Red Bull - Pirelli - GP Aserbaidschan 2019 Red Bull

Schmidts F1-Blog zum Thema Reifen

Etwas mehr Mut bitte Pirelli!

Pirelli geht bei der Auswahl seiner Mischungen lieber den konservativen Weg. Doch Reifen mit höherer Abnutzung würden bessere Rennen bringen, meint Michael Schmidt in seinem Blog.

Pirelli will die Rennen besser machen. Deshalb schicken sie im Zweifel lieber härtere als weichere Gummimischungen an den Start. Weil dann die Piloten länger attackieren können und so öfter die Chance haben, den Vordermann anzugreifen. Sagt Pirelli. Doch sind die Rennen wirklich besser geworden?

Wenn man sich die Zahl der Überholmanöver ansieht, ist alles beim Alten geblieben. In Melbourne gab es elf statt fünf Platzwechsel, wovon ein Teil aber der Tatsache geschuldet war, dass Antonio Giovinazzi seine Verfolger freiwillig vorbeiließ. In Bahrain wurde 60 Mal überholt. Im Vergleich dazu stehen 52 Positionswechsel 2018. Es gab aber auch eine DRS-Zone mehr. Beim GP China waren es 34 statt 48 Überholmanöver, in Baku 51 statt 49.

Keine Action ohne Reifenverschleiß

Der Ansatz von Pirelli ist zwar prinzipiell richtig, er funktioniert aber nur, wenn sich die Piloten auch dicht folgen können und der Hintermann eine echte Chance bekommt, einen Angriff zu starten. Da hat sich aber trotz der Aerodynamikreform nicht viel getan. Die Autos haben immer noch viel zu viel Abtrieb und viel zu viele Strömungsausrichter auf der Verkleidung, die die turbulente Luft dem nachfolgenden Auto vor den Frontflügel leiten. Da würde auch ein Reifen nicht helfen, der immer gleich viel Grip liefert.

Kevin Magnussen - Formel 1 - GP Aserbaidschan 2019
Motorsport Images
Bis jetzt helfen die 2019er Reifen noch nicht dabei, mehr Action zu produzieren.

Die stärkste Waffe beim Überholen ist deshalb weiter eine starke Reifenabnutzung. Das hat man beim GP Bahrain gesehen. Es war der bislang beste Grand Prix des Jahres, und gleichzeitig das Rennen, bei dem die Reifen am stärksten abgebaut haben. Bei dem es die unterschiedlichsten Strategien gab. Es haben zwar fast alle zwei Mal gestoppt, aber die Abfolge der Reifen unterschied sich von Fahrer zu Fahrer.

Harte Reifen erst für 2021

Auch Baku hat gezeigt, was Bewegung ins Feld bringt. Für die meiste Action haben Charles Leclerc und Pierre Gasly gesorgt. Weil sie antizyklisch mit Medium-Reifen losgefahren sind und die Fahrer mit den Soft-Reifen aufgeschnupft haben, als die durch Körnen immer mehr Grip verloren haben.

Pirellis Politik wird also erst funktionieren, wenn die Aerodynamik radikal eingebremst wird. Und das ist frühestens 2021 der Fall. Für diese Saison kann das nur heißen: Etwas mehr Mut bitte und hin und wieder mal mit allen drei Reifensorten je eine Stufe weicher gehen, als es im Sinne gleichmäßiger Rundenzeiten nötig wäre.

Formel Schmidt - GP Aserbaidschan 2019 - Screenshot
Formel Schmidt: Die Analyse des GP Aserbaidschan
10:45 Min.
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