Nick Heidfeld - Nordschleife - BMW-Sauber - F1 - 2007 sutton-images.com
Nick Heidfeld - Nordschleife - BMW-Sauber - F1 - 2007
Nick Heidfeld - Nordschleife - BMW-Sauber - F1 - 2007
Nick Heidfeld - Nordschleife - BMW-Sauber - F1 - 2007
Nick Heidfeld - Nordschleife - BMW-Sauber - F1 - 2007 9 Bilder

Schmidts F1-Blog

Formel 1 auf die Nordschleife!

Timo Bernhards Rekordfahrt im Porsche 919 auf der Nordschleife machte auch im Formel-1-Fahrerlager Eindruck. Warum fährt nicht auch die Formel 1 wieder auf dem großen Kurs am Nürburgring, fragt F1-Experte Michael Schmidt in seinem Blog.

Die meistgestellte Frage am Samstag im Fahrerlager von Spielberg war: Hast du das Onboard-Video von Timo Bernhards Rekordfahrt auf der Nordschleife gesehen? Die meisten Fahrer hatten. Und sie waren begeistert, wie Sebastian Vettel, der Bernhard sofort zu seinem Höllenritt gratulierte.

Vettel war nicht allein. Innerhalb der ersten 24 Stunden haben mehr als eine Million Menschen das Video aus der Cockpitperspektive geklickt. Dabei fuhr da nur ein einsames Auto um den Kurs. Das sollte den Drahtziehern des Motorsports eine Lehre sein. Die Fans wollen spektakuläre Autos auf spektakulären Rennstrecken sehen. Da kann jeder die fahrerische Leistung nachvollziehen. Das ist noch ein Abenteuer.

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Auf den sterilen Strecken der Neuzeit mit Auslaufzonen im Fußballfeld-Format muss schon das Rennen Action bieten, um die Zuschauer vom Hocker zu reißen. Der Nordschleife würde man auch ein Rennen mit null Überholmanövern verzeihen. Porsche bekam viel Beifall dafür, dass sich endlich mal einer traute, politisch unkorrekt zu sein.

Natürlich kam das Gespräch darauf, ob man auch mit einem Formel 1 auf dem großen Nürburgring fahren könnte. Der aufgemotzte Porsche 919 war ja nichts anderes als ein Formel-1-Auto mit abgedeckten Rädern. Immer mehr Leute aus der Formel 1-Szene glauben, dass Formel 1 auf der Nordschleife möglich wäre. Mit einigen Anpassungen. Hauptsächlich zum Schutz der Zuschauer.

In den superschnellen Passagen bräuchte es ein bisschen mehr Auslauf oder Tecpro, an den Überholstellen eine breitere Straße. Rennstrecken-Designer und Nürburgring-Kenner Hermann Tilke hat mir erzählt, dass man mit den aktuellen Autos nicht einmal die Kuppen entschärfen müsste. Die Autos haben so viel Abtrieb, dass sie nicht fliegen. Und sie sind so sicher, dass selbst die schlimmsten Unfälle glimpflich ausgehen.

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Und sind wir mal ehrlich. Wenn die Formel 1 auf einem Kurs wie in Baku fahren kann, dann geht das auch am Ring. In den beiden 260 km/h schnellen Linkskurven auf dem Altstadtring steht die Mauer direkt an der Strecke. Da drückt die FIA ja auch ein Auge zu. Und was ist mit dem Indy 500 oder den 24 Stunden von Le Mans? Null Sturzraum bei weit über 300 km/h.

Die Formel-1-Bosse sollten sich wirklich überlegen, ob sie den großen Nürburgring nicht wieder in ihr Programm einbauen sollen. Und wenn sie den Umbau der Strecke selbst finanzieren müssten. Wetten, dass bei einem Grand Prix in der grünen Hölle 300.000 Zuschauer kommen würden. Auch wenn sie die Autos im Rennen nur 12 Mal zu Gesicht bekämen.

Das Bezwingen des Monsters wäre Anreiz genug. Oft reicht der Abstrahlungseffekt eines Mega-Events aus, um neue Zuschauer in den Sport zu ziehen. Ich würde auch nicht jedes Jahr auf der Nordschleife fahren. Alle vier Jahre ein Mal, das reicht. Dieses Rennen müsste etwas Besonderes sein. Wie die Olympischen Spiele oder die Fußball-WM.

In der Galerie zeigen wir noch einmal Bilder von Nick Heidfelds Showrun mit dem BMW Sauber F1-Renner 2007 auf der Nordschleife.

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