Renault R.S.17 - F1-Auto 2017 - Präsentation London xpb
Renault R.S.17 - F1-Auto 2017 - Präsentation London
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Renault R.S.17 - F1-Auto 2017 - Präsentation London 42 Bilder

Schmidts F1-Blog

Neue Autos mit Schönheitsfehlern

Die Katze ist aus dem Sack. Wir wissen jetzt wie die neue Formel 1-Generation aussieht. Den Fans wurden die geilsten Autos aller Zeiten versprochen. Sind sie es wirklich? Michael Schmidt zeigt sich in seinem Blog etwas enttäuscht.

Uns wurde viel versprochen. Die schnellste Formel 1 aller Zeiten. Geile Autos, so wie früher. Breit, flach, aggressiv, mit fetten Schlappen. Richtige Rennautos wieder. Den ganzen Winter haben wir uns ausgemalt, wie diese 2017er Autos auf uns wirken werden. 85 Tage haben wir gewartet, seit dem Saisonfinale in Abu Dhabi.

Dann kam Williams mit einer billigen Computeranimation. Sauber mit Fotos vom echten Auto. Und schließlich Renault ganz real. Das erste Auto einer neuen Ära, das ich zum Greifen nah gesehen habe. Nach den Bildern von Sauber war ich vorbereitet. Ich habe schon keine Wunder mehr erwartet. Aber in Wirklichkeit lässt es sich dann doch besser abschätzen als auf Fotos. Weil man die Dimensionen besser begreift.

2017er Auto sind echte Dickschiffe

Der erste Eindruck: Die neuen Autos sind echte Dickschiffe. Eine S-Klasse für die Rennstrecke. Nicht nur breit, sondern auch wahnsinnig lang. Der Radstand erinnert an einen Bus. Die Proportionen Länge zu Breite passen jetzt zwar von den Zahlen wieder besser zusammen, aber tatsächlich ist die Verkleidung mit Rücksicht auf den Luftwiderstand gar nicht so viel breiter als vorher geworden. Nur die Bodenplatte, die von der Mitte nach hinten das Auto beherrscht.

Durch die 20 Zentimeter Anbau, wirkt das ganze Auto unheimlich groß. Da ist nichts mehr Graziles und Elegantes. Keine Raubkatze auf dem Sprung. Einfach ein Riesenkasten. Stellt einen Formel 1-Renner aus den 60er Jahren daneben und er sieht aus wie ein Spielzeugauto. Jetzt kann ich Nico Hülkenberg verstehen, wenn er sagt, dass in Monte Carlo keiner mehr am anderen vorbeikommt. Und nicht dass noch einer in dem Engpass in Baku steckenbleibt.

Knollennasen und Airbox-Segel

Renault und Sauber können nichts dafür. Die anderen Autos werden nicht viel anders ausschauen. Schuld sind die Aerodynamiker, die nach dem Prinzip „Form follows function“ konstruieren und sich nicht darum kümmern, ob etwas gut aussieht oder nicht. Und natürlich die Regeln, die die schlimmsten Auswüchse nicht verhindern.

Dazu gehört auch das Schwert hinter der Airbox, das die Heckflügelanströmung optimiert. Vermutlich schauen die neuen Autos nur wegen des riesigen Segels auf der Airbox so mächtig aus. Man denkt unwillkürlich: Da ist genug Kofferrraum für eine vierköpfige Familie hinter dem Cockpit.

Alles schon da gewesen, werden sie sagen. Stimmt. 2010 war das. Leider sind die Airbox-Segel nicht schöner geworden. Nur größer und noch störender für die Optik. Und sind wir mal ehrlich: Auf diese Knollennasen könnten wir auch verzichten. Im Gegensatz zu FIA-Präsident Jean Todt bin ich nicht der Meinung, dass man sich an alles gewöhnt. Hässlich bleibt hässlich.

Manchmal reicht ein einziges Detail, das ein schönes Rennauto entstellen kann. Deshalb darf ja auch der Halo-Cockpitschutz nie kommen. Segel oder Halo erschlagen einfach den Rest des Fahrzeugs, egal wie toll das dann aussieht.

Flügel und breite Reifen sind gelungen

Und jetzt kommen wir zum Positiven an den neuen Autos. Die breiten Reifen, das hat schon was. Auch die Deltaform des Frontflügels. Damit ist der letzte Anflug von Lego-Baukasten verschwunden. Ich finde auch die 2017er Heckflügel mit den nach hinten gepfeilten Endplatten und dem zentralen DRS-Mechanismus gelungen.

Und der neue Renault R.S.17 hat uns schon ahnen lassen, was uns bei den Leitblechen zwischen Vorderachse und Seitenkästen erwartet. Da wird die Post abgehen. Gut für Technikfreaks. Ich bin sicher, dass wir da noch ein paar ganz heiße Ideen präsentiert bekommen.

Kleiner Tip für die FIA: Sagt den Teams schon heute, dass 2018 die Knollennasen und Airbox-Segel verschwinden werden. Damit alle ihre Konzepte gleich darauf ausrichten können. Dann wären es vielleicht wirklich die geilsten Autos aller Zeiten.

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Sauber ist das erste Formel 1-Team, das ein echtes 2017er Auto auf die...

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