chance auf einen Sitz bei Mercedes gehabt. Denn dann hätte Force India gegen einen entsprechenden Rabatt den langen Rheinländer an Mercedes abgeben können. Weil man ja immer noch Perez in der Hinterhand hat.

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Es kann sein das meine Info falsch ist, aber Williams scheint wohl bereit zu sein, Bottas frei zu geben. Natürlich kenne ich die Details des Deals nicht, den Mercedes unterbreitet hat, da kursieren ja die merkwürdigsten Vorschläge.

Stereo5 16. Dezember 2016, 08:06 Uhr
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